Der Aussichtsbalkon auf dem Petit Mont Bonvin

Von Colombire über die Bisse de Tisttoret zum Petit Mont Bonvin

Colombire ist kleiner Weiler etwas oberhalb von Crans Montana. Er beherbergt neben einem beliebten Ausflugslokal ein Restaurant, ein Ökomuseum und bietet Übernachtungsmöglichkeiten in einem alten, wieder aufgebauten Maiensäss. Er ist Ausgangspunkt zu dieser Bergtour über die Bisse de Tisttoret auf den Petit Mont Bovin.

Der Weiler Colombire
Der Weiler Colombire mit den kleinen Häusern die man mieten kann

Entlang der Bisse de Tisttoret

Am Weiler von Colombire beginnt diese Tour, die nach ein paar Metern über eine asphaltierte Strasse das Ökomuseum und das Ausflugslokal erreicht. Vorher kommt man an den kleinen Häusern aus Holz und Stein vorbei, in denen man auch übernachten kann.

Dann beginnt die entspannte Wanderung an der Bisse de Tisttoret.

Auf der Bisse Tisttoret
Auf der Bisse Tisttoret

Ohne großen Höhenunterschied geht es entlang des Bewässerungskanal dahin. Mal im schattigen Wald, dann wieder über freie Alm- und Weideflächen bis zur Alpage de Sex, einem weiteren Ausflugslokal bzw. einer Alm entlang dieser Route.

Historische Wasserversorgung
8 sogenannte Suonen (Bissen) gibt es in der Region. Zu den bekanntesten Suonen zählen die Tisttoret-Suone und die Ro-Suone. Suonen sind, ähnlich der Waalwege in Südtirol, alte Kanäle, über die in früheren Zeiten das wertvolle Nass zur Bewässerung der Weiden, Weinberge und Obstplantagen von entfernten Quellen ins Tal geleitet wurde.

Heute sind sie für Wanderer eine wunderbare Gelegenheit die Naturlandschaft aus einer ganz eigenen Perspektive zur erkunden und in einen Teil der Geschichte des Wallis einzutauchen. Die Bisse du Ro liefert dabei spannende Aus- und Tiefblicke auf einem teils abenteuerlichen Weg! Die Bisse de Tisttoret hingegen ist ein sehr gemütlicher Wanderweg der, ohne den Aufstieg zum Petit Mont Bonvin, auch ein Tipp für einen wunderschönen Familienausflug ist.

Aufstieg ins Tal der Tièche mit Blick zum Matterhorn

An der Alpage de Sex beginnt der Wanderweg kurz über ein paar Stufen zu steigen, bevor er abermals nahezu ebenerdig in Richtung eines weit sichtbaren Wasserfalls führt. Bis zu diesem Wasserfall wäre die Tour auch für einen kleinen Ausflug mit Kindern sehr gut geeignet.


Radfahren & Mountainbiking
In und um Crans Montana gibt es zahlreiche Radrouten. An der Bergbahn Cry d’Er gibt es zum Beispiel auch einen Bikepark auf dessen Route man rasant ins Tal fahren kann.

Die Wege an der Bisse de Tirsttoret sind allerdings für Fahrradfahrer gesperrt!


Erst jetzt geht es am Wasserfall deutlich steiler hinauf. Es beginnt der alpinere Bereich der Tour. Zwar ist es zunächst ein breiter Almweg der nach Querung des Bachs über satt-grüne und mit Blumen übersäte Wiesen nach oben führt, bald aber zweigt links ein Bergpfad ab. Der führt aussichtsreich in das Hochtal unterhalb des knapp 3000 Meter hohen Trubelstock.

De Blick nach hinten sollte man dabei nicht außer Acht lassen. Schließlich schiebt sich dort, wenn auch in ungewohnter Gestalt, einer der »berühmtesten Schweizer« in den blauen Himmel über dem Wallis: das Matterhorn.

Begleitet vom Pfeiffen zahlreicher Murmeltiere geht es oberhalb der Tiéche in das weite, durch und durch grüne Tal. Die Tiéche ist der Bach, der die Bisse de Tisttoret speist.

Mit etwas Glück zeigt sich sogar der König der Lüfte während er seine Kreise zieht.

Beim Beobachten hilft auch ein installiertes Fernrohr, in dessen Optik die Namen der Berggipfel am Horizont eingraviert sind. Diese kostenfreien Ferngläser findet man an vielen Wegen und Orten rund um Crans Montana.

Herrliche Blumenwiesen am Wasserfall der Tièche
Herrliche Blumenwiesen am Wasserfall der Tièche

Am Talschluss wartet noch ein weiterer beeindruckender Wasserfall, der vom etwas höher gelegenen Schwarzhornpass ins Tal rauscht. An dessen Ende zieht sich der Weg nun wieder deutlich nach oben in Richtung Mont Bonvin.

Ein direkter Zustieg von hier führt aber nicht auf den »großen Bruder« unseres heutigen Ziels. Auch dieser lässt sich nur ab der Bergstation im Skigebiet bezwingen.

Aufstieg zum Petit Mont Bonvin (2412m)

Die weiten, grünen Wiesen weichen mehr und mehr den grauen Schotterfeldern die sich unterhalb des Mont Bonvin talwärts ziehen. Hier schiebt sich der nun steinige Pfad über ein, zwei Rinnen den Berg hinauf in Richtung der Liftstationen des Skigebiets von Crans Montana.

Die steil abfallenden Hänge zur Linken sind dabei nicht minder beeindruckend wie das kleine Felsenfenster oberhalb oder der sich wieder ausbreitende Blumenteppich, kurz vor Erreichen der Bergstation.

Kurz vor der Bergstation am Petit Mont Bovin
Kurz vor der Bergstation am Petit Mont Bovin

Die Bergstation liegt nahezu identisch zum Petit Mont Bonvin auf 2400 Metern Höhe.

Über eine kleine Senke in der Verbindung zwischen Mont Bonvin und Petit Mont Bonvin geht es nun num finalen Anstieg auf unseren Aussichtsbalkon.

Die letzten Meter zum Gipfel
Die letzten Meter zum Gipfel

Kurz vor dem Gipfel wartet ein felsiger, teils abschüssiger Weg auf den Felsblock. Dabei stellt der lose Schotter auf dem felsigen Untergrund die größte Herausforderung dar.

Auf die leichte Schulter sollte man diesen kurzen Steig dennoch nicht nehmen. Schließlich fallen die Wände des Berges steil und in Richtung Tiéche auch sehr tief ins Tal. Trittsicherheit ist für diesen Wegabschnitt definitiv Voraussetzung.

Oben wartet dafür ein Panoramablick der seines Gleichen sucht!

Blick vom Petit Mont Bonvin zurück ins Tal der Tièche
Blick vom Petit Mont Bonvin zurück ins Tal der Tièche
Der Aussichtsbalkon auf dem Petit Mont Bonvin
Der Aussichtsbalkon auf dem Petit Mont Bonvin

Rückweg nach Colombire

Der Rückweg zum Weiler Colombire ist einfach. Nach dem Abstieg vom Petit Mont Bonvin geht es zunächst über die Wiesen des Skigebiets von Crans Montana. Anschließend wartet ein breiter Wirtschaftsweg.

Diesen immer linker Hand folgend geht es zu den Almweiden oberhalb des Ökomuseums und weiter hinunter zur Bisse de Tisttoret. Die letzten Meter führen auf dem bereits bekannten Aufstiegsweg zurück nach Colombire.

Und auch auf diesem vermeintlich einfachem Abstieg findet sich immer noch eine herrliche Blütenpracht am Wegesrand!

Blumenpracht
Blumenpracht auf der Bergtour zum Petit Mont Bonvin

Karte zur Tour auf den Petit Mont Bovin

Tipps zur Tour

Anfahrt & Parken

Die Anfahrt bis Colombire ist ab Crans Montana gut ausgeschildert. Kostenfreie Parkplätze stehen unterhalb des Museums zur Verfügung.


Besichtigung
In den Sommermonaten kann man das Ökomuseum Colombire täglich besichtigen und einen Einblick in das Leben der Bergbauern gewinnen. Davor und danach nur an den Wochenenden. Zwischen 10 und 17 Uhr finden einstündige Führungen statt.


Einkehrmöglichkeit
Einkehrmöglichkeiten gibt es am Ökomuseum Colombire und an der Alpage du Sex an der Bisse de Tisttoret.

Schwierigkeit
Bis zur Alpage de Sex handelt es sich um einen einfachen Wanderweg der Kategorie T1 in der SAC-Skala. Anschließend großteils T2, mit kurzen Abschnitten T3, vor allem im letzten Teil des Aufstiegs zum Gipfel des Petit Mont Bonvin.

Unterkünfte
Für diese Tour haben wir eine Nacht in einem Maiensäss bei Colombire verbracht. Ein sehr empfehlenswertes Erlebnis.

Ein Maiensäss (wörtlich Maiensitz) bezeichnet in der Schweiz den Wohnsitz zu dem die Älpler im Mai gehen, bevor sie auf die Alp ziehen.

Bei Colombire wurden 5 alte Maiensäss eingerichtet, bzw. von anderen Orten gesichert und wieder aufgebaut. Ein sechstes kommt gegen Ende 2022 hinzu. Diese kleinen Häuser kann man für eine oder mehrere Übernachtungen buchen.

Der Weiler Colombire
Der Weiler Colombire und eine der Hütten, die als Unterkunft buchbar sind

Mehr Wandertipps
Weitere Tipps zur Wandervielfalt rund um Crans Montana findest Du hier.

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Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

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