Zuletzt aktualisiert am 2. Juli 2026
Das Hohe Licht (2.651 m) ist der zweithöchste Gipfel der Allgäuer Alpen und zählt zu den beeindruckendsten Bergtouren rund um Oberstdorf. Der anspruchsvolle Aufstieg führt über Einödsbach, die Enzianhütte und die Rappenseehütte bis hinauf auf einen aussichtsreichen Gipfel mit grandiosem Blick über die Allgäuer und Lechtaler Alpen. Die Tour verlangt Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung, belohnt dafür aber mit einer der schönsten Hochgebirgstouren der Region.
Mit rund 18,6 Kilometern Strecke, 1.490 Höhenmetern und einer Gesamtgehzeit von etwa 7,5 Stunden eignet sich die Wanderung auf das Hohe Licht für erfahrene Bergsteiger. Dank der Rappenseehütte lässt sich die Tour außerdem hervorragend als Zweitagestour oder mit weiteren Gipfeln wie dem Biberkopf, der Mädelegabel oder dem Heilbronner Weg kombinieren.
Etwa 10 Kilometer südlich von Oberstdorf befindet sich Einödsbach. Ab dem Parkplatz an der Fellhornbahn ist die Zufahrt in Richtung des kleinen Weilers nur mit einem Bus möglich. Die Strasse ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Daher lohnt es sich durchaus mit dem Fahrrad in die Planung dieser Tour zu integrieren.
Knapp 3 Kilometer lang ist der Weg bis zur Abzweigung in Richtung Rappenalptal. Hier endet auch die Busfahrt. Parallel zur Strasse führt auch ein Schotterweg über den Gasthof Birgsau zu dieser Wegkreuzung. Bis hier verläuft der Weg nahezu eben, dann beginnt er über einen Forstweg etwa 1,5 Kilometer anzusteigen bevor schließlich der Gasthof Einödsbach erreicht ist.
Aufstieg über Einödsbach über die Enzianhütte
Einödsbach ist für sein Panorama berühmt. Die kleine Kapelle, dahinter der Bauernhof und hoch darüber die markante Trettach. Hier zweigt ein Weg in Richtung Bacherloch und weiter auf das Waltenberger Haus ab (siehe auch Bergtour auf die Mädelegabel). Hinter dem Gasthof Einödsbach beginnt der Zustieg über die Petersalpe.

Parallel zur Talsohle des Rappenalptals geht es durch den Wald und teilweise über freie Flächen, bis schließlich die kleine Alpe erreicht ist. Hier beginnt der tatsächliche Aufstieg. In vielen Kehren geht es durch teils dichtes Buschwerk etwa 500 Höhenmeter nach oben, bevor die privat bewirtschaftete Enzianhütte erreicht ist.
Unterhalb des Linkerskopf, einem steilen Grasberg der auch weglos bestiegen werden kann, geht es weiter hinauf zur Rappenseehütte. In der Saison weiß man spätestens beim Anblick des weit sichtbaren Aufstiegs zur DAV-Hütte, ob man alleine oder in größerer Gesellschaft am Gipfel ankommt. Das hat mich bei einem meiner früheren Versuche schon umkehren lassen.
Bis zur Rappenseehütte sind weitere 300 Höhenmeter zu bewältigen, wobei erst die letzten 100 Meter steiler bergauf führen.
Von der Rappenseehütte in Richtung Heilbronner Weg
Will man das Hohe Licht an einem Tag bewältigen, so empfiehlt es sich sehr früh über Einödsbach aufzusteigen. Einerseits aufgrund der Tatsache, dass sowohl Enzian- als auch Rappenseehütte zahlreichen Bergsteigern als Basis für die Begehung des Hohen Lichts oder auch des Heilbronner Wegs dienen, andererseits weil man die Länge der Tour mit gut 5 bis 6 Stunden Aufstieg ab Einödsbach nicht unterschätzen sollte. Und Zeitmanagement ist in den Hochalpen ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. Eine Übernachtung in einer der beiden Hütten macht die Tour natürlich entspannter.
Von der Rappenseehütte geht es nördlich des Rappensees über die letzten Alpwiesen nach oben. Nun beginnt der Fels und das Revier der Steinböcke. Diese kann man aber aus meiner Erfahrung heraus besser auf der Seite des Waltenberger Hauses beobachten. Eine gute Stunde Aufstieg in Richtung der Großen Steinscharte muss man nun einplanen, bevor die Abzweigung zum Gipfel erreicht ist.
Auf dem Gipfel des Hohen Licht
Linker Hand geht es zum Heilbronner Weg, Steinschartenkopf und Bockkarkopf. Rechts stiegt der Felsenweg ein letztes Mal 100 Höhenmeter an, bevor schließlich dieser grandiose Aussichtsgipfel auf über 2.500m Höhe erreicht ist.
An schönen Tagen scheint der Panoramablick unendlich zu sein. Im Norden der Grünten, im Westen der Biberkopf und der Widderstein. Nordöstlich grüßen die Mädelegabel und der Große Krottenkopf. Und im Süden: Gipfel soweit das Auge reicht!
Der Rückweg erfolgt auf demselben Weg bis Einödsbach, wo hoffentlich das Bike steht und die letzten Kilometer bis zum Parkplatz rollend genossen werden können.
Die Bergtour auf das Hohe Licht lässt auch bestens mit anderen Gipfel kombinieren. Nutzt man die Rappenseehütte als Basislager, so kann man beispielsweise auch noch den Biberkopf besteigen, oder auch den Heilbronner Weg begehen. In diesem Fall könnte man auch über das Waltenberger Haus nach Einödsbach absteigen.
Karte zur Bergtour auf das Hohe Licht
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Absturzgefahr ist definitiv vorhanden, daher ist die Bergtour in der SAC-Wanderskala ist die Tour mit T3 zu bewerten!

