Das Gipfelkreuz des Litnisschorfen mit dem schmalen Übergang

Bergtour vom Haldensee auf den Litnisschrofen

Die landschaftlich beeindruckende Bergtour auf den im Gipfelbereich ausgesetzten Litnisschrofen beginnt am Haldensee.

Von dort ist der Aufstieg mit 3,5 Stunden angegeben und als roter Weg markiert. Den Hinweis »Absturzgefahr – Trittsicherheit erforderlich« auf dem Wegweiser sollte man allerdings definitiv ernst nehmen.

Denn »rot« ist der Weg aus meiner Sicht nur bis zur Schulter unter dem Gipfelanstieg. Danach ist es ein, wenn auch kurzer, alpiner Steig. In einigen Tourenbeschreibungen wird er sogar als Klettersteig bezeichnet.

Panoramablick - links die Leilachspitze, mittig der Hochvogel
Panoramablick – links die Leilachspitze, mittig der Hochvogel

Der zieht sich von der Schulter mit einigen Drahtseilen über ausgesetztes Schrofengelände nach oben. Der grieslige Schotter auf dem Fels erhöht die Schwierigkeit, die Rutsch-, und somit die Absturzgefahr. Auf dem Gipfelgrat geht es noch einige Meter etwas luftig und ohne Sicherung zum Gipfelkreuz.

Der Gipfelweg ist innerhalb der SAC-Skala also mindestens mit T3 zu bewerten und sollte nur von erfahrenen Berggehern begangen werden.

Der Rest der Tour, bis zur Schulter, ist ein purer Landschaftsgenuss. Und auch ohne Gipfelanstieg kann man wunderbar bis zur Gräner Ödenalpe wandern.

Aufstieg vom Haldensee zur Gräner Ödenalpe

Am Haldensee-Parkplatz beginnt der gut ausgeschilderte Weg zur Gräner Ödenalpe und zum Litnisschrofen.

Blick auf den Haldensee im Aufstieg Richtung Strindental
Blick auf den Haldensee im Aufstieg Richtung Strindental

Zunächst führt ein breiter Wirtschaftsweg in einer Schleife in Richtung Strindental. Diesen Wegabschnitt ist auch gut mit dem Fahrrad bewältigen, da die Steigung noch sehr moderat ist.

Alternativ kann man auch ein Stück in Richtung der Ortschaft Haldensee wandern und von dort über einen kleinen, deutlich schmäleren Tobelweg aufsteigen. Der mündet schließlich auch in den beschriebenen Aufstiegsweg.

Der schmale Pfad nach Verlassen des Waldes
Der schmale Pfad nach Verlassen des Waldes

Auf etwa 1300 Metern gabelt sich der geschotterte Fahrweg. Während es rechter Hand zur Edenbachalpe und weiter in Richtung Neunerköpfle geht, führt der linke, immer noch breite Weg, weiter zur Gräner Ödenalpe. Nach ein paar hundert Metern endet der Forstweg und es geht an einer kleinen Holzhütte deutlich schmäler nach oben.

Der herrliche Bergpfad führt zunächst durch den Wald und quert kurz nach dem Abzweig zur Nesselwängler Edenalpe (der Abzweig bleibt links liegen) einen kleinen Bach. Es wird steiler.

Nach ein paar Kehren verlässt der Pfad den Wald und führt über eine Alpwiese weiter in das Gebiet der Ödenalpe. Schließlich ist auf einer kleinen Ebene der Fahrweg, der von der Nesselwängler Edenalpe zur Gräner Ödenalpe führt, erreicht.

Blumenwiese vor dem Litnisschrofen, kurz vor der Gräner Ödenalpe
Blumenwiese vor dem Litnisschrofen, kurz vor der Gräner Ödenalpe

Einige hundert Meter später kommt auf dem Verbindungs-Sattel zwischen Litnisschrofen und Krinnenspitze die bewirtschaftete Alpe in Sicht.

Auf dem Weg zur Schulter, unterhalb des Gipfels

Die steilen, abweisenden Schrofenwände des Litnisschrofen sind fast den gesamten Aufstieg über sichtbar. Spätestens ab dem Fahrweg zur Ödenalpe, zeigt sich der Gipfelaufbau in seiner Gänze.

Der Höhenweg in Richtung Schulter des Litnisschrofen
Der Höhenweg in Richtung Schulter des Litnisschrofen
Blick in Richtung Lechtal
Blick in Richtung Lechtal

Kurz vor der Alpe geht es nun rechts ab auf einen Hangweg. Dieser führt, mit tollem Blick in Richtung Lechtal und auf die Lechtaler Berge, zunächst durch Latschen und anschließend auf freiem Gelände am Südhang des Litnisschorfen nach oben.

Südlich zeigt sich die markante Leilachspitze, der höchste Gipfel der Vilsalpseeberge, und weiter im Südwesten prägt der markante Hochvogel das Bergpanorama.

Panoramablick - links die Leilachspitze, rechts hinten der Hochvogel
Panoramablick – links die Leilachspitze, rechts hinten der Hochvogel

Bis zur Schulter steigt der Weg zunächst mäßig, dann immer steiler nach oben. Und spätestens ab der Schulter kann man seine Bergstöcke im oder am Rucksack verstauen. Von nun an ist »Handarbeit« angesagt.

Gipfelanstieg auf den Litnisschrofen

Der Schlussanstieg sollte nur von geübten und erfahrenen Bergsteigern angegangen werden. Zwar unterstützen Drahtseile im Aufstieg durch das steile, teils mit Schotter bedeckte Schrofengelände, es herrscht aber definitiv Absturzgefahr!

Zunächst in einer breite Rinne, dann den Drahtseilen folgend quer in festerem Fels, zieht sich der kurze alpine Steig auf den Rücken des Litnisschrofen. Oben angekommen enden die Drahtseile. Die letzten paar Höhenmeter, wie auch der kurze, nach links und rechts steil abfallende Übergang zum Gipfelkreuz, müssen ohne Hilfsmittel überwunden werden.

Das Gipfelkreuz des Litnisschorfen mit dem schmalen Übergang
Das Gipfelkreuz des Litnisschorfen mit dem schmalen Übergang

Schließlich breitet sich auf dem kleinen Gipfelplateau ein herrlicher Blick in die umliegende Tannheimer Bergwelt im Norden, in die Lechtaler und Allgäuer Berge im Süden.

Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg wie der Aufstieg. Anstelle des Bergpfads unterhalb der Gräner Ödenalpe kann man auch den Fahrweg weiter in Richtung Nesselwängler Edenalpe gehen und von dort wieder zum ursprünglichen Routenverlauf absteigen.


Kombinationsmöglichkeit
Die Tour lässt sich auch mit dem Gipfel der Krinnenspitze und den dortigen Steigen kombinieren.

Karte zur Tour inklusive Höhenprofil

In meinem komoot-Profil kannst Du die Karte zur Tour als GPX Daten herunterladen.

Der Aufstieg ab dem Parkplatz ist mit 3,5 Stunden angegeben. Die Tourenzeit in meinem GPX Track ist einem Speed-Hike-Trainingslauf geschuldet und sollte keine Referenz sein.

Weitere Informationen und Tipps zur Bergtour auf den Litnisschrofen

Einkehrmöglichkeiten
Gräner Ödenalpe, über eine kurzen Abstecher ist auch die Nesselwängler Edenalpe gut erreichbar, außerdem die Tauschers Alm, unmittelbar neben dem Parkplatz.

Parkmöglichkeiten
Parkmöglichkeiten gibt es am Westufer des Haldensee. Tagesticket 6€, 5 Stunden kosten 4€ (nach unten weiter abgestuft; Stand Juni 2022).

Busverkehr
Am Westufer des Haldensee befindet sich auch eine Bushaltestelle. Der Talbus fährt die Haltestelle in regelmäßigen Abständen an. Gäste des Tannheimer Tals nutzen den Talbus kostenfrei mit der Gästekarte: Haltestelle Seeparkplatz, Linie 120 bzw. 123.


Alpine Gefahren

Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Erfahrung im alpinen Gelände sind auf dieser Tour sehr wichtig.

Der schottrige Untergrund im Gipfelbereich erschwert, trotz installierter Drahtseile, nicht nur den Auf- sondern auch den Abstieg. Absturzgefahr ist definitiv vorhanden, daher ist die Bergtour in der SAC-Wanderskala ist die Tour mit mindestens T3 zu bewerten!


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Verantwortungsvoll auf Tour
Verhaltensregeln, die im Grunde selbstverständlich sind…

  • Bleib auf den markierten und ausgeschilderten Wegen
  • Respektiere die ausgewiesenen Schutzgebiete
  • Vermeide Lärm
  • Nimm Rücksicht auf andere Wanderer und Radfahrer
  • Halte Abstand zu Weidevieh und schließe gegebenenfalls Gatter oder Durchgänge wieder
  • Pflücke keine Pflanzen
  • Nimm Deinen Ihren Müll wieder mit
  • Parke nur auf ausgewiesenen Plätzen und nutze wenn möglich den öffentlichen Personennahverkehr
  • Plane Deine Tour nach Deinem persönlichen Können und nimm bei Gruppen Rücksicht auf den Schwächsten
  • Informiere Dich vor Ort über den genauen Wegverlauf, die aktuelle Situation und evtl. Gefahrenstellen
  • Behalte stets das Wetter im Blick und gehe immer mit der korrekten Ausrüstung auf Tour
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Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

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