Zuletzt aktualisiert am 13. November 2024
- Länge der Tour: etwa 200 Höhenmeter Klettern
- Dauer: 1,5 Stunden (zuzüglich Zu- und Abstieg)
- höchster Punkt: 479m
- Zustieg: 30 Minuten
- Abstieg: 1 Stunde
- Schwierigkeitsgrad: 3
- Ausrüstung: PSA, Expressschlingen, Bandschlingen, Seil – für die Sicherung auf dieser Tour muss man selbst sorgen, es gibt keine technischen Hilfsmittel wie Drahtseile, Bohrhaken oder ähnliches
Die Via del 92° Congresso führt unweit von Arco auf den Monte Baone. Die Route ist kein Klettersteig. Es handelt sich vielmehr um eine meist leichte Kletterei bis in den III. Schwierigkeitsgrad (UIAA). Ungesichert und mit nur wenigen eingeschlagenen Haken geht es teils sehr luftig nach oben.
Leichte Klettertour auf den Monte Baone
Die Tour mit ihren tief abfallenden Wänden ist teils stark ausgesetzt, bietet dafür einen herrlichen Blick über Arco in Richtung Gardasee. Mittels Seil, Klettergurt, Expressen und Bandschlingen kann man sich an den schwierigen Stellen selbst sichern.
Ab und zu finden sich auch alte eingeschlagene Haken und Seile die in Sanduhren geknüpft wurden.
Die Schwierigkeiten im Verlauf der Tour steigern sich vom I. bis in den III. Schwierigkeitsgrad (UIAA).
Es besteht definitiv Absturzgefahr! Für die Sicherung auf dieser Tour muss man selbst sorgen! Es gibt keine technischen Hilfsmittel wie Drahtseile oder ähnliches.
Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Kletterfähigkeiten bis in den III. Schwierigkeitsgrad sind Voraussetzung!
Zustieg zum Einstieg in die Via del 92° Congresso
Der Beginn dieser Tour befindet sich oberhalb des Klettergebiets »Placche di Baone«, zwischen Laghel und Chariano.
Von Arco aus kann man somit entweder zunächst in Richtung Laghel gehen und dann am Parkplatz oberhalb des botanischen Gartens links abzweigen, oder zunächst in westlicher Richtung nach Chariano.
Von dort geht es durch das Örtchen bergauf in die Olivenhaine (siehe auch Mountainbiketour zum Rifugio San Giovanni) und bald scharf rechts ab zum Klettergebiet und weiter zum Einstieg in die Via del 92° Congresso.
Auf beide Varianten kann man auch mit dem Mountainbike hinauffahren. Während sich die Auffahrt aus Richtung Chariano auf breiten asphaltierten und Kopfsteinpflaster-Wegen steil nach oben zieht, ist die die zweite Auffahrt durchschnittlich flacher. Allerdings führt sie kurz vor dem Einstieg ein Stück auf einem schmaleren, unbefestigten Wanderweg hinauf.
Beginn der Klettertour
An einem Edelstahlkasten, wenige Meter von den Treppenstufen, die ebenfalls in Richtung Monte Baone führen, beginnt an einem kleinen Mäuerchen der Aufstieg.
Zu Beginn wechseln sich leichte Kletterei im I-er-Bereich und Gehgelände über Wasserrillenplatten ab.
Es geht auf einem breiten Felsrücken hinauf. Bereits hier zeigt sich schon der herrliche Blick über Arco und weiter nach Süden zum Gardasee.
Die Markierungen im Verlauf der Tour sind teils blau, teils rot, dann wieder rot-weiß, oft aber verblasst. Im ersten Teil geht es hinauf zu einer Scharte mit einer markanten Pinie. Hier teilen sich die Markierungen.
Der anspruchsvollere Weg führt nun rechter Hand, direkt an der Felskante weiter nach oben, während es links ab deutlich einfacher und parallel nach oben geht. Ohnehin lassen sich im Verlauf der Klettertour die schwierigsten Stellen meist linksläufig umgehen.
Auf der Via del 92° Congresso zum Monte Baone
Der nun immer ausgesetztere Weg führt rechts an der Pinie vorbei und auf die Felskante zu.
Zunächst in leichter Kletterei kommt bald eine erste Schlüsselstelle (III-), bevor es wieder leichter wird. Über ein kurzes Stück Gehgelände geht es zu einer steilen Stufe.
Hier befindet sich die 2. Schlüsselstelle. Der steile Aufschwung erfordert Kraft. Zwar startet man von einem breiten, sicheren Stand, die steile Wand drückt aber etwas nach außen. Hier befindet sich (Stand September 2022) ein kurzes Fixseil mit Knoten. Das ist allerdings etwas in die Jahre bekommen und wirkt daher wenig vertrauenswürdig. Auch wenn es im Grunde gut hält, empfehlen sich doch die vielen guten Griffe im Fels.
Die schwierigste Kletterei ist nun überstanden. Eine weitere Herausforderung für die Nerven wartet allerdings noch im oberen Bereich.
Zunächst geht es kurz schattig, dann wieder unter freiem Himmel über griffige Wasserrillenplatten nach oben.
Die Aussicht auf Arco, wie auch der Tiefblick werden immer beeindruckender, während sich die Tour auf einen großen Pfeiler zubewegt. Hier kommt von unten eine Plaisir-Kletteroute nach oben.
Hinter dem Pfeiler geht es zunächst ein kurzes Stück in leichter Kletterei unter den Bäumen weiter, bis die Nerven ins Spiel kommen.
Die folgende plattige, bandähnliche Querung ist zwar nur einige Meter lang, dafür aber sehr abschüssig. In dem Riss unter der überhängenden Wand sind ein paar Haken eingeschlagen. Die Griffe fallen, im Vergleich zur übrigen Tour, deutlich dünner aus.
Auch wenn die Wand in die Olivenhaine von Arco nicht direkt abfällt und sich ein paar Meter unter dieser Querung noch ein breiter, felsiger Absatz befindet, erfordert die Passage doch etwas an Mut.
Der folgende steile Aufschwung in einem Riß fühlt sich geradezu einfach an.
Nun liegen die schwierigsten Stellen tatsächlich hinter uns. Die Markierungen führen in der Folge zwar noch einmal etwas exponiert an den Rand der Felsen, aber hier kann man alternativ auch etwas weiter innen und somit weniger ausgesetzt gehen.
Der wirklich letzte, etwas steilere Aufschwung geht über eine griffige, gestufte Passage nach oben. Mittels Spreizschritt mit guten Griffen und Tritten. Dann schließen sich in der Folge ein zwei Minuten Kletterei über leicht geneigte Wasserrillenplatten an, bevor das Ende der Via del 92° Congresso erreicht ist.
Abstieg zurück zum Ausgangspunkt
Die Klettertour endet nicht direkt am Gipfelkreuz. Bis dorthin müssen noch ein paar wenige Höhenmeter überwunden werden.
Wer nicht bis ganz zum Kreuz aufsteigen möchte, kann bereits jetzt, den roten Markierungen folgend in südwestlicher Richtung absteigen.
Zunächst noch über scharfkantige Felsbrocken bergab, geht es bald auf einem gut sichtbaren Pfad nahezu ebenerdig durch den Wald.
Kurz nach einem Strommast zwickt links der weitere Abstiegsweg ab. Durch teils dichtes Buschwerk geht es bald über steile Platten parallel zur Stromtrasse nach unten. Pfadspuren, aber auch ein dünnes Drahtseil weisen den Weg.
Schließlich ist der Wanderweg oberhalb des Klettergebiets »Placche di Baone« erreicht. Links ab geht es mit immer noch tollem Blick in Richtung Gardasee zunächst flach, dann in steilen Kehren und schließlich über Treppenstufen hinunter zum Ausgangspunkt.
Dieser Abstiegsweg ist zugleich der leichtere Aufstieg zum Monte Baone, den Du unter Infos & Tipps verlinkt findest.
Ein mitunter steiler und schmaler Pfad führt schnell durch den Wald hinunter auf die Fahrstrasse und von dort zurück nach Arco.
Zunächst weisen weisen rote Markierungen auf den Felsen den Weg zum Gipfel des Monte Baone. Dann beginnt der Abstieg durch den Wald. An der ein oder anderen abschüssigen Stelle benötigt man die Hände zur Unterstützung. Schließlich folgt ein deutlich einfachere Bergpfad der auf die Strasse nach Laghél führt.
Dort trifft man auf den vom Colodri kommenden Abstieg und wandert durch die Olivenhaine unterhalb der Burg von Arco zurück. In der Altstadt endet die Tour bei einem kräftigen Espresso und einem kühlen Getränk.
Karte und Topo zur Klettertour über die Via del 92° Congresso
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Tipps & Infos rund um diese Tour
Bei unserem ersten Besuch der Via del 92° Congresso haben wir den Einstieg an der markanten Pinie verpasst und sind parallel zur eigentlichen Route aufgestiegen. Die GPX-Daten hierzu findest Du in meinem komoot-Profil.
Beide Routenführungen haben dennoch eines gemein: es besteht Absturzgefahr!
Der Monte Baone kann auch auf einer noch einfacheren Route bestiegen werden. Oberhalb des Klettergebiets Placche di Baone führt ein steiler Steig über Platten in den Wald, von wo es anschließend zu dem Aussichtsgipfel mit dem markanten Kreuz geht.