Skitour auf die Wildspitze

Die Skitour auf die 3774 Meter hohe Wildspitze ist technisch wenig anspruchsvoll. Es ist eher die Höhe die konditionell herausfordernd ist. Hinzu kommen natürlich auch notwendige Kenntnisse für Hochtouren und Gletscherüberschreitungen.

Der höchste Gipfel Tirols und der zweithöchste Gipfel Österreichs. Diese beiden Tatsachen machen die Wildspitze Sommer wie Winter zu einem begehrten Tourenziel. Doch auch wenn die Besteigung mit Tourenski ein vermeintlich leichtes Geländeprofil bereit hält, so ist diese Skitour dennoch nicht für Jedermann geeignet.

Panoramablick vom Gipfel der Wildspitze
Panoramablick vom Gipfel der Wildspitze

Die Höhe von weit über 3000 Metern setzen dem Körper zu. Die Gefahren der Gletscherspalten und auch die oft eisige Aufstieg auf den Gipfel bergen weitere Gefahren. Daher haben wir uns auf unserer Winterbesteigung Unterstützung bei einem professionellen Pitztaler Bergführer gesucht, der nicht nur zur Route selbst, sondern auch zu den unzähligen Gipfeln um uns herum einiges erzählen konnte.

Das findest Du in diesem Beitrag über die Skitour auf die Wildspitze

Vom Skigebiet des Pitztaler Gletscher zur Wildspitze

Die Routenführung ist relativ simpel zu finden. Sie passt sich im Grunde dem einfachsten Geländeprofil an.

An der Bergstation des Gletscherexpress geht es zunächst über die Piste hinunter zur Talstation der Mittelbergbahn. Diese fährt bis kurz oberhab des Mittelberjoch das eine kurze Abfahrt und zwei, drei Höhenmeter zu Fuß später erreicht wird.

Skitour über den Gletscher - hinten die weiße Petersenspitze
Skitour über den Gletscher – hinten die weiße Petersenspitze

Wer ein paar zusätzliche Höhenmeter auf die Skitour packen möchte, der steig ab der Talstation der Mittelbergbahn zu Fuß zum Joch auf. Dafür genügt auch das günstigste Skitourengeher-Ticket.

Am Mittelbergjoch wartet, je nach Schneelage, eine Abfahrt hinunter auf den Gletscher. Wir mussten, wie in den Bildern zu erkennen ist, einige Meter zu Fuß absteigen, bevor wir die letzten Meter auf Skiern meistern konnten.

Nun heißt es Auffellen und los gehts. Zunächst flach, dann über zwei mäßig steile Stufen geht es zunächst südwärts in Richtung Petersenspitze und Hinterer Brochkogel.

Linker Hand türmt sich ein mächtiger Gletscherbruch auf. Und auch die Gletscherspalten rechts der Route sollte man aufmerksam im Blick haben.

Im steileren Aufstieg zum Skidepot
Im steileren Aufstieg zum Skidepot

Unterhalb des Hinteren Brochkogel wendet sich die Route ostwärts. Zunächst noch flach, wird es unterhalb des Mitterkarjoch steiler. Mittels einiger Kehren ist aber auch diese Stufe gut zu meistern, bevor das Skidepot unterhalb des Gipfelanstiegs erreicht ist.

Der Aufstieg auf den 3774 Meter hohen Gipfel

Der Gipfelanstieg vom Skidepot führt gute 100 Höhenmeter am Westgrat der Wildspitze entlang. Nicht allzu ausgesetzt, erfordert der Aufstieg durchaus Trittsicherheit. Je nach Schnee- und Wetterlage sind Steigeisen unbedingt empfehlenswert.

Über teils felsiges, dann wieder mit Schnee und Eis bedecktes Terrain geht es nach oben. Kurz vor dem Gipfel wartet ein kleines Felsband.

Im oberen Bild ist der kurze, felsig und etwas ausgesetzte Teil unterhalb des Gipfel gut zu erkennen. Hier lässt man unnötiges Equipment wie Skistöcke am besten zurück um die Hände frei zu haben.

Das etwa 30 Zentimeter breite Band führt über eine Rampe direkt am Fels hinauf. Nur zwei, drei Meter sind zu überwinden. Mit guten Griffen im Fels, sofern der nicht mit Schnee bedeckt ist.

Anschließend noch ein paar Höhenmeter und das Dach Tirols ist erreicht.

Am Gipfel angekommen
Am Gipfel angekommen
Gipfelpanorama
Gipfelpanorama

Ein einmailg schönes Gipfelpanorama breitet sich aus. Einzig der kalte Wind, der bei unserem Besuch auf dem Gipfel noch einmal auffrischte, mahnte zur Umkehr. Andernfalls könnte man noch länger die Aussicht hier oben genießen.

Wären da nicht die weiteren Tourengeher, die auch ein Stück Ausblick ergattern möchten. Und die letzte Berg- bzw. Talfahrt im Skigebiet.

Der Abstieg vom Gipfel und die anschließende Abfahrt orientiert sich an den Aufstiegsspuren. Unterhalb des Mittelbergjoch heißt es ein letztes Mal Auffellen, bevor es wieder zurück in den gesicherten Skiraum geht.

Letzte Bergfahrt!
Zurück im Skigebiet folgt nach der Pistenabfahrt noch eine Bergfahrt mit der Gletscherseebahn zum Gletscherexpress. Hierzu sollte man sich vor Tourbeginn über den Zeitpunkt der letzten Bergfahrt informieren und die Rückkehr entsprechend planen!

Packlisten

Infos & Links zur Planung

Preise
Als Aufstiegshilfe in das Gletscherskigebiet dient der Pitztaler Gletscherexpress. Hier gibt es ein eigenes Skitourengeherticket an den Kassen der Talstation. Ein Ticket umfasst dabei den Gletscherexpress und die Gletscherbahn, ein anderes zusätzlich die Mittelbergbahn und eignet sich somit für den Zustieg zur Wildspitze.

Zu Akklimatisierung und zum Training lohnt sich ein zusätzlicher Tag im Skitourenpark des Gletschers.


Anreise mit dem PKW
  • Füssen – Fernpass – Imst – Pitztal
  • Garmisch – Zirl – Imst – Pitztal
  • Arlberg – Landeck – Imst – Pitztal
  • Brennerpass – Innsbruck – Imst – Pitztal

Tipp für Wohnmobilfahrer
Am Parkplatz der Pitztaler Gletscherbahn kannst Du Dein Wohnmobil oder Wohnwagen abstellen. Bitte beachte hierfür die rechtlichen Vorgaben seitens der Gletscherbahn sowie des Meldegesetzes.

Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Mit der österreichischen bzw. deutschen Bundesbahn zum Bahnhof Imst. Von dort gibt es regelmäßige Busverbindungen ins Pitztal

Übernachten im Pitztal
Im Pitztal stehen zahlreiche Hotels und Pensionen zur Auswahl. Die Busnutzung ist im Tal gratis mit gültigem Skipass oder Freizeitpass möglich (5€ pro Aufenthalt beim Vermieter; Stand November 2022). 

Schneesituation

Karte zur Skitour inkl. GPX-Download auf Outdooractive.com

Blick vom Skigebiet auf den Aufstiegsweg zur Wildspitze mit Routenführung
Blick vom Skigebiet auf den Aufstiegsweg zur Wildspitze mit Routenführung
Hinweis zur Kartengrundlage: Regelmäßige Leser von Bergparadiese.de werden festgestellt haben, dass für diese Tourendarstellung Outdooractive anstelle von komoot zum Einsatz kommt. Das hängt mit der Höhen- und Streckenangaben zusammen. Ich habe die Tour mit meiner Garmin fenix aufgezeichnet. Trotz des Imports derselben GPX-Datei auf komoot und Outdooractive kamen verschiedene Höhen- und Streckenangaben heraus. Die Daten auf Outdooractive erschienen mir dabei deutlich näher an der Realität, wobei die Routenführung in beiden Systemen natürlich korrekt ausgewiesen wird.
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Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

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