VORSICHT! Neuschnee!
Worauf es zu achten gilt

Bad Heilbrunn, 10. Januar 2023 · Neuschnee in den Alpen: In einigen Regionen sind die ersten, langersehnten Flocken bereits gefallen, in Richtung Wochenende stehen weitere Schneefälle bevor. Die geradezu frühlingshafte Wetterlage verabschiedet sich zugunsten einiger winterlicher Tage. Der Verband Deutscher Berg-und Skiführer e.V. (VDBS) rät allen Skibegeisterten dazu, sich vom Neuschnee nicht zu unbedachten Aktionen verleiten zu lassen.


Die Wetterlage aus Wind, schwankenden Temperaturbereichen und je nach Region reichlich Neuschnee verspricht ein erhöhtes Gefahrenpotential. Vor dem Hintergrund der bislang schneearmen Skisaison, und der damit verbundenen Sehnsucht nach Schneetagen, rät der VDBS zur Zurückhaltung. Lawinenlageberichte und Wetterdienste sollten unbedingt konsultiert, im Zweifel eine von einem erfahrenen Bergführer geleitete Tour in Betracht gezogen werden.

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Verband Deutscher Berg- & Skiführer e.V. warnt vor Übermut und Leichtfertigkeit

Neuschnee in den Alpen: Worauf es zu achten gilt


1. Schneelage wie im November

Viele Bereiche der Alpen sind schneefrei oder nur mit sehr wenig Schnee bedeckt. Es handelt sich um eine Schneedecke, die üblicherweise im November zu erwarten wäre, konstatiert der VDBS.

Die erwarteten Neuschneefälle können den bislang fehlenden Schnee nicht gänzlich ersetzen und überdecken Hindernisse wie Steine, Zäune oder Büsche nur unzureichend. Sie sind schwer zu erkennen, können aber trotzdem noch zu schweren Stürzen führen.

2. Fragwürdiger Schneedeckenaufbau

Dort, wo eine geschlossene Schneedecke liegt, ist ihr Aufbau oft instabil. In mittleren Höhenlagen hat sich oft eine Harschkruste gebildet, die eine gefährliche Unterlage für den Neuschnee darstellt und Lawinen begünstigen kann.

In Hochlagen ist der Schneedeckenaufbau ebenfalls oft schwach. Durch die insgesamt niedrige Schneehöhe können in normalen Wintern tief eingeschneite Schwachschichten an zahlreichen Stellen von Wintersportlern gestört werden.

Diese Gefahrenstellen werden durch den erwarteten Neuschnee überschneit und sind somit nur schwer erkennbar.

3. Lawinenlageberichte und Wettervorhersagen prüfen

Der VDBS rät dringend dazu, die örtlichen Lawinenlageberichte zu studieren und auch die Wettervorhersage im Blick zu behalten

Wer mit der Interpretation der Lawinenlageberichte nicht sattelfest ist, sollte unbedingt einen entsprechenden Kurs besuchen. Zahlreiche Bergschulen bieten hier auch kurzfristig noch freie Plätze.

Die geprüften Bergführer des VDBS sind Experten, wenn es um die Einschätzung schwieriger Wetterlagen geht. Ein weiterer Pluspunkt: sie kennen sich in »ihren Gebieten« bestens aus und können wertvolle Tipps zu Touren und regionalen Besonderheiten geben.

4. Eigenes Wissen auffrischen

Wer sein Wissen begleitend dazu online auffrischen möchte, erhält mit dem Ortovox Safety Academy Lab Snow ein geballtes Informationspaket.

Die digitale Wissensplattform bietet hochwertige Inhalte rund um das Thema Lawinenkunde, die in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Berg-und Skiführer (VDBS) sowie Sicherheits- und Erste-Hilfe-Experten jetzt komplett überarbeitet wurden.

Die Inhalte sind kurzweilig und anschaulich gestaltet und über das Smartphone einfach abrufbar.

5. Abwarten und Schongebiete meiden

Natürlich gelten auch bei diesen Witterungsverhältnissen die Verhaltensregeln des naturverträglichen Skitourengehens. Heißt nicht nur die Schongebiete der Wildtiere zu meiden, sondern auch die Bereiche, wo die Schneedecke keinen ausreichenden Schutz von jungen Bäumen, Sträuchern, aber auch Wiesenflächen bietet.

Im besten Fall einfach noch etwas abwarten, bis sich die widrigen Verhältnisse verbessert haben, genügend Schnee gefallen, und die Lawinenlage eine sichere Skitour zulässt.

Über den VDBS: Sicherheit und Vertrauen, Partnerschaftlichkeit und Umweltverantwortung: Das sind die Werte, die der Verband Deutscher Berg-und Skiführer e.V. (VDBS) schützen und an die nächste Generation weitergeben will. Als Berufsverband 1969 gegründet, schafft er dafür die optimalen Rahmenbedingungen und repräsentiert die alpine Elite Deutschlands. ZurSeilschaft zählen rund 700 staatlich geprüfte Berg-und Skiführer,Bergwanderführer und Kletterlehrer, darunter bekannte Bergsteigergrößen wie die Huber Buam, Dörte Pietron oder Sigi Hupfauer. Zum Team gehören die „klassischen“ Bergführer als alpine Tausendsassas, aber auch hochspezialisierte Experten wie fürs Klettern oder Canyoning. Und weil dieZiele und Visionen grenzenlos sind, vertritt der VDBS die Interessen seinerMitglieder auch in der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV / UIAGM). Denn nicht nur in Deutschland ist er zentraler Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Themen Bergsport, Führung und Sicherheit.

 

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