5 Tage von Hütte zu Hütte

Zuletzt aktualisiert am 10. April 2024
  • Gesamtlänge: 78,5 Kilometer
  • zu überwindende Höhenmeter: 4.390 bergauf, 4.840 bergab
  • Gehzeit: etwa 30,5 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: gute Kondition und Trittsicherheit erforderlich (min. T3 SAC-Skala)
  • Wegbeschaffenheit: schmale Wiesen- und Bergpfade, ausgesetzter Grate, am Heilbronner Weg sind teils Drahtsicherungen vorhanden
  • Einkehrmöglichkeiten auf der Tour: ja, auf den diversen Hütten, die zugleich der Übernachtung dienen
  • mit Bus und Bahn erreichbar: ja, sowohl der Ausgangspunkt in Riezlern, wie auch der Zielort Hinterstein, sind an den ÖPNV angeschlossen (Bus)
  • Erforderliche Ausrüstung: Bergschuhe und wettergerechte Kleidung, ausreichend Proviant und Wasser, Sonnenschutz, Smartphone für Notrufe, Notfall-App, Karte, Erste-Hilfe-Ausrüstung. Hier findest Du unsere Packliste für Mehrtagestouren.

Mehrtages-Tour im Allgäu von Oberstdorf nach Hinterstein: 78,5 Kilometer, 4.390 Höhenmeter bergauf, 4.840 Meter bergab über den Allgäuer Hauptalpenkamm.


Kaum eine Landschaft ist so vielseitig wie das Allgäu. Beschauliche Täler, sanfte Bergwiesen und hochalpines Gelände bieten für jeden die richtigen Ziele.

Ganz im Süden entführt Dich diese 5-Tages-Tour auf entspannte Höhenwege, eine felsige Steiganlage und über blumenbewachsene Bergrücken von Hütte zu Hütte. Die berühmten Gipfel der Allgäuer Alpen immer an Deiner Seite gewinnst Du einen komplexen Eindruck dieser Gebirgslandschaft im Süden Deutschlands.

Tag 1: Von der Kanzelwand zur Mindelheimer Hütte

Sicherlich kann man den Aufstieg zur Bergstation der Kanzelwandbahn auch zu Fuss erledigen, da jedoch insgesamt fünf lange und anstrengende Tagestouren vor uns liegen, nehmen wir ausnahmsweise die Bahn als Aufstiegshilfe.

Von der Bergstation wartet nach etwa 30 Minuten der erste und einzige Gipfel des Tages. Nach einem kleinen Abstecher von der in der Karte beschriebenen Route lässt sich auf dem Gipfel der Kanzelwand das wunderbare Panorama geniessen und wir gewinnen einen ersten Eindruck der bevorstehenden fünf Tagesetappen.

Vom Gipfel geht es hinab in eine Mulde und in Richtung Fiderepass Hütte. In Sichtweite der Hütte gabelt sich der Weg und das Highlight des heutigen Tages steht an: der Krumbacher Höhenweg. Zunächst geht es über ein Kar am Hang entlang, dann in einer breiten Rinne in kurzen Serpentinen nach oben. Links unten das Rappenalptal. Rechts oben grüßt der Mindelheimer Klettersteig.

Auf der Scharte
Auf der Scharte

In einem leichten Auf und Ab, nach Erreichen der Scharte ist der anstrengendste Teil der Tour gemeistert, geht es über karstiges Gelände, Wiesen und Weiden der Mindelheimer Hütte entgegen. Den Biberkopf und darunter liegend ein Teilstück des zweiten tage im Blick, ist die Tour ein gemütliches „Einwandern“ im Vergleich zu den kommenden Tagen.

Die erste Übernachtung erfolgt auf der Mindelheimer Hütte.

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Tag 2: Über das Haldenwanger Eck zur Rappenseehütte

Steinbock nahe der Mindelheimer Hütte
Steinbock nahe der Mindelheimer Hütte

Der zweite Tag der Allgäuer Runde ist zwar von ebenso wenigen Höhenmetern wie der erste Tag geprägt, mit knapp 13 Kilometern Länge ist aber in jedem Fall Kondition gefragt. Auf dem Teilstück zwischen Mindelheimer Hütte und Rappenseehütte lassen sich aber zahlreiche Steinböcke und auch Murmeltiere (am Haldenwanger Eck) beobachten.

Blick zum Mindelheimer Klettersteig
Blick zum Mindelheimer Klettersteig

Unterhalb des Biberkopfs geht es in Richtung der Rappenseehütte. Hier hat man nochmals einen wunderbaren Ausblick auf die Mindelheimer Hütte und den vorangegangenen Etappen-Tag. Die auf 2.091m hoch gelegenen Alpenvereinshütte bildet das Ziel dieser Höhenwanderung.

Der unweit gelegene Rappensee ist zudem ein schöner Ausklang am Abend einer Tour mit vielen Eindrücken.

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Tag 3: Über den Heilbronner Weg zur Kemptner Hütte

Auf dem Weg zur Mädelegabel
Auf dem Weg zur Mädelegabel

Heute prägt felsiges Terrain den Streckenverlauf. Von der Rappenseehütte geht es zunächst 500 Höhenmeter hinauf in Richtung Hohes Licht. Der Panoramagipfel kann als Variante in die Tour mit eingebaut werden.

Der nun folgende Heilbronner Weg (in den Sommermonaten viel begangen) gehört zu den schönsten Steigen im Allgäu. Wenngleich er nicht im einem „echten“ Klettersteig verglichen werden kann, so sollte man doch Schwindelfreiheit und vor allem Trittsicherheit mitbringen.

Die richtige Ausrüstung ist natürlich selbstredend.
Über die Bockkarscharte geht es weiter in Richtung Schwarzmilzferner, einem alten Gletscher, der in den letzten Jahren deutlichst an Masse verloren hat.

Unterhalb der Mädelegabel für der Höhenweg auf der Südseite des Allgäuer Hauptalpenkamms schließlich zur Kemptner Hütte, der nächsten Übernachtung im Hochgebirge.

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Tag 4: Über das Kreuzeck zum Prinz-Luitpold-Haus

Kemptner Hütte mit Kratzer
Kemptner Hütte mit Kratzer

Die mit knapp 18km längste Tour steht heute auf dem Plan. Die Verbindung zwischen Kemptner Hütte und Prinz-Luitpold-Haus ist zwar mit jeweils 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg durchaus auch in diesem Punkt sportlich, dafür entschädigen einmalige Eindrücke und Gipfelpanoramen abermals für die Strapazen.
Gerade im Bereich des Kreuzeck breitet sich beim Blick nach Süden ein sagenhaftes Gipfelpanorama aus. In Richtung Norden thront die „Gotische Kathedrale“, die Höfats um im Bereich des Laufbacher Ecks zeigt das Allgäu erneut seine Blütenpracht.
Das Prinz-Luitpold-Haus, unterhalb des Hochvogel, ist aufgrund seiner Lage, aber auch der Bauweise ein perfektes Ziel für die letzte Nacht.

Panoramablick
Panoramablick

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Tag 5: Über den Jubiläumsweg zur Willersalpe

Eine weitere lange Tagestour mit über 16km Länge steht auf dieser letzten Etappe der „Allgäu-Umrundung“ auf dem Programm.
Nach dem Aufstieg zur Balkenscharte bietet der sogenannte Jubiläumsweg ein munteres Auf und Ab und weitere beeindruckende Panoramen und eine wunderbare Tier- und Pflanzenwelt.
Ein Highlight dieser Tour ist der Schrecksee, der wie ein Smaragd unterhalb des Wegs leuchtet und zu einem kurzen Abstecher einlädt.
Ansonsten heisst es ein letztes Mal genießen.

Blick auf den Schrecksee
Blick auf den Schrecksee

Einkehrmöglichkeit bietet die Willersalpe. Wer noch nicht ganz zu Tal steigen möchte, findet in der urigen Alpe auch noch eine Schlafmöglichkeit.

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Alpine Gefahren
Auf dieser Tour gibt es nur abschnittsweise installierte Hilfsmittel wie Drahtseile oder ähnliches. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Erfahrung in der Orientierung im alpinen Gelände sind sehr wichtig!

Absturzgefahr ist definitiv vorhanden, daher ist die Bergtour in der SAC-Wanderskala ist die Tour mit mindestens T3 zu bewerten!


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Tourensteckbrief
Mehrtagestour in den Allgäuer Alpen
Name der Tour
Mehrtagestour in den Allgäuer Alpen
Kurzbeschreibung
Diese Mehrtages-Tour führt von Rizlern im Kleinwalsertal über 78,5 Kilometer bis nach Hinterstein. An 5 Tagen werden dabei 4.390 Höhenmeter bergauf und 4.840 Meter bergab über den Allgäuer Hauptalpenkamm überwunden.
Autor
veröffentlicht auf
Bergparadiese.de

4 Kommentare zu „5 Tage von Hütte zu Hütte“

  1. Hans-Jürgen Lenz

    Hat mich sehr gefallen würde gerne ein Prospekt haben wo die Wanderwege drauf sind . Wann kann man buchen und wann ist die Hüttenwanderung, und hätte auch gerne gewusst was das ganze kostet.
    Ich würde eventuell für nächstes Jahr Buchen.
    liebe Grüsse

    Hans-Jürgen Lenz

  2. Hallo Björn,
    vielen Dank schonmal, dass du so eine detaillierte Beschreibung gegeben hast! Ich werde diese Wanderung kommenden Juni mit meiner Familie versuchen. Die Hütten sind schon gebucht. Das einzige was jetzt noch fehlt, sind An-und-Abreise. Wie genau hast du das gemacht? Eine Überlegung wäre es, das Auto in Oberstdorf stehen zu lassen und am Ende der Wanderung mit dem Bus von Hinterstein nach Oberstdorf zu fahren, jedoch habe ich ein wenig sorge, dass die Busverbindung nicht allzugut sein wird und wir wären nur ungern gestrandet dort:D Die Alternative wäre natürlich das Auto direkt in Hinterstein zu parken und vor Beginn der Wanderung mit dem Bus nach Oberstdorf zu fahren.
    Hast du da einen guten Tipp für uns?

    Grüße
    Hannes Pfender

    1. Hallo Hannes,

      freut mich, dass Dir die Beschreibung gefällt. In Sachen Parken habe ich weniger das Problem, da ich aus dem Allgäu komme.

      Oberstdorf ist relativ teuer zum parken. Hinterstein auch. Ich würde Dir da Bad Hindelang empfehlen. Und zwar am Busbahnhof. Da kommst Du dann gut nach Sonthofen zum Bahnhof und mit dem Zug weiter nach Oberstdorf. Und auf dem Rückweg ist die Verbindung Hinterstein – Bad Hindelang auch OK.

      Der Parkplatz ist (zumindest nach aktuellem Stand) in bestimmten Bereichen kostenfrei. Außerdem liegt er nicht abgelegen und hat kein Nachtparkverbot – https://www.badhindelang.de/urlaub/busfahrplan-parkplaetze/pois/HIN/042cecb1-9d03-484d-8dbd-4eaa92e85f09/parkplatz-am-busbahnhof

      Busverbindungen findest Du hier: https://www.badhindelang.de/urlaub/busfahrplan-parkplaetze/pois (auch den Giebelhausbus).

      Ich hoffe das hilft Dir weiter und wünsche Dir jetzt schon viel Spaß auf dieser tollen Tour und gutes Wetter!

      LG
      Björn von Bergparadiese

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