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Kellenspitze am Morgen

Köllenspitze (Metzenarsch), 2238m

Köllenspitze, Kellenspitze oder Metzenarsch. Garstig-karstig. So präsentiert sich der Gipfelbereich der Köllenspitze.

Für die Köllenspitze gibt es verschiedene Namen. Der „Metzenarsch“ war nicht nur in früheren Zeiten bekannt für Steinschlag. Daher auch das Bildnis im Namen. Als hochherrschaftlicher Besuch ins Tal kam, wurde er kurzer Hand umbenannt. So ist es zumindest überliefert.

Aufstieg zum Gimpelhaus

Die Tour über das Gimpelhaus ist aber, zumindest bis zur Nesselwängler Scharte ein Traum! Los geht es am Wanderparkplatz zwischen Haller und Nesselwängle im Tannheimer Tal. Der Aufstieg über das Gimpelhaus ist identisch zur Tour auf die Rot Flüh.

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Aufstieg zum Gimpelhaus am Morgen
Aufstieg zum Gimpelhaus am Morgen

Über einen geteerten Wirtschaftsweg geht es zum Einstieg in Richtung Gimpelhaus, auf Höhe der Kirche von Nesselwängle. Nach ein paar Metern über einen Waldpfad führt zunächst ein breiter Forstweg gemächlich nach oben. Am Ende des Forstwegs führt ein schöner und sehr guter Pfad stbeil nach oben. Zwischen den Ästen blitzt dann und wann der Haldensee hindurch. In Serpentinen geht es schnell nach oben. Der Wald lichtet sich und das massige Gimpelhaus mit seiner Panorama-Lage kommt in Sicht.

Aufstieg zum Gimpelhaus mit Blick zum Haldensee
Aufstieg zum Gimpelhaus mit Blick zum Haldensee

Am Gimpelhaus vorbei steigt der Weg sanfter aber immer beständig bergan. Über Wurzeln und Felsen geht es zur Abzweigung in Richtung Rot Flüh. Mit Erreichen der Baumgrenze beherrscht der mächtige Gimpel die Szenerie. Ein breites Kar führt linker Hand zu dessen Normalweg und auf die Rot Flüh.

Panorama unterhalb der Kellenspitze
Panorama unterhalb der Köllenspitze
Vorsicht Steinschlag - Blick auf die Rot Flüh
Vorsicht Steinschlag – Blick auf die Rot Flüh

Zur Nesselwängle Scharte

Der Weg in Richtung der Nesselwängler Scharte führt gerade aus. Zunächst über eine Wiese, dann über tiefschottrige Serpentinen, geht es in Richtung der Felswand an deren Fuße sich zahlreiche Gemsen beobachten lassen. Ein Warnschild weist auf den teilweise massiven Steinschlag hin: „Ab hier nur noch mit Helm“!

Der beschrieben Weg zur Köllenspitze bedarf zwar kein Klettersteig-Set (Sicherungen gibt es ohnehin keine), ein Helm ist jedoch durchaus ratsam. Das Klettersteig-Set würde man für den Weg über den sehr schweren Klettersteig benötigen. Nicht nur wegen der Querung unterhalb der Felswand, sondern auch für den späteren Verlauf des Wegs im Gipfelbereich.

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Blick in Richtung Nesselwängler Scharte und Haldensee
Blick in Richtung Nesselwängler Scharte und Haldensee

Unter der Wand geht es rechter Hand weiter nach oben. Zur Nesselwängler Scharte hin flacht der Weg deutlich ab. An einer weiteren Felswand gabelt sich der Weg rechts in Richtung „Klettersteig“ auf die Köllenspitze, links der vermeintlich einfachere Weg, sowie der Abstieg in Richtung Otto-Mayer-Hütte.

Im Linksbogen geht es auf den höchsten Punkt der Scharte in Richtung Gimpel und kurz danach (umbeschildert) nach rechts ab zur Kellenspitze. Von hier an gehen die Bergstöcke im Weg um. Über schmale Pfade im Gras, aber gut markiert, geht es wieder steiler nach oben. Die grimmige Nordwand der Kellenspitze fällt steil in Richtung Raintal ab. Nach einigen Serpentinen endet der Weg scheinbar abrupt.

Der finale Aufstieg auf die Köllenspitze

Die Markierungen sind aber deutlich zu erkennen. Die Schlüsselstelle ist erreicht. In einem kleinen Kamin geht es ohne künstliche Sicherung, wie Drahtseil oder Tritte, einige Meter nach unten. Unten wird der Weg sehr schottrig und absolute Trittsicherheit ist angesagt. Nach ein paar Metern bergab beginnt der finale Aufstieg zum Gipfel.

Schlüsselstelle vor dem letzten Aufstieg zur Kellenspitze
Schlüsselstelle vor dem letzten Aufstieg zur Kellenspitze

In engen Kehren geht es auf sandig-schottrigem Untergrund abermals steil nach oben. Die Markierung des Weges ist sehr gut, was darauf hindeutet, dass es hier wirklich darum geht, genau auf dem Weg zu bleiben. Vorsicht ist zudem geboten, da das Gestein mitunter sehr brüchig ist, wodurch jeder Halt genau überlegt werden sollte.

Aufstieg zur Kellenspitze mit Rinne
Aufstieg zur Köllenspitze mit Rinne

Kurz vor dem Grat schwenkt der Weg links ab und führt zu einer Rinne, die durchklettert werden muss, bevor es auf dem rauen Fels zum Gipfel geht. In diesem gesamten letzten Aufstieg ist einerseits der Helm hilfreich, andererseits sollte man hinsichtlich des brüchigen Fels auf Nachfolgende Acht geben.

Der Rückweg zum Parkplatz erfolgt auf demselben Weg über das Gimpelhaus.

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Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

3 Antworten

  1. Benny

    Habe heute diese Tour gemacht. Ich kann nur allen raten, wie vom Autor schon betont, unebdingt einen Helm mitzunehmen. Als ich unterhalb des Kamins war, hat eine Herde von 6 Gemsen einen ordentlichen Steinschlag losgetreten!

    Ansonsten:
    Top Tour bei bestem Wetter. Den weg bis zum Gimpelhaus konnte ich auf Grund der vielen Leute, die man überholen musste, nicht wirklich genießen. Am besten man macht die Tour unter der Woche. Oberhalb des Gimpelhauses wirds dann ruhig, da die wenigsten zur Kellenspitze wollen.

  2. Bernhard

    Die beschriebene Tour habe ich im August 2016 an einem Samstag bei bestem Bergwetter gemacht. Trotzdem waren auf diesem Normalweg fast keine Bergsteiger unterwegs. Die Aussicht von diesem Gipfel lohnt wirklich die Mühe.
    Ein Helm auf dieser Route ist auch meiner Meinung nach Pflicht.
    Der Tourenbeschreibung möchte ich noch einen kleinen Hinweis anfügen: Im oberen Teil des Kamins ist der Fels ziemlich „speckig“. Obwohl mir dies von einigen anderen Beschreibungen bereits bekannt war, bin ich auf dem Rückweg beim Ausstieg aus dem Kamin abgerutscht. Da die Stelle zum Glück nicht ausgesetzt ist, ging das Ganze glimpflich ab.
    Ansonsten: Sehr gute Tourenbeschreibung mit tollen Bildern!

    • Björn

      Hallo Bernhard, vielen Dank für Deinen Beitrag. Der Sache mit dem Helm pflichte ich voll und ganz zu. Gerade zu Beginn, wenn man nach dem Gimpelhaus den Weg Richtung Rot Flüh verlässt und unterhalb der Wand quert. Viele Grüße, Björn

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