Der Triglav Nationalpark gehört zu den beeindruckendsten Wanderregionen Europas. Zwischen türkisgrüner Soča, wilden Wasserfällen, tief eingeschnittenen Klammen und schroffen Gipfeln der Julischen Alpen warten unzählige Tourenmöglichkeiten – von gemütlichen Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren und Klettersteigen. Es ist genau diese Mischung aus ursprünglicher Natur, alpiner Landschaft und erstaunlicher Ruhe die den Nationalpark im Nordwesten Sloweniens zu einem echten Bergparadies macht.
Sportlich ambitioniert oder lieber gemütlich und familientauglich. Der Nationalpark an Sloweniens Nordgrenze zu Österreich präsentiert sich als wahres Bergparadies mit der Soča als seinem Juwel. Der nördliche Teil des Bergmassivs in den Julischen Alpen ist für seinen Wintersport bekannt.
Die Orte Kranjska Gora und Planica kennt man durch die dortigen Weltcups im Skisport bzw. Skisprungsport. Darüberhinaus bieten sich dem Besucher dieser Landschaft faszinierende Naturschauspiele.
Tief abstürzende Wasserfälle, romantische Tobel und Klammen sowie steil aufragende, teils schroffe Gipfel prägen die Landschaft des Triglav Nationalparks. Über allem thront der Triglav, Sloweniens höchster Berg und nationales Wahrzeichen. Und das Beste: dieses beeindruckende Bergparadies mit seiner einzigartigen Natur liegt gerade einmal rund vier Fahrstunden von München entfernt.
Übersichtskarte
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Tipp 1: Quelle der Soča: kleine Wanderung mit großer Wirkung
Die Tour zur Quelle der Soča ist eine kleine Wanderung die sich bestens zur Akklimatisierung eignet. Man bekommt ein Gespür für die Landschaft, die Wege und auch die teils spärlichen Sicherungen ausgesetzter Passagen.
Für die Tour zur Quelle empfehlen sich die frühen Morgenstunden oder der späte Nachmittag, bevor die Touristen eintreffen und durch den Wald und entlang der Wasserfälle nach oben steigen. Auch wenn die Quelle selbst auf den ersten Blick wie ein kleiner Tümpel erscheint, so hat der Besuch durchaus etwas Mystisches. Klar und grünlich schimmernd entspringt hier der „schönste Fluss Europas“, wie ein Schriftsteller die Soča einst beschrieb.

Tipp 2: Martuljek & Pericnik: die spektakulärsten Wasserfälle Sloweniens
Wanderung zu den Martuljek Wasserfällen
Wer sich im Triglav aufhält, der kommt um das Thema Wasser nicht herum. Doch dabei ist nicht nur die Soča ein lohnendes Ziel. Der Bohinjsko Jezero, zu deutsch der Wocheiner See, das slowenische Pendant zum Königssee, oder auch die zahlreichen Klammen sind genauso wunderschön. Allerdings sind die für Touristen Stegen gut erschlossenen Klammwege, wie die der Vintgar-Klamm bei Bled, auch mehr als nur gut besucht. Da lohnt sich ein Abstecher zu den weniger besuchten, weil nicht mit Sandalen begehbaren, Wasserfällen im Norden.
Von Gozd-Martuljek aus sind gleich zwei dieser beeindruckenden Wasserfälle gut zu erreichen. Zunächst durch ein weites bewaldetes Tal, dann durch den Wald aufsteigend erreicht man den ersten knapp 30m hohen Wasserfall. Steigt man den Waldweg weiter nach oben, so gelangt man zur Martuljek Alm und etwa eine halbe Stunde dahinter den oberen Martuljek Wasserfall. Dieser lässt sich wiederum nur nach einer kleinen, teilweise mit Stahlseilen gesicherten, Kletterpartie aus der Nähe betrachten.

Wer von diesen beiden Wasserfällen schon beeindruckt war, wird beim Besuch der Pericnik Wasserfälle aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Die schottrige Anfahrt über Mojstrana nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, das Ziel ist aber die Mühe wert. Von einem Parkplatz an einer kleinen Hütte geht es steil am Wasser entlang nach oben. Die Kraft des Wassers ist hier greifbar. Mit tosendem Lärm fallen die Wassermassen hier ins Tal. Einfach unbeschreiblich. Wer nicht nur die Wasserfälle besuchen möchte, dem empfiehlt sich der Weiterweg ab dem Parkplatz in Richtung Aljačev Dom. Dabei geht es zunächst noch auf dem Fahrweg und dann (leicht versteckt) links ab in den Wald. Es folgt ein wunderschöner, einsamer Waldpfad mit einer beeindruckenden Galerie dessen Ende, kurz vor dem Aljačev Dom.Fotostopp bei den Pericnik Wasserfällen
Tipp 3: entlang der Soča wandern: Türkisfarbenes Wasser und Hängebrücken
Jahr für Jahr besuchen viele Wassersportler die Soča. Allein der Anblick des grün schimmernden Wassers ist ein Traum. Der Trail entlang des Flusses erstreckt sich über etwa 20km von der Quelle bis in Richtung Bovec. Mehrere Campingplätze entlang der Soča sind ideale Ausgangspunkte um den Fluss in mehreren Etappen zu erkunden. Hier findet sich auch die ein oder anderen Rafting-Stationen, mit deren Hilfe sich die Soča auch auf Teilstrecken vom Wasser aus erkunden lässt.

Wer sich aber auf den Fußweg entlang der Soča begibt, wird mit einer beeindruckenden Flusslandschaft und der rundherum lebenden Tier- und Pflanzenwelt belohnt. Mal links, dann wieder rechts des Flusses führt der abwechslungsreiche Trail über Stege und schwankende Hängebrücken. Auf den Wegstücken dazwischen kann man den Gedanken freien Lauf lassen und einfach abschalten.
Tipp 4: Pokljuka Klamm: durch eine fast vergessene Schlucht
Die oft überlaufene Vintgar-Klamm ist quasi „um die Ecke“. Die Pokljuka Klamm ist dabei weit weniger besucht. Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Reisebusse das Ziel nicht direkt ansteuern können. Wasser sucht man hier vergebens. Außer es kommt, wie bei unserem Besuch, von oben. Allerdings trägt vielleicht gerade das zu der märchenhaften Stimmung beim Besuch der Klamm bei.
Bereits nach wenigen Gehminuten türmen sich die Wände links und rechts der Klamm mächtig auf. Einige kaum lesbare Schriftzüge an den Felswänden weisen den Weg. Wenngleich man gerade aufgrund dieser dürftigen Ausschilderung etwas mehr Zeit mitbringen sollte. Nicht nur der hölzerne Steg, der durch die schmale Öffnung in der Mitte der Klamm den Blick auf einen urwaldähnlichen Abschnitt freigibt, sondern auch die riesigen Felsenfenster auf der rechten Seite der Klamm beeindrucken in höchstem Maße.


Tipp 5: Im Schatten des Triglav: Wanderung zum Luknja Pass
Wie eingangs erwähnt haben verschiedene Gründe unsere ursprünglichen Klettersteig-Planungen „über den Haufen geworfen“. Aber auch ohne direkten Kontakt zum Fels gibt es mehr als nur „interessante“ Routen durch den Triglav. Aufgrund der damaligen Schneegrenze haben wir uns für den Besuch der Steinböcke unterhalb des Bovški Gamsovec, im Schatten des Triglav, entschieden.



Vom Parkplatz am Aljacev Dom sind es zwar nur knapp 800 Höhenmeter bis zum Ziel, dem Luknja-Pass, aber der Blick auf die Respekt einflößende Nordwand des Triglav ist auf nahezu dem gesamten Aufstieg unser Begleiter. Der abwechslungsreiche Weg durch Lärchenwälder, stark verblocktes Buschgebiet und tiefschottrige Bänder unterhalb der Scharte, führen nochmals die Vielfalt dieser Berglandschaft vor Augen. Auch wenn uns die umliegenden, teils „klettrigen“ Gipfel nicht vergönnt waren, so entschädigte der Anblick der Tiere und Pflanzen doch für Vieles.
Weitere Tipps für den Urlaub in Sloweniens Nationalpark
Eine weitere, sehr beeindruckende Tour ist der Fensterweg (Klettersteig) auf den Prisojnik. Im Gegenzug bietet die Wanderung um Laghi di Fusine, auf der italienischen Seite des Mangart, Entspannung pur. Wer hingegen etwas mehr Adrenalin sucht, sollte sich den Besuch der Skiflugschanze von Planica und deren Zip-Line nicht angehen lassen!
Und bei meinem Blogger-Kollegen Heiko, von People Abroad, findest Du weitere Tipps rund um einen gelungenen Aufenthalt im Triglav Nationalpark.
Wenngleich die Planungen im Vorfeld etwa anders verliefen (standen ursprünglich die Klettersteige der Julischen Alpen im Fokus) machten uns Wetter und auch ein kleiner Bergunfall im Vorfeld des Trips einen Strich durch die Rechnung. Vielleicht haben wir aber gerade deshalb eine einzigartige ruhige und eindrucksreiche Zeit hier verbracht.
Wir waren übrigens Ende September im Triglav. Die Luft war schon klar, erste Schneeflecken auf den weit über 2000 Meter aufragenden Gipfeln und unten das bunte Farbenmeer der Wälder. Und wer die Touristen-Hotspots meidet, der findet zu dieser Jahreszeit noch eines: Ruhe und Abgeschiedenheit.
Häufige Fragen zum Triglav Nationalpark & Wandern in Slowenien
Wo liegt der Triglav Nationalpark?
Der Triglav Nationalpark liegt im Nordwesten Sloweniens an der Grenze zu Österreich und Italien. Er umfasst große Teile der Julischen Alpen und ist der einzige Nationalpark des Landes.
Was ist das Besondere am Triglav Nationalpark?
Der Nationalpark verbindet alpine Berglandschaften mit türkisfarbenen Flüssen, Wasserfällen, Klammen und ursprünglichen Wäldern. Besonders bekannt ist die Soča mit ihrem intensiv grünen Wasser.
Kann man im Triglav Nationalpark gut wandern?
Ja, der Triglav Nationalpark zählt zu den beliebtesten Wanderregionen Sloweniens. Es gibt einfache Spazierwege entlang der Soča ebenso wie anspruchsvolle Bergtouren und Klettersteige.
Welche Wanderungen im Triglav Nationalpark sind besonders empfehlenswert?
Zu den bekanntesten Touren zählen: die Wanderung zur Quelle der Soča, der Soča Trail, die Peričnik Wasserfälle, die Pokljuka Klamm, Touren rund um den Triglav und den Luknja Pass
Wann ist die beste Reisezeit für den Triglav Nationalpark?
Die beste Zeit zum Wandern liegt zwischen Juni und Oktober. Besonders schön sind der Frühsommer mit viel Wasser in den Flüssen und Wasserfällen sowie der Herbst mit klarer Luft und bunten Wäldern.
Ist der Triglav Nationalpark für Familien geeignet?
Ja. Viele Wanderungen entlang der Soča oder zu Wasserfällen eignen sich sehr gut für Familien. Einige alpine Touren und Klettersteige setzen allerdings Erfahrung und Trittsicherheit voraus.
Wie hoch ist der Gipfel des Triglav?
Der Triglav ist mit 2.864 Metern der höchste Berg Sloweniens und Namensgeber des Nationalparks.
Braucht man für den Triglav eine Klettersteigausrüstung?
Für einige Aufstiegsrouten auf den Triglav ist Klettersteigausrüstung sinnvoll bzw. empfehlenswert. Viele Wege führen durch ausgesetztes und drahtseilversichertes Gelände.
Wie viele Tage sollte man für den Triglav Nationalpark einplanen?
Für die wichtigsten Highlights empfehlen sich mindestens 4 bis 7 Tage. Wer zusätzlich längere Wanderungen oder Gipfeltouren unternehmen möchte, sollte mehr Zeit einplanen.
Kann man im Triglav Nationalpark campen?
Wildcampen ist im Nationalpark verboten. Es gibt jedoch zahlreiche Campingplätze entlang der Soča sowie in Orten wie Bovec, Kranjska Gora oder Bohinj.
Ist die Soča wirklich so türkis?
Ja. Die Soča gehört zu den schönsten Flüssen Europas und ist bekannt für ihre intensiv türkis-grüne Farbe, besonders bei sonnigem Wetter.
Gibt es im Triglav Nationalpark auch Klettersteige?
Ja, die Julischen Alpen bieten zahlreiche Klettersteige – von einfachen gesicherten Wegen bis hin zu anspruchsvollen alpinen Touren.
Wie erreicht man den Triglav Nationalpark?
Von München aus erreicht man den Nationalpark in etwa vier bis fünf Stunden mit dem Auto. Gute Ausgangsorte sind Kranjska Gora, Bovec oder Bohinj.
Welche Tiere leben im Triglav Nationalpark?
Im Nationalpark leben unter anderem Steinböcke, Gemsen, Murmeltiere, Adler und zahlreiche Vogelarten. Mit etwas Glück lassen sich viele Tiere direkt auf Wanderungen beobachten.
Lohnt sich der Triglav Nationalpark auch im Herbst?
Definitiv. Gerade im Herbst ist es deutlich ruhiger als im Sommer. Die klare Luft, die bunten Wälder und die ersten Schneefelder in höheren Lagen sorgen für eine besondere Stimmung.




