Sole e Pioggia – Plattenkletterei bei Dro

Zuletzt aktualisiert am 12. April 2024
  • Länge der Touren: bis 500m
  • Dauer der Touren: 2,5 bis 4 Stunden (zuzüglich Zu- und Abstieg)
  • Zustieg: 10 Minuten
  • Abstieg: 25 Minuten
  • Schwierigkeitsgrad: 3 – 5
  • Ausrüstung: PSA, Sicherungsgerät, bis zu 10 Expressschlingen, Bandschlingen für Baumstände und Sanduhren, 60 Meter Seil

Wenn Du Deine Kletterschuhe bei Arco schnürst, kommst Du an Plattenkletterei kaum vorbei. Wie die Placche di Baone, so eignet sich auch die Lastoni di Dro, die »weite Platte im Wald«, um erste Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen im Plattenklettern, mit Wasserrillen und ebenso mit Mehrseillängentouren.


Wenn Du von Norden auf Arco zufährst, fällt die Lastoni di Dro auf der östlich gelegenen Seite der Sarca, direkt ins Auge. Die  »weite Platte im Wald«, die auch als »Lastroni di Varin« bezeichnet wird, befindet sich in der Nähe der Ortschaft Dro.

Vier verschiedene Mehrseillängen führen auf den sonnendurchfluteten Wasserrillenplatten nach oben. Ein Umstand, der um die Mittagszeit für durchaus »heiße Touren« sorgt. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad nie über V heraus.

Die große Wand im zweiten Drittel der Tour Sole e Pioggia
Die große Wand im zweiten Drittel der Tour Sole e Pioggia

Zwischen 8 und 9 Seillängen liegen je nach gewählter Route vor Dir. Die sind Hakenabstände teilweise sehr weit. Und im Sonnenlicht sind diese teilweise auch schwer zu erkennen. Daher lohnt es sich die Topo genau zu studieren.

Der »Weg der Alpenveilchen«, »Sonne und Regen«, »die Dritte Dimension« oder »die erste Lektion für die Füße« heißen die Routen, die sich östlich von Dro über die Platten nach oben ziehen. Auf italienisch hört sich das Ganze natürlich viel schöner an.

Die weite Platte im Wald – Plattenkletterei bei Dro

  1. Via dei Ciclamini
  2. Sole e Pioggia
  3. Dimensione Terzo
  4. La Prima Lezione per i Piedi

An der Wand sind diese Routen von links nach rechts angelegt, wobei sich »die Dritte Dimension« am Ende mit »Sonne und Regen« vereinigt.

»Die erste Lektion für die Füße« ist die einfachste Tour im Quartett. Wie die anderen drei Routen führt sie 300 Meter über Platten und teilweise durch Buschwerk nach oben. Sowohl Bohrhaken wie auch natürliche Sanduhren dienen der Sicherung.

In der Topo ist die Route mit einem Schwierigkeitsgrad von bis zu III angegeben.

Blick aus der Wand in Richtung Monte Colt und Ceniga
Blick aus der Wand in Richtung Monte Colt und Ceniga

Die anderen drei Routen warten mit Schwierigkeiten bis V auf und unterscheiden sich in erster Linie im Einstieg. Im Mittelteil durchqueren alle Routen parallel zueinander die große, offene Wand.

Für unseren ersten Besuch der Lastoni di Dro haben wir uns »Sole e Pioggia« ausgesucht. Die Route ist im Kletterführer »Arco Plaisir« als vielleicht schönste Tour ausgewiesen. Die Routenführung ist tatsächlich abwechslungsreich und führt mit wechselnden Schwierigkeiten nicht in direkter Linie nach oben. Sie schlängelt sich im unteren Bereich um das Buschwerk herum. Erst im zweiten Drittel geht es in der Diretissima nach oben, wobei die Neigung der Platten durchaus moderat ist. Alles in allem eine gute Übung für Reibungskletterei.

Den im Kletterführer beschriebenen »aufrechten Gang« in den ersten Seillängen und Querungen habe ich bei mir allerdings nicht nachvollziehen können. Aber ein großer Fan von Platten- und Reibungskletterei werde ich wohl auch nicht mehr.

Dennoch: die Klettertour über die »weite Platte im Wald« macht definitiv Spaß und ist, auch angesichts der durchaus geringen Frequenz an der Wand, ein guter Überungsplatz für den Standplatzbau und die ersten Mehrseillängen.

Der teils steile Rückweg durch den Wald
Der teils steile Rückweg durch den Wald

Abgeseilt wird übrigens nicht. Der Rückweg erfolgt auf einem schmalen, steilen Waldpfad. Der umgeht die Wand vom Ausstiegspunkt in südlicher Richtung und führt wieder hinunter zu den Anseilplätzen.

Topo Lastoni di Dro

Die Topos zu den vier unterschiedlichen Routen, inklusive Angabe der Seillängen, etc. findest Du auf Bergsteigen.com. Für unsere Klettertouren rund um Arco haben wir uns zusätzlich den Kletterführer »Arco Plaisir« angeschafft, der ebenfalls die Topos und einige Bilder bereit hält. Allerdings liegt die Bewertung der Schwierigkeit in diesem Kletterführer etwas niedriger.

Infos zur Plattenkletterei bei Dro

Anfahrt und Parken
Von Arco kommend geht es auf der SS45 zunächst in Richtung Dro und dann weiter auf der Verbindungsstrasse SP84 in Richtung Drena.

Noch bevor die Radroute und auch der Zustieg zum Klettersteig Rio Sallagoni rechts über die Plantagen abzweigt, geht es ebenfalls rechts auf einem Wirtschaftsweg zu einem kleinen Hof.

Vor dem Hof rechts ab ist bald ein großer Strommast mit einer Freifläche erreicht. Dort kannst Du das Fahrzeug abstellen und zu Fuß in Richtung eines Steinbruchs gehen.


Zustieg zum Anseilplatz
Ab dem Parkplatz erreichst Du in gut 20 Gehminuten die Einstiege in die einzelnen Routen. Links neben dem Steinbruch führt ein schmaler, teils steiler Pfad in den Wald.

Die Einstiege liegen teils oberhalb des eigentlichen Wegs und sind etwas schwer zu finden. Aber die Platten schimmern schon bald durch den Wald und können im Grunde nicht verfehlt werden.


Empfohlene Ausrüstung
Neben Deinem persönlichen Kletterequipment mit Helm, Gurt, Schuhen und Sicherungsgerät werden für die Kletterrouten

  • bis zu 10 Expressschlingen
  • Bandschlingen für Baumstände und Sanduhren
  • sowie ein 60 Meter Seil

empfohlen. ACHTUNG! Für die Dimensione di Terzo benötigst Du ein 70 Meter Seil um den 6. Standplatz zu erreichen (siehe Topo)!

Da lohnt es sich definitiv die eigenen Bandschlingen zu verwenden
Da lohnt es sich definitiv die eigenen Bandschlingen zu verwenden

Lesetipp:
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