Herbstwanderung auf das Walser Geißhorn mit Blick zum Biberkopf

Bergtouren in Höhen ab 1.000m

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Wandern war schon immer eine der liebsten Sportarten der Deutschen. Schon seit Jahrzehnten ist es in vielen Familien üblich, im Urlaub mindestens eine größere Wandertour zu unternehmen. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, kann ich mich an zahllose Wanderungen erinnern. Im Nachhinein betrachtet waren wir fast nur draußen unterwegs.

Seit dem letzten Jahr erlebt der Wandersport einen wahren Boom. Das liegt einerseits daran, dass Reisen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich waren. „Neuen“ Alternativen zum Cluburlaub oder der Pauschalreise in den Süden waren gefragt. Anderseits habe ich auch schon im Vorfeld den zunehmenden Drang nach dem Naturerlebnis beobachtet. Besonders bei den jüngeren Altersgruppen ist es inzwischen beinahe zum Trend geworden, miteinander zu wandern und die Natur neu zu entdecken.

Herrliche Wanderung durch das Reich des Nagelfluh
Bergtour oder Wanderung?

Wenn es aber einmal ein wenig mehr sein soll, als eine gemütliche Wanderung im Tal, am See oder durch Wald und Wiesen, dann ist eine Bergtour genau das richtige. Im Unterschied zu Wanderungen gilt es aber einige Dinge zu beachten, damit das Naturerlebnis ein wirkliches Erlebnis wird.

Was Du vor einer Bergtour wissen solltest, wie Du Dich in der Natur verhältst, oder welche Ausrüstung dafür erforderlich ist. Hier ein paar Tipps für Einsteiger.

Warum sollte man eine Bergtour unternehmen?

Diese Frage ist gar nicht einmal so einfach zu beantworten, da die Schönheit einer richtigen Bergtour nur sehr schwer mit Worten zu beschreiben ist. Und zudem ist natürlich auch nicht jeder Mensch gleich. Aber in aller Regel lohnt sich eine Bergtour in Höhen ab 1.000m für alle, die gerne in der Natur sind und sich sportlich ein wenig fordern möchten.

Die Natur ist in dieser Höhe oftmals eine gänzlich andere als im Tal und auch in der Luft kann man die Unterschiede spüren. Nicht nur, dass der Sauerstoffgehalt in der Höhe abnimmt, sondern vielmehr, wie rein und erfrischend die Luft fernab von Smog und Menschenmassen sein kann. Eine Tatsache die man schnell vergisst, wenn man in einer Bergregion lebt. Dieser Umstand ist für viele Menschen aus der Stadt aber alleine schon ein Erlebnis. 
Auch der sportliche Anreiz ist nicht zu unterschätzen. Das Gefühl, eine Tour gemeistert, einen Gipfel erreicht zu haben vergisst man nicht mehr!

Herbstwanderung auf das Walser Geißhorn mit Blick zum Biberkopf
Gipfelglück

Dazu bringt uns eine Bergtour ein Stück zurück an den Ursprung. An das Wesentliche. Angesichts der körperlichen Anstrengung und den schönen neuen Bildern, die Schritt für Schritt auf einen einwirken, kann man alle Probleme sprichwörtlich im Tal lassen und die Seele einfach baumeln lassen.

Was ist vor einer Bergtour zu beachten?

Eine Bergtour, besonders in größeren Höhen, sollte niemals spontan und ohne Vorbereitung angetreten werden. Leider wird dies dennoch von Zeit zu Zeit von unerfahrenen Wanderern gemacht und endet dann nicht selten in einem bösen Erwachen. Die Zeitungen und sozialen Medien sind leider zwischenzeitlich voll von Meldungen argloser Gipfelstürmer, die von einem Wetterumschwung überrascht oder aufgrund falscher Planung an ihre körperliche Grenzen gekommen sind.

Denn so schön die Berge sind, so gefährlich können sie auch sein, wenn man ihnen unvorbereitet begegnet. 
Daher gilt es bereits im Vorfeld einige Dinge zu beachten:

Die richtige Kleidung für das richtige Wetter

Vor einer Bergtour muss unbedingt das Wetter genau geprüft werden, um nicht unangenehm überrascht zu werden. Dabei darf nicht der Fehler gemacht werden, nur das Wetter im Tal zu berücksichtigen. Man sollte auch unbedingt auf das Wetter am Gipfel oder entlang der Route achten und offizielle Warnungen sehr ernst nehmen!

Bergmomente
Diese Bergmomente erlebt man am besten gut gekleidet

Ein plötzlicher Abfall der Temperatur oder alleine der kalte Wind an einem exponierten Gipfel kann jederzeit aufkommen. Um für einen kurzen Wetterumschwung gerüstet zu sein, ist gute Kleidung wichtig. Neben passenden Wanderschuhen und einer robusten Hose sollten Sie im Idealfall auch immer eine wetterfeste Doppeljacke tragen. Diese haben ein Innenfutter, welches entnommen werden kann und sind somit gut für jedes Wetter geeignet. Interessant ist, dass Damen in der Regel auf diese Dinge mehr achten. Aber hochwertige Doppeljacken sind auch für die Herren eine gute Idee.

Es gilt das Zwiebelprinzip, so dass man sich bei kalten Verhältnissen Schicht für Schicht wärmer einpacken kann und umgekehrt.


Gewitter in den Bergen
Wenn es doch einmal zu einem überraschenden Wetterumschwung oder gar zu Gewitter kommt, sollte man ein paar Verhaltensregeln kennen und beachten.


Die richtige Planung

Wer sich auf eine Bergtour aufmacht sollte bereits im Vorfeld den Weg im Blick haben. Karten, Bücher oder Blogs, aber auch offizielle Info-Stellen in den Destinationen können dabei helfen einige Dinge bereits im Vorfeld zu klären.

  • Wie lang ist die Tour?
  • Wieviele Höhenmeter sind zu bewältigen?
  • Warten alpine Gefahren auf der Tour?
  • Gibt es Einkehrmöglichkeiten?
  • Kann man die Tour über einen alternativen Weg abbrechen?

Die Beantwortung dieser Fragen hat Auswirkungen auf die Vorbereitung und natürlich auch auf die Ausrüstung und Verpflegung, die man mitnehmen muss.

Zwischen Girenkopf und Heidenkopf
Welche Schwierigkeiten warten auf meiner Bergtour?

Was muss mit auf Bergtour?
Welche Gegenstände auf eine Ein- oder Mehrtagestour im Rucksack sein sollten, kannst Du in unserer Packliste nachlesen. Inklusive Checkliste zum Download.


Richtiges Verhalten

Wie man sich in extremen Wettersituationen verhält, habe ich bereits erwähnt. Aber wichtig ist auch das richtige Verhalten in der Natur. Keine Angst. Das soll kein erhobener Zeigefinger-Beitrag werden. Aber ein paar Dinge sollte man sich immer wieder ins Bewusstsein rufen, da man die Berge nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch anderen Bergbewohnern teilt. Tiere aber auch seltene Pflanzen haben hier ihren Lebensraum. Daher gilt:

  • Auf den Wegen bleiben um Tiere nicht zu stören und um Pflanzen nicht zu zertreten
  • Meide die Dämmerungsstunden 
  • Verhalte Dich ruhig. Lautes Schreien schreckt Tiere auf und ist auch für andere Naturliebhaber störend
  • Nimm Deinen Müll mit zurück ins Tal
  • Respektiere Schutzgebiete
  • Gehe respektvoll mit Alpvieh um und schließe Gatter – siehe auch Verhaltensregeln im Umgang mit Weidetieren

Wenn Du als Neuling im Bergwandern auf den Geschmack gekommen bist, dann stehen Dir deutschsprachigen Raum unzählige tolle Regionen und Touren offen.

Eine Vielzahl findest Du hier auf Bergparadiese.de. Klick Dich durch und stöber in Ruhe durch die schönsten Bergtouren in Deutschland und im Alpenraum und entscheiden dann, wo Deine „Wanderkarriere“ beginnen soll. Ein wichtiger Tipp zum Schluss:

Der Weg ist das Ziel!

Auf dem Gratweg zum Girenkopf
Der Weg ist das Ziel

Bergtouren nach Schwierigkeit

Beim Blick auf das Kartensymbol wirst Du zu Google-Maps weitergeleitet.

 

Folge uns Björn von Bergparadiese.de:

Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

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