Sommer, Sonnenschein und freie Tage: Für viele Bergfreunde gibt es kaum etwas Schöneres als eine ausgedehnte Wanderung oder Bergtour in den Alpen. Doch gerade an besonders heißen Tagen sollte man die Belastung durch Sonne und hohe Temperaturen nicht unterschätzen. Was im Tal noch angenehm erscheint, kann am Berg schnell zur Herausforderung werden.
Der Deutsche Alpenverein e.V. (DAV) weist deshalb darauf hin, dass Bergtouren im Sommer eine angepasste Planung erfordern. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich auch warme Tage sicher genießen.

Warum Hitze bei Bergtouren schnell zum Problem werden kann
Während des Aufstiegs arbeitet der Körper ohnehin auf Hochtouren. Kommen hohe Temperaturen hinzu, steigt die Belastung zusätzlich an. Flüssigkeitsverluste durch Schwitzen, intensive Sonneneinstrahlung und lange Anstiege können zu Kreislaufproblemen führen.
Erste Warnsignale sind häufig Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme oder Übelkeit. Wer diese Symptome ignoriert, riskiert im schlimmsten Fall eine ernsthafte Hitzeerschöpfung oder sogar einen Hitzschlag.
Deshalb gilt: Auf den eigenen Körper hören, rechtzeitig Pausen einlegen und die Tour gegebenenfalls verkürzen.
Bergtouren im Sommer richtig planen
Gerade an heißen Tagen beginnt die Sicherheit bereits bei der Tourenplanung. Der DAV empfiehlt, möglichst früh aufzubrechen und die kühlen Morgenstunden zu nutzen.

Anstrengende Passagen lassen sich so bereits absolvieren, bevor die Sonne ihre volle Kraft entfaltet. Besonders angenehm sind zudem Routen durch Wälder, entlang von Bächen oder auf schattigen Nordhängen.
Wer flexibel ist, sollte die Mittagshitze zwischen etwa 11 und 16 Uhr möglichst meiden und diese Zeit lieber für eine längere Hüttenpause nutzen.
Dazu gehören Empfehlungen zur Tourenplanung, zum Verhalten bei Hitze, zum Sonnenschutz sowie zur Einschätzung von Wetter- und Gewitterrisiken. Gerade bei hohen Temperaturen lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Sicherheitstipps des DAV.
Sonnenschutz gehört zur Pflichtausrüstung
Viele Wanderer unterschätzen die Intensität der UV-Strahlung im Gebirge. Mit zunehmender Höhe steigt auch die Belastung durch die Sonne deutlich an.
Eine hochwertige Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sollte deshalb genauso selbstverständlich im Rucksack sein wie eine Sonnenbrille mit UV-400-Schutz. Ergänzend empfiehlt sich eine leichte Kopfbedeckung sowie atmungsaktive Kleidung, die Schultern und Arme schützt.
Besonders auf langen Graten oder oberhalb der Baumgrenze gibt es oft kaum Möglichkeiten, der Sonne auszuweichen.
Ausreichend trinken ist entscheidend
Eine der häufigsten Ursachen für Beschwerden bei Bergtouren im Sommer ist Flüssigkeitsmangel.
Wichtig ist, regelmäßig zu trinken und nicht erst dann, wenn bereits Durst entsteht. Besonders bei längeren Touren empfiehlt es sich, ausreichend Wasser oder leicht gesüßte Getränke mitzunehmen.

Wer stark schwitzt, verliert neben Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe. Deshalb kann es sinnvoll sein, Getränke mit Elektrolyten oder entsprechende Nahrungsergänzungen einzuplanen.
Gewittergefahr an heißen Sommertagen
Hohe Temperaturen bringen häufig noch eine weitere Herausforderung mit sich: Gewitter.
Gerade an schwülen Sommertagen können sich am Nachmittag innerhalb kurzer Zeit kräftige Gewitterzellen bilden. Deshalb sollte der Wetterbericht bereits bei der Tourenplanung genau geprüft werden. Wer früh startet, reduziert nicht nur die Belastung durch die Hitze, sondern minimiert gleichzeitig das Risiko, in ein Sommergewitter zu geraten.
Wie Du ein aufziehendes Gewitter in den Bergen erkennst und wie Du Dich im Fall der Fälle richtig verhältst, liest Du in unserem Ratgeber Gewitter.
Was tun bei Kreislaufproblemen?
Treten Schwindel, Übelkeit oder andere Anzeichen einer Überhitzung auf, sollte sofort reagiert werden.
Der DAV empfiehlt:
- Tour unterbrechen
- Schatten aufsuchen
- Flüssigkeit zuführen
- Körper kühlen
- bei schweren Symptomen Hilfe holen
Besonders ein Hitzschlag kann lebensbedrohlich werden und erfordert schnelles Handeln.
Bergtouren im Sommer bewusst genießen
Sommerliche Temperaturen müssen kein Grund sein, auf Bergerlebnisse zu verzichten. Wer früh startet, ausreichend trinkt, auf Sonnenschutz achtet und die Wetterentwicklung im Blick behält, kann auch an warmen Tagen großartige Touren erleben.

Oft sind es gerade die frühen Morgenstunden, in denen die Berge ihre besondere Stimmung zeigen: klare Luft, ruhige Wege und die ersten Sonnenstrahlen auf den Gipfeln. Mit etwas Planung werden Bergtouren im Sommer so nicht nur sicherer, sondern häufig sogar besonders eindrucksvoll.

