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Obheiter! Panoramablick über das Imberger Horn ins Illertal

Breitenberg bei Hinterstein im Spätherbst

Die Bergtour auf den Breitenberg bei Hinterstein habe ich vor einigen Jahren bereits beschrieben. In diesem Spätherbst habe ich den Gipfel noch einmal besucht.

Diesmal habe ich die etwa 6 Stunden dauernde Bergtour als Speedhike in Angriff genommen. Also eine etwas schnellere Gangart gewählt und die gesamte Tour nach gut 3 Stunden beendet. Passend für diesen November zu meinen beiden Trailrunning-Touren über die Sonnenköpfe und das Tiefenbacher Eck.

Nur wer sicher unten ankommt, ist wirklich auf dem Gipfel gewesen

Ob es der schon recht kühlen Witterung geschuldet war, dass ich diese Tour als Speedhike geplant habe, das möchte ich bezweifeln. Ab und an habe ich einfach solche Phasen, da genieße ich die schnelle Fortbewegung im Gelände. Wenngleich diese, an einem Berg dieser Art und bei solchen Untergründen, nicht immer schnell sein kann. Auf leicht vereisten Böden muss man an der ein oder anderen Stelle auch die Vernunft siegen lassen und sich in angemessenen Tempo bewegen.

Denn wie sagt schon ein sehr bekannter Spruch auf Hütten sinngemäß: „Nur wer sicher unten ankommt, ist wirklich auf dem Gipfel gewesen.“

Die richtige Ausrüstung ist bei einer solchen Unternehmung mindest ebenso wichtig, wie stabile Witterungsverhältnisse im Spätherbst. Da gehören neben warmer Wechselkleidung für mich Bergstöcke wie auch Spikes für die Bergschuhe mit dazu.

Die Spikes geben auf eisigem Untergrund sicheren Halt. Und eisig kann es im Spätherbst schon einmal werden!

Über den Jägersteig zum Häbelesgund

Die Streckenbeschreibung entspricht der der Sommertour. Los geht es am gebührenpflichtigen Wanderparkplatz zwischen Bruck und Hinterstein. Gegenüber des Elektrizitätswerks.

4 Stunden Parkzeit kosten 4€.

An diesem einmalig schönen Herbsttag, dem letzten Novembertag im Jahr 2020, war das Illertal und zu Beginn auch das Hintersteiner Tal unter einer dicken Hochnebeldecke. Erst in den höheren Lagen, wo die Luft wärmer war, lichtete sich die dichte Nebeldecke und die Sonne und die umliegenden Berggipfel kamen zum Vorschein. Obheiter nennt man diese Wetterlage im Allgäu. Aus diesem Grund waren sowohl der Beginn, wie auch das Ende der Tour frostig kalt, während es auf dem Gipfel geradezu wohlig-warm war. Und im Talbereich zeigten sich einmalig schöne frostige Bilder an Blättern, Felsen oder Wegweisern.

Der Jägersteig
Der Jägersteig

Über den Jägersteig ging es zunächst in Richtung Häbelesgund. Ein breiterer Forstweg, der kurz in einen schmalen Pfad übergeht, um schließlich wieder in einen breiten Wanderweg zu münden. Der früher schmale Aufstiegsweg hat leider an Charme verloren. Einem Windwurf vor einigen Jahren, und dem damit notwendigen Ausbau des Bergwegs in den Häbelesgund geschuldet.

Blick zur Rotspitze und über die Sonnenköpfe ins nebelverhangene Illertal
Blick zur Rotspitze und über die Sonnenköpfe ins nebelverhangene Illertal

Vom Häbelesgund auf den Breitenberg

Sowohl der Jägersteig, als auch der weitere Aufstieg in den Häbelesgund verlief durchaus zügig. Erst jetzt wurde es, angesichts der leichten Schnee- und Eissituation, langsamer.

Kurz vor dem Breitenberg Gipfel - Blick zurück zur Rotspitz
Kurz vor dem Breitenberg Gipfel – Blick zurück zur Rotspitz

Der Häbelesgund wird in den Wintermonaten gänzlich vom Schatten beherrscht. Erst mit dem weiteren Aufstieg durch ein Latschenfeld wird es sonniger, wenngleich der Boden auch hier mit Schnee und Eis bedeckt sein kann.

Im Vergleich zum ersten Teil der Tour ist der Aufstieg ab dem Häbelesgund deutlich flacher. Nur kurz unterbrechen höhere Stufen den Weg in Richtung Gipfelkreuz. Der Blick auf die Rotspitze und hinüber zum Imberger Horn und den Sonnenköpfen beherrscht die Szenerie.

Dann ist schließlich die Abzweigung zum kleinen Klettersteig der Hohen Gänge erreicht. Kurz darauf auch der Gipfel des Breitenberg.

3D-Panoramablick vom Gipfel des Breitenberg

Abstieg in Richtung Hinterstein

Abstieg über den Grat nach Hinterstein
Abstieg über den Grat nach Hinterstein

Bei solch eisigen Verhältnissen sind die erwähnten Spikes im ersten Teil des Abstiegs sehr zu empfehlen. Zwar liegt der Großteil des Abstiegs in Richtung Hinterstein zunächst in der Sonne. Insofern man rechtzeitig mit der Tour begonnen hat. Der Grat kurz nach dem Gipfel fällt aber extrem steil und schroff in Richtung Bruck ab und sollte nur mit der richtigen Ausrüstung, und sofern es die winterlichen Verhältnisse zulassen, begangen werden. Andernfalls sollte Vernunft halber der Aufstiegsweg für den Rückweg gewählt werden!

Die ersten Meter sind somit nur langsam zu bewältigen. Aber bald darauf kann man über die weite, sonnendurchflutete Wanne herrlich in Richtung Wankhütte trailen.

Im Anschluss an die weiten Alpweiden geht es in vielen Serpentinen, aber auf einem breiten Forstweg, hinunter zur Talsohle.

Blick zurück auf die Wanne unterhalb des Breitenberg
Blick zurück auf die Wanne unterhalb des Breitenberg
Die Wankhütte im Abstieg
Die Wankhütte im Abstieg

Linker Hand erreicht man schließlich nach gut 15 Kilometern den Ausgangspunkt. Nicht ohne vorher einen kurzen Zwischenstopp im Wunderland des Hintersteiner Kutschenmuseum zu machen. Das liegt unmittelbar am Wegesrand und ist ein echter Hingucker.


Sicher in den Bergen unterwegs

Aktionstag Natürlich auf Tour des DAV
Aktionstag Natürlich auf Tour des DAV

Abschließend möchte ich, wie bereits im Text, noch einmal auf das Thema Ausrüstung, Planung und Erfahrung eingehen. Alle drei Komponenten sind entscheiden für eine gute und sichere Tour. Eine gute Ausrüstung alleine nützt nichts, wenn man nicht mit ihr umgehen kann, keine Erfahrung im Hochgebirge hat, oder in Sachen Planung zum Beispiel die Witterungsverhältnisse außer Acht lässt.

Umgekehrt ist aber eine schlechte Ausrüstung, wie schlechtes Schuhwerk oder fehlende Wärmeisolation, gerade im Herbst und im Winter, ein KO-Kriterium eine Tour nicht zu machen!


Der Trend zu Bergtouren hat in diesem Jahr nochmal an Fahrt aufgenommen. Und auf so mancher Tour konnte ich angesichts von Sneakern oder sonstigem unpassendem Schuhwerk nur mit dem Kopf schütteln! Damit bringt man nicht nur sich selbst, sondern auch die Helfer der Bergwacht in unnötige Gefahr, die im Fall der Fälle bereit zur Rettung anrücken müssen!

Lawinenabgänge im Rappenalptal
Lawinenabgänge im Rappenalptal

Bei Touren im Winter, mit Schneeschuhen oder auch mit Tourenski, kommt der achtsame Umgang mit der Natur und den dort lebenden Tieren als weiteres Planungselement hinzu.

Hierbei möchte ich auf meinen Beitrag zur Aktion „Natürlich auf Tour“ des Deutschen Alpenvereins hinweisen.

Und natürlich auf die potentielle Lawinengefahr, die nicht nur Skitourengeher betrifft! Jeder, der sich im Winter im Gelände bewegt, sollte die Gefahr von Lawinen im Auge haben und in seine Planung mit einfließen lassen!


Die Karte zur Tour


Hinweis zu den Zeiten: Für eine normale Bergtour sind im Aufstieg zum Gipfel über den Jägersteig und den Häbelesgund 3 Stunden und 15 Minuten veranschlagt.


Meine Bergschuhe für schnelle Touren und Speedhikes in der Saison 2020


Wichtiger HinweisZur Sicherheit sollten Bergtouren bei winterlichen Verhältnissen nur bei 
entsprechender Ortskenntnis und mit der richtigen Ausrüstung geplant und durchgeführt werden. 
An gefährlichen Stellen sollte immer die Option des Abbruchs und der Umkehr erste Wahl sein. 
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Folge uns Björn von Bergparadiese.de:

Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

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