Vallée Blanche – die wichtigsten Infos zur legendären Freeride-Tour am Mont Blanc

Zuletzt aktualisiert am 8. Mai 2024
  • Gesamtlänge: 13,7 Kilometer (je nach Routenwahl auch länger)
  • Höhenmeter bergab: 1.995 Meter
  • Höhenmeter bergauf: 0 Meter
  • höchster Punkt: 3.842m
  • Dauer: 2-4 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • beste Jahreszeit: Januar & Februar, je nach Bedingungen & Schneelage ist die Tour von Weihnachten bis April möglich
  • ️Einkehrmöglichkeiten: Réfuge du Requin und am Ende der Abfahrt bei Montenvers
  • Ausrüstung: Skitourenausrüstung und komplette Hochtouren-Ausrüstung, ausreichend Proviant und Wasser, Sonnenschutz, Smartphone für Notrufe, Notfall-App, Karte, Erste-Hilfe-Ausrüstung
FAQ

Wie schwer ist die Vallée Blanche?

Um das Vallée Blanche in in ganzen Zügen genießen zu können, ist ein Skiniveau auf der schwarzen Piste und Erfahrung im Pulverskifahren erforderlich.

Ist die Vallée Blanche eine Skitour?

Nein. Bei der Vallée Blanche handelt es sich um eine Freeride-Abfahrt im Gletschergebiet unterhalb des Mont Blanc. Aufstiege sind nicht erforderlich.


Das Vallée Blanche, das „Weiße Tal“, befindet sich zwischen Chamonix im Westen und Courmayeur im Osten. Es ist ein weites Gletscherbecken durch das die beeindruckende, gleichnamige Freeride-Tour führt. Ein legendäre Skiroute auf der französischen Seite des Mont Blanc Massiv.


Die Vallée Blanche ist einer jener klangvollen Namen, die jeder Freerider und Skitourengeher kennt. Und sie ist ein Muss für alle Freunde der gepflegten Off-Pist-Abfahrten. Solange es sie noch gibt, denn das Mer de Glace am Ende der Route nimmt von Jahr zu Jahr ab.

Die Hochgebirgsabfahrt ist je nach Schneebedingungen von Januar bis April möglich. Sie führt durch atemberaubende Schnee- und Eislandschaften, vorbei an Gletscherbrüchen und Gletscherspalten und bietet Dir nicht nur puren Skigenuß, sondern auch einen beeindruckenden Blick auf die Bergwelt des Mont Blanc Massiv.

Ich habe die Vallée Blanche im März besucht. In diesem Tourenbericht findest Du die wichtigsten Infos zur Tour, Tipps und nützliche Links.

Alle wichtigen Informationen zur Vallée Blanche

Die Télépherique de l’Aiguille du Midi
Die Télépherique de l’Aiguille du Midi

Ausgangspunkt Aiguille du Midi

Zu Beginn steht erst einmal die Auffahrt von Chamonix mit der Bergbahn auf dem Programm. Denn vom höchsten Punkt, der Aiguille du Midi, geht es über den Glacier du Tacul und das Mer de Glace hinunter nach Montenvers.

Die beiden Großkabinenbahnen bringen Dich in zwei Sektionen von Chamonix auf 3.842 Metern Höhe. Gerade in den Morgenstunden und bei guten Bedingungen drängen sich zahlreiche Freeride-Fans am Eingangsbereich von Chamonix. Die Stimmung gleicht fast einem Rockkonzert. Und im Gesicht jedes Einzelnen kann man die Vorfreude auf die bevorstehenden Stunden sehen.

Blick auf den Abstieg in Richtung Startplatz
Blick auf den Abstieg in Richtung Startplatz
Aiguille du Midi
Die Aiguille du Midi ist eine markante Felsnadel, deren höchste Punkt auf 3.842 Metern Höhe liegt.

Vom 2.800 Meter tiefer gelegenen Chamonix aus gesehen, steht die Sonne um 12 Uhr über der Spitze. Daher auch der Name.

1955 wurde die Seilbahn „Télépherique de l’Aiguille du Midi“ eröffnet, an deren Ende die zweithöchste Bergstation Europas wartet.

Mit dem Ticket, das Du aufgrund der dynamischen Preisgestaltung am besten online buchst, reservierst Du Dir gleich einen Platz in einer der Kabinen. Sobald Deine Nummer auf der großen Anzeigetafel über dem Eingang erscheint, gelangst Du in den Eingangsbereich und von dort in die Kabinenbahn.

Der Mont Blanc von der obersten Aussichtsplattform auf der Aiguille du Midi
Der Mont Blanc von der obersten Aussichtsplattform auf der Aiguille du Midi
Blick vom höchsten Punkt auf den Zustieg und den ersten Hang
Blick vom höchsten Punkt auf den Zustieg und den ersten Hang

Für Freerider gibt es spezielle Tickets, die einerseits die Auffahrt beinhalten, andererseits auch den späteren Rückweg mit der Zahnradbahn von Montenvers nach Chamonix.

Auf der Aiguille du Midi angekommen lohnt sich noch der Ausblick von einer der Plattformen, bevor es los geht.

Im Inneren des Bergs heißt es dann Gurtzeug und Steigeisen anlegen, bevor es über den nordöstlichen Grat zum Startpunkt der Tour geht. Früh in der Saison ist der Abstieg „auf Messers Schneide“ eine Herausforderung, da die Spuren noch nicht tief und teils noch keine Fixseile angebracht sind.

Über den nordöstlichen Grat zum Startpunkt der Tour
Über den nordöstlichen Grat zum Startpunkt der Tour

Die Freeride-Tour nach Montenvers

An unserem Tourentag war das mit Hilfe der Steigeisen gar kein Problem. Nur angesichts des herrlichen Wetters und der schlechten Bedingungen an den vorangegangenen Tagen waren wir nicht die Einzigen, die sich auf den Weg gemacht haben.

Aber Dank meines Guides David haben wir schon kurz nach dem Startpunkt die Einsamkeit und Weite der Gletscherlandschaft genießen können, und auch noch ein paar herrlich unverspurte Hänge gefunden. Einer der vielen Vorteile, wenn man mit einem ortskundigen Skibergführer unterwegs ist.

Unsere Route hat uns rechts am Gros Rognon vorbeigeführt
Unsere Route hat uns rechts am Gros Rognon vorbeigeführt

Nach einer kurzen, steileren Kante geht es zunächst über das flache Terrain der Vallée Blanche dahin. Hier trennen sich oft schon die verschiedenen Abfahrtsrouten, je nach Gruppe, Guide und Können. Der Gletscher des Vallée Blanche zweigt vor dem Gros Rognon links ab. Wir haben den 3.536 Meter hohen Gipfel südlich passiert, um so in die großteils noch unversorgten Hänge des Glacier du Géant einzufahren.

Dann ging es nicht allzu steil in nördlicher Richtung zu den Séracs du Géant, einem nicht ungefährlichen Gletscherbruch, dessen Rand man nicht zu nahe kommen sollte.

Kurz vor dieser Steilstufe stößt auch die erstgenannte, nördlich um den Gros Rognon führende Route wieder hinzu. Diese ist etwas steiler als unsere Variante.

Die beeindruckende Hochgebirgskulisse - hinten der Mont Blanc du Tacul
Die beeindruckende Hochgebirgskulisse – hinten der Mont Blanc du Tacul
Meine Empfehlung
Geführte Tour

Auch wenn die Wegfindung und die Tour selbst relativ einfach anmutet, so empfehle ich dennoch die Tour mit einem erfahrenen Guide zu unternehmen.

  • Vorteil 1: er kümmert sich um die Organsiation der Tickets und das Buchen der Kabinen
  • Vorteil 2: er kann Dir nicht besten Spots und Abfahrten zeigen, auch wenn mal etwas mehr los ist
  • Vorteil 3: er kennt das Gelände aus dem FF und weiß um die Gefährlichkeit an den Randzonen der Gletscherbrüche
  • Vorteil 3: die Ausrüstung für die Gletscherabfahrt wie Gurt, Karabiner und Co. bringt er gleich mit

Ein Stück links unserer Route befindet sich das Réfuge du Requin. Die Schutzhütte ist von Mitte Januar bis Mitte Mai und von Mitte Juni bis Anfang September bewirtschaftet und bietet auch Übernchtungsmöglichkeiten nach vorheriger Reservierung.

Über den Glacier du Tacul geht es schließlich auf das sehr flache Mer de Glace, wo die Freeride-Tour gemütlich in Richtung Montenvers ausgleitet.

Trotz vieler Freerider haben wir immer wieder schöne, freie Hänge gefunden
Trotz vieler Freerider haben wir immer wieder schöne, freie Hänge gefunden
Séracs du Géant
Séracs du Géant
Bei guter Sicht und den entsprehcenden Ortskenntnissen lassen sich die Gletscherspalten gut umfahren
Bei guter Sicht und den entsprehcenden Ortskenntnissen lassen sich die Gletscherspalten gut umfahren

Wir haben unterwegs noch Stop an einer beeindruckenden Eishöhle gemacht, wo sich auch ein paar Kletterer an den blau-schimmernden Wänden versucht haben. Einer der vielen geheimen Orte und Tipps, die den Vorteil einer geführten Tour wiedergeben.


Orientierung im Gelände
Die Abfahrt durch das Vallée Blanche und über das Mer de Glace nach Montenvers ist weder markiert noch präpariert oder gesichert.

Bei schlechter Sicht kann die Orientierung sehr schwierig sein! Nicht zuletzt deshalb sollte diese Tour nie alleine gefahren werden!


Unterhalb von Montenvers endet die beeindruckende Vallée Blanche.
Von dort bringt Dich eine Kabinenbahn hinauf zum Bahnhof. Dort geht es mit der Zahnradbahn wieder zurück in die Zivilisation.

Das schmelzende Mer de Glace von der Kabinenbahn bei Montenvers gesehen
Das schmelzende Mer de Glace von der Kabinenbahn bei Montenvers gesehen
Mit der Zahnradbahn geht es zurück nach Chamonix
Mit der Zahnradbahn geht es zurück nach Chamonix
Ende der Skiroute

In der Vergangenheit konnte man direkt bis Chamonix abfahren. Bei sehr guten Schneeverhältnissen ist das auch heute noch teils möglich.

Meist aber endet die Tour unterhalb von Montenvers. Aufgrund des enormen Gletscherrückgangs der letzten Jahre wurde im Dezember 2023 eine neue Gondelbahn errichtet, die Freerider und Besucher der dortigen Eishöhle über die felsige Steilstufe vom Mer de Glace nach oben transportiert.

Doch bereits heute muss man, um die untere Station zu erreichen, einige Eisentreppen vom Gletscher aus nach oben überwinden.

Karte zur Tour

Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von Outdooractive. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf den Button unten. Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Packlisten

Für die Vallée Blanche benötigst Du neben Kenntnissen im Off-Pist-Fahren und Gletscher-Erfahrungen auf jeden Fall

  • LVS-Gerät
  • Sonde
  • Schaufel
  • Klettergurt
  • Steigeisen
  • Seil

Da für die normale Route kein Aufstieg vorgesehen ist, benötigst Du keine Felle.

Anreise & Übernachtung

Anreise mit dem Zug
Aus Frankreich und aus der Schweiz kommend ist Chamonix sehr gut mit dem Zug zu erreichen.

Das ist in den Wintermonaten auch meine Empfehlung.

Über Bern kommst Du beispielsweise bequem durch den Lötschbergtunnel ins Rhonetal und anschließend nach Martigny. Dort steigst Du in den Mont Blanc Express um und erreichst mit einmal umsteigen an der Grenze schließlich den Bahnhof von Chamonix. Schon die fahrt mit dem Mont Blanc Express ist ein Erlebnis!


Spartipp

In der Schweiz kannst Du im Bereich der SBB ein Spartagesticket buchen. Das ist oft deutlich günstiger wie herkömmliche Tickets und gilt auf allen Strecken und Zügen der SBB.

Zudem entfällt die Zugbindung, auch wenn Du bei der Buchung Deine Strecke zunächst angeben musst.


Anreise mit dem PKW
  • Von Frankreich aus kommst Du über die Autobahn A40 und anschließend über die N205 nach Chamonix Mont Blanc.
  • Über die Schweiz geht es auf der Autobahn E27 nach Montreux am Genfersee und weiter bis Martigny. Über den Col de la Forclaz und den Col des Montets erreichst Du schließlich Chamonix.
  • Von Turin in Italien kommend nimmst Du die E25 nach Courmayeur und fährst anschließend durch den Mont-Blanc-Tunnel (gebührenpflichtig) nach Chamonix.

Übernachtung
In Chamonix findest Du zahlreiche Hotels und Unterkünfte.

Von der Pension über die Ferienwohnung bis hin zum Hotel.

Bei meinen beiden Aufenthalten in Chamonix Mont Blanc war ich einmal im Hotel Plan B untergebracht und einmal im traditionsreichen Hôtel Pointe Isabelle. Das Pointe Isabelle ist sehr zentral gelegen und bietet auch Abendessen an.

Wenn Du aber schon einmal in der französischen Alpenstadt bist, solltest Du Dir das vielfältige kulinarische Angebot in den zahlreichen Cafés und Restaurants nicht entgehen lassen.


Einkehrtipps

Linksammlung

Immer wieder neue Touren

Du willst keinen Beitrag mehr verpassen? Dann abonniere Bergparadiese.de per Email und erhalte automatisch alle neuen Beiträge und Tourentipps (diesen kostenfreien Service kannst Du jederzeit wieder abbestellen).

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke mehr von Bergparadiese.de

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen