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Panoramablick zum Hochvogel und dem weiteren Wegverlauf unter der Lärchwand

Die 4 Zustiege auf den König der Allgäuer Alpen: den Hochvogel

Für mich gilt er zurecht als der König der Allgäuer Alpen. Der Hochvogel ist von seiner Gestalt, seinem Wesen und seinen verschiedenen Zustiegsmöglichkeiten ein rundum perfekter Berg!

Die Felspyramide des Hochvogel liegt im Naturschutzgebiet der Allgäuer Hochalpen. Auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol, hier das Allgäu, drüben das Lechtal, ragt sein Gipfel 2.592m in die Höhe. Dabei nimmt er in der Rangliste der höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen zwar lediglich den 13ten Rang ein.

Aber auf seinem zerfurchten felsigen höchsten Punkt fühlt man sich wie auf dem Dach dieser Gebirgsgruppe, zu der neben dem zentralen Kamm auch die Hornbachkette über dem Lechtal, die Tannheimer Berge oder die nordwestlichen Walsertales Berge zählen. Der Hochvogel thront über seiner eigenen, der Hochvogel- und Rosszahngruppe.

Panoramablick vom Gipfel des Hochvogel

Ein rundum perfekter Berg

4 verschiedene Wege führen auf den Hochvogel. Vielmehr sind es 4 verschiedene Zustiege von denen einer aufgrund der akuten Felssturz-Gefahr gesperrt wurde. Die nach Südosten ausgerichtete Wand des Berges droht nämlich in die Tiefe zu stürzen. Ein tiefer Riss zieht sich durch den Gipfelaufbau, der von Jahr zu Jahr größer wird. Man weiß nicht wann, man weiß nur dass dieser Berg sein Aussehen radikal verändern wird.

Die verbliebenen 3 Zustiege treffen sich auf der Scharte oberhalb des sogenannten Kalten Winkel. Von dort führt nur ein Weg auf den letzten Höhenmetern zum Gipfel.

Der tiefe Riss auf dem Gipfel des Hochvogel
Der tiefe Riss auf dem Gipfel des Hochvogel

Die Zustiege von Nord-Westen

Vom Allgäu aus geht es über das Hintersteiner Tal zunächst in Richtung Giebelhaus. Für 11 Kilometer auf der für den normalen Verkehr gesperrten Giebelstrasse empfiehlt sich ein Fahrrad. Alternativ bietet sich der Pendelbus zwischen Hinterstein und dem Giebelhaus an. Das bedeutet jedoch auch, dass der Aufstieg frühestens mit Ankunft des ersten Busses erfolgen kann und somit der Bergtag relativ spät beginnt. Zudem folgt man vom Giebelhaus dem Fahrweg nochmals knappe 3 Kilometer, bevor der Einstieg und Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus erreicht ist.

Über die weiten Wiesen der Bärgündele Alpen geht es auf das 1.846m hoch gelegene Schutzhaus des Deutschen Alpenverein. Kurz nach der DAV-Hütte kann man sich für den Weg über den Kalten Winkel oder über die anspruchsvollere Kreuzspitze entscheiden.

Über Schnee und Eis durch den Kalten Winkel

Die Tour über den Kalten Winkel war mein erstes Hochvogel-Erlebnis. Damals mit einer Übernachtung auf dem Prinz-Luitpold-Haus und einem Aufstieg in der Morgendämmerung.

Etwa 180 Höhenmeter nach der Alpenvereinshütte teil sich der Weg. Linker Hand geht es in einigen Kehren hinauf zur Eisentreppe die zur Balkenscharte führt. Von dort beginnt ein Höhenweg, der gerade in den frühen Morgenstunden, mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages, ein purer Genuss ist. Der Weg ist nicht so anspruchsvoll wie der Aufstieg über die Kreuzspitze, einige hundert Meter vor Erreichen des Schneefelds am Kalten Winkel muss man aber auch hier Hand anlegen.

Es gilt eine Felsrippe, unterstützt mit ein paar Tritten und Stiften aus Eisen, zu überwinden, bevor es, wie nahezu den gesamten Weg von der Balkenscharte her kommend, ebenerdig zum Ganzjahresschneefeld geht. Je nach Monat und auch je nach Schneefall des vorangegangenen Winters fällt das Schneefeld am Kalten Winkel mal größer und mal kleiner aus.

Blick in den Kalten Winkel
Blick in den Kalten Winkel

Sicher ist nur, dass es in den frühen Stunden des Tages oft noch eisig ist, weshalb sich Spikes oder leichte Steigeisen durchaus empfehlen. In ein paar weiten Kehren geht es hinauf zum Sattel wo auch der Weg über die Kreuzspitze ankommt.

Auf Fels und Eisen über die Kreuzspitze

Wählt man 180 Höhenmeter nach dem Prinz-Luitpold-Haus den Weg zu seiner Rechten, so geht es zunächst in einen weiten, mit grobem Fels übersäten Kessel unterhalb der Kreuzspitze. Das Reich der Gemsen. In einer weiteren Kehre führt der Wegverlauf zu einer Felswand. Hier beginnt der Aufstieg auf die Kreuzspitze.

Der Weg wird erst gegen Ende steiler. Eisentritte, Stifte und ein Drahtseil helfen beim Aufstieg durch den Fels. Auf der Scharte unterhalb der Kreuzspitze öffnet sich das herrliche Panorama hinunter ins Schwarzwassertal.

Auf der Sonnenseite mit Hochvogel-Blick
Auf der Sonnenseite mit Hochvogel-Blick
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Etwas ausgesetzter geht es unterhalb der Kreuzspitze auf den Sattel oberhalb des Kalten Winkels. Die letzten Meter im Abstieg zum Sattel sind von teils hohen Tritten geprägt. Vorher kann man noch einen kurzen Abstecher zum 2.367m hohen Gipfelkreuz machen.

Die Zustiege von Südosten

Wie bei den Zustiegen von Allgäuer Seite, so ist auch bei den beiden Varianten aus dem Lechtal der erste Teil des Weges identisch.

Am Gasthof Adler in Hinterhornbach geht es durch den Schutzwald nach oben. Dem ersten steilen Aufstieg folgt ein flacherer Abschnitt. Abermals durch den Wald zieht sich der Weg den Schwabegghütten entgegen. Ab etwa 1.600 Metern Höhe prägen Latschenfelder die Landschaft und säumen den Weg bis zu einer Gabelung.

Der Weg zur Linken ist noch gut zu erkennen, allerdings seit einigen Jahren aufgrund der erwähnten Felssturzgefahr gesperrt.

Der Weg vergangener Tage

Dennoch möchte ich diesen herrlichen Zustieg durch die südlichen Felsflanken des Hochvogel nicht unerwähnt lassen. Zumindest diese eine Bild aus dem Aufstieg soll von diesem ehemals wunderschönen Felsensteig berichten.

Blick zurück auf den Aufstieg
Blick vom Bäumenheimer Weg auf den Abzweig zum Fuchsensattel

Kontrastreich über den Fuchsensattel

An der Gabelung nach den Schwabegghütten führt ein Höhenweg auch das Kuhkar hinüber zum Fuchsensattel. Der Übergang ist leicht. Erst auf den letzten Metern steigt der Weg auf den grasgrünen Sattel an. Und hier bietet sich dem Bergsteiger ein einmaliger Kontrast.

Aufstiegsweg zum Fuchsensattel
Aufstiegsweg zum Fuchsensattel

Dem satten Grün steht die mächtige, schwarz-graue Ostwand des Hochvogel gegenüber. Ein felsig-schottriger Weg zieht sich am Hang entlang der Wand entgegen. Es geht hinunter zum sogenannten Salzboden. Und auch wenn vorher schon wilde Wege in Richtung Kalter Winkel weisen, so sollte man den sicheren Abstieg bis zu diesem Punkt in Kauf nehmen. Immer wieder kann man den Steinschlag aus den Wänden deutlich wahrnehmen.

Zudem ist der Salzboden einfach ein herrliches Fleckchen Erde und ein erneuter Kontrast zur bedrohlichen Ostwand des Hochvogel.

Selbst im Sommer halten sich hier noch teils Altschnee-Reste. In zahlreichen Kehren geht es nun hinauf zu der Felsrippe, die ich beim Aufstieg über die Balkenscharte bereits beschrieben habe. Dort vereinigen sich beide Wege. Über das Schneefeld am Kalten Winkel geht es nun hinauf zum Sattel und auf die letzten beeindruckenden Höhenmeter der Hochvogel-Besteigung.

Über die Schnur auf den Gipfel des Hochvogel

Frühsmorgens auf der Schnur im Aufstieg zum Hochvogel
Frühsmorgens auf der Schnur im Aufstieg zum Hochvogel

Während der Aufstieg über den Bäumenheimer Weg eine eigene Route verfolgte, so führen die anderen drei  Varianten ab dem Sattel oberhalb des Schneefelds am Kalten Winkel über ein und denselben Weg zum Gipfel.

Über die sogenannte Schnur, einem breiten und überdachten Felsband geht es zu den finalen Höhenmetern. Vorher sind noch ein paar Felsplatten und Absätze zu überwinden.

Der letzte Teil des Aufstieg auf 2.592 Metern Höhe entgegen erfolgt über den stufigen Gipfelaufbau. Trotz der anspruchsvollen Touren und Zustiege ist dieser Teil einfach nur ein Genuss. Und ein erhebendes Gefühl ist es allemal, hier oben beim „König“.

Die letzten Meter auf den Gipfel
Die letzten Meter auf den Gipfel
Aussicht vom Hochvogel Gipfel in die Allgäuer Alpen
Aussicht vom Hochvogel Gipfel in die Allgäuer Alpen

Detaillierte Tourenbeschreibungen inklusive Kartenmaterial und weiteren Infos

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Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

2 Antworten

  1. Hannes

    Danke für die schöne Beschreibung der Hochvogel-Zustiege. Seit letztem Frühjahr war ich etwas häufiger im Allgäu unterwegs und dabei ist mir der Allgäu-König wiederholt ins Auge gestochen. Einen der Wege muss ich wohl früher oder später auch angehen…

    • Björn von Bergparadiese.de

      Sehr gerne Hannes! Freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt. Weitere detaillierte Beschreibungen zu den einzelnen Touren habe ich verlinkt. Und jede einzelne ist wirklich lohnenswert! Liebe Grüße!

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