Drei Bergseen, weitläufige Almflächen, Zirbenwälder und darüber die sanften Gipfel der Nockberge. Mitten drin: die Turracher Höhe. Im Sommer kannte ich die Region aufgrund der tollen Radtouren rund um die Nockalmstraße. Im Winter hatte ich hier bereits einmal auf meiner Skitour durch die Nockberge Station gemacht. Jetzt wollte ich herausfinden, wie gut sich die Region für einen aktiven Familienurlaub eignet. Und zwar nicht nur zum Wandern.
Rund um die Kornockbahn hat sich in den vergangenen Jahren ein kleines, aber abwechslungsreiches Bikegebiet entwickelt. Pumptracks und einfache Übungsstrecken gehören ebenso dazu wie längere Trails vom Berg zurück ins Tal. Und wenn das Mountainbike einmal Pause hat, bringen die Bergbahnen Wanderer bequem auf knapp 2.200 Meter.
Für uns war die Mischung entscheidend: Mountainbiken, Wandern und ein paar entspannte Stunden in unserem Chalet mitten im Wald. Gerade mit Kindern hat sich dabei ein großer Vorteil der Turracher Höhe gezeigt: hier liegen viele spannende Erlebnisse erstaunlich nah beieinander.
Die Turracher Höhe liegt zwischen Kärnten und der Steiermark
Die Turracher Höhe liegt auf 1.763 Metern unmittelbar an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark. Das Hochplateau wird von Turracher See, Schwarzsee und Grünsee geprägt. Rundherum erstrecken sich weite Almflächen und große Zirbenbestände. Alles eingebettet in die sanften Bergkuppen der Nockberge. Klingt gut? Ist es auch.

Denn diese Landschaft unterscheidet sich deutlich von den schroffen Kalkbergen, die wir aus den Allgäuer Alpen oder beispielsweise vom Wilden Kaiser kennen. Aber genau das macht diese Region für Familien so spannend. Denn die Wege und Trails bieten zahlreiche Möglichkeiten, ohne dass es permanent hochalpin oder technisch schwierig werden muss. Gleichzeitig finden aber auch sportlichere Wanderer und erfahrenere Mountainbiker genügend Möglichkeiten für längere Touren.
Genau diese Mischung haben wir bei unserem Besuch auf der Turracher Höhe ausprobiert. „Wandern, Mountainbiken und Naturgenuss auf der Turracher Höhe“.
Transparenzhinweis: Zu dieser Recherche wurden wir eingeladen, was keinen Einfluss auf unsere Berichterstattung und die redaktionelle Freiheit dieses Beitrags hat.
Mountainbiken auf der Turracher Höhe
Der Schwerpunkt unseres ersten Tages lag auf dem Bike. Und unser Schwerpunkt auf den Vorderrädern unserer Mountainbikes, die wir beim Downhill an der Kornockbahn ausprobieren wollten.

Direkt an der Talstation der Kornockbahn befindet sich die Trail Area. Neben Pumptrack und Technikstrecken beginnen hier die Möglichkeiten, sich langsam an das Fahren auf Trails heranzutasten.
Unsere Bikes haben wir uns bei der Bikeschule Huskys ausgeliehen, ebenfalls direkt an der Talstation. Das war daher praktisch, da wir direkt von unserer Unterkunft zu Fuß zum Shop gewandert sind. Bike holen, Schutzausrüstung anziehen und losfahren. Und zwar eine komplette Schutzausrüstung inklusive Brustschutz, Beinschienen und Fullface-Helm.
Das Trail-Angebot der Turracher Höhe richtet sich dabei nicht nur an erfahrene Mountainbiker. Übungs- und Techniktrails ermöglichen auch Kindern und Anfängern den Einstieg. Wer sich mit Trails und dem Mountainbiken im Gelände nicht wirklich auskennt, kann an der Bikeschule auch individuelle Kurse buchen und lernen, wie man richtig bremst, sicher in Kurven einfährt oder die ersten Sprünge meistert. So vorbereitet wartet dann der Kornock Flowtrail darauf „erobert zu werden“.
Lieber vorher einen Kurs besuchen, als im Nachgang ein Sturzproblem zu haben.
Mit der Kornockbahn nach oben
Statt die Höhenmeter selbst zu treten, übernimmt zunächst die Kornockbahn den Aufstieg. Oben angekommen geht es auf dem Bike wieder talwärts. Der bequeme Aufstieg darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Abfahrt auch einiges an Kraft, Koordination und Konzentration fordert!

Der Kornock Flowtrail ist offiziell als blauer Trail eingestuft. Die Strecke ist damit grundsätzlich auch für Familien interessant, sofern die Kinder bereits sicher auf einem Mountainbike unterwegs sind und erste Erfahrungen auf Trails gesammelt haben.
Und obwohl der Name „Flowtrail“ schon viel über den Charakter verrät, ist die Strecke keineswegs langweilig. Kurven, Wellen und immer wieder kleinere spielerische Elemente wechseln sich ab. Dazwischen öffnen sich Ausblicke auf den Turracher See und die umliegenden Nockberge. Uns hat es auf jeden Fall riesig Spaß gemacht, die knapp 400 Höhenmeter ins Tal zu sausen.
Unsere Runde auf dem Kornock Flowtrail
Auf unserer aufgezeichneten Runde kamen inklusive der Verbindungen im Bikegebiet 5,32 Kilometer und genau 380 Höhenmeter bergab zusammen. Die reine Fahrzeit ins Tal betrug gut eine halbe Stunde.
Der erste Part ist in der Tat wunderschön flowig. Im mittleren Abschnitt kommen dann auch ein paar steilere und engere Kurven dazu, die schon mehr fahrerisches Können abverlangen, bevor es wieder entspannt weiter ins Tal geht.
Natürlich bleibt es selten bei einer Abfahrt. Gerade mit Kindern ist das Schöne an einem solchen Bike-Tag, dass man nicht zwingend eine lange Tour absolvieren muss. Nach jeder Abfahrt kann man neu entscheiden, ob es noch einmal nach oben geht oder lieber eine Pause am See wartet.
Wer noch keine Trail-Erfahrung hat, sollte zunächst die Übungs- und Technikbereiche an der Talstation nutzen oder am besten einen Kurs bei der Bikeschule Husky in Anspruch nehmen. Helm und entsprechende Schutzausrüstung gehören für uns auf jedem Trail ohnehin dazu.
Alle Details zur Abfahrt, Schwierigkeit und den Trail-Tickets findest Du in meinem Tourentipp zum Kornock Flowtrail.
Wandern auf der Turracher Höhe: auf den Rinsennock
Weil die Turracher Höhe sich nicht nur zum Biken eignet, sondern auch zum Wandern und für Bergtouren, haben wir am nächsten Tag die Mountainbikes gegen Wanderschuhe getauscht. Unser Ziel war der 2.334 Meter hohe Rinsennock.
Der Gipfel stellt die höchste Erhebung rund um die Turracher Höhe dar. Und die Wanderung ist ein schönes Beispiel dafür, wie einfach sich hier auch mit Kindern ein Gipfelerlebnis planen lässt.

Mit der Kornockbahn lässt sich der Aufstieg deutlich verkürzen. Unsere Wanderung auf den Rinsennock führte von der Bergstation über den 2.334 Meter hohen Gipfel noch ein Stück weiter zu einem aussichtsreichen Steinmandl. Insgesamt kamen so nur gut drei Kilometer und 160 Höhenmeter im Aufstieg zusammen.
Tourendaten unserer Rinsennock-Wanderung
Wenn Du die kurze Gipfeltour selbst gehen möchtest, findest Du in meiner Wanderung auf den Rinsennock den genauen Wegverlauf, die Tourenkarte und alle wichtigen Informationen zur Tour.
Alternativen: von drei Seen bis zur langen Bergtour
Natürlich muss es nicht immer auf einen hohen Gipfel gehen. Eine der einfachsten Möglichkeiten, die Turracher Höhe kennenzulernen, ist der 3-Seen-Weg. Die etwa 7,5 Kilometer lange und mit rund zwei Stunden angegebene Runde verbindet Turracher See, Schwarzsee und Grünsee. Dabei führt der Weg unter anderem durch die wunderschönen Zirbenwälder des Hochplateaus. Und wer deutlich länger unterwegs sein möchte, findet ebenfalls genügend Möglichkeiten.

Als längere Alternative wurde uns die Lieblingstour des „Almbutlers“ empfohlen. Sie führt zunächst über den 3-Seen-Weg zum Schwarzsee und anschließend durch das Weitental in Richtung Engeleriegel und Weitentalsattel. Von dort lässt sich mit dem 2.208 Meter hohen Schoberriegel noch ein weiterer Gipfel einbauen. Über die Gruft und die Våstlhütte führt die Runde schließlich über Hochkaser, Karlhütte und Grünsee zurück zur Turracher Höhe.
Mit 18 Kilometern, rund 700 Höhenmetern und knapp sechs Stunden Gehzeit ist das allerdings eine ganz andere Hausnummer als unsere kurze Rinsennock-Wanderung.
Was uns hier oben besonders an den Tourenmöglichkeiten gefallen hat, ist die Bandbreite. Du kannst morgens spontan zu einer kleinen Runde aufbrechen oder einen kompletten Tag in den Nockbergen verbringen.

Von Juni bis Oktober stehen geführte Wanderungen und verschiedene Naturerlebnisse auf dem Programm. Das reicht von Sonnenaufgangstouren und Wanderungen durch die Hochmoorlandschaft bis zu gemeinsamen Gipfeltouren und weiteren Aktivitäten wie Bogenschießen.
Für Gäste der teilnehmenden Butler-Betriebe ist das Wochenprogramm kostenlos. Wer individueller unterwegs sein möchte, kann mit „Rent a Butler“ sogar einen persönlichen Almbutler für ein eigenes Bergerlebnis buchen.
Alm Butler Card – Bergbahnen inklusive
Ein Punkt, der einen Aktivurlaub auf der Turracher Höhe deutlich einfacher macht, ist die Alm Butler Card. Wer in einem teilnehmenden Butler-Betrieb übernachtet, bekommt mit der Gästekarte verschiedene Leistungen und Vorteile. Für unsere Touren war vor allem die Nutzung der Bergbahnen interessant.

Sowohl die Kornockbahn als auch die Panoramabahn konnten wir kostenlos nutzen. Das eröffnet gerade für Familien viele Möglichkeiten und schont zugleich den Geldbeutel.
Statt jeden Höhenmeter selbst zurücklegen zu müssen, lassen sich Wanderungen in der Höhe planen. Und auch abseits der individuellen Touren gibt es ein umfangreiches Programm. Im Sommer werden beispielsweise geführte Wanderungen und weitere Aktivitäten mit den Almbutlern angeboten.
Für Wanderer besonders interessant: Kornockbahn und Panoramabahn sind für Gäste der Butler-Betriebe inklusive. Hinzu kommen verschiedene Angebote aus dem Wochenprogramm.
Gerade für einen Familienurlaub lohnt es sich deshalb, bei der Wahl der Unterkunft darauf zu achten, ob die Alm Butler Card enthalten ist.
Das Familien-Highlight Nocky Flitzer
Nach der Wanderung darf es auch einmal etwas weniger sportlich sein. Wobei „gemütlich“ den Nocky Flitzer nicht unbedingt richtig beschreibt. Die Alpen-Achterbahn startet an der Panoramabahn und saust auf einer 1,6 Kilometer langen Strecke durch den Zirbenwald hinunter. Dabei werden fast 200 Höhenmeter überwunden. Kurven, Kreisel, Brücken und Wellen sorgen dafür, dass die Fahrt nicht nur bei Kindern gut ankommt und uns allen ein großes Grinsen ins Gesicht gezeichnet hat. Der ein oder andere Freudenschrei während der Abfahrt inklusive.
Für uns war das auf jeden Fall der passende Abschluss nach unserer Wanderung und den Mountainbike-Trails.
Wohnen im Zirbenchalet mitten im Wald
Mindestens genauso wichtig wie die Aktivitäten war für uns die Unterkunft. Wir haben in einem der Ferienhäuser von ALPS RESORTS gewohnt. Unser Chalet lag mitten im Wald und hatte vier Schlafzimmer, eine große Sonnenterrasse, eine finnische Sauna und einen Indoor-Whirlpool.
Gerade für einen Familienurlaub ist diese Art der Unterkunft angenehm. Jeder hat genügend Platz und nach einem langen Tag auf dem Bike oder am Berg musst Du nicht noch irgendwohin. Die Küche ist komplett ausgestattet, weshalb sich problemlos selbst kochen lässt. Unser Frühstück haben wir deshalb jeden Morgen im Chalet vorbereitet. Abends haben wir die Küche allerdings kalt gelassen. Denn wir hatten uns noch eine kleine „Challenge“ vorgenommen.
Wie sich unser Ferienhaus mit mehreren Personen bewährt hat und was Dich bei Zimmern, Küche, Sauna und Whirlpool erwartet, stellen wir Dir in unserem ausführlichen Chalet-Bericht auf Stays & Stories vor.
Wo gibt es das beste Wiener Schnitzel auf der Turracher Höhe?
Schnitzel geht immer! Und nach einem Tag auf den Trails oder nach einer aussichtsreichen Wanderung schmeckt ein Wiener Schnitzel ohnehin besonders gut.
Also haben wir an den Abenden verschiedene Restaurants auf der Turracher Höhe ausprobiert und unseren ganz persönlichen Schnitzel-Test gemacht. Auf unserem Programm standen der Turracherhof, der Genussrabe und Alpin Lounge & Dining.

Alle Restaurants waren nach einem kurzen Spaziergang von unserer Unterkunft aus fußläufig gut erreichbar. Der längste Weg war dabei der zum „Genussrabe“. Aber auf der hat sich gelohnt. Das Alpin Lounge & Dining liegt deutlich näher zu den ALPS RESORT Chalets und hat in Sachen „Ausblick“ direkt am See sicher die die Nase vorn. Aber nicht nur die Aussicht, sondern auch das Schnitzel hat uns hier am allerbesten geschmeckt! Wobei wir grundsätzlich feststellen können: „die Turracher Höhe kann Schnitzel“.
Unser Fazit: Turracher Höhe im Sommer mit der Familie
Die Turracher Höhe hat uns vor allem mit ihrer Vielseitigkeit überzeugt. Morgens mit dem Mountainbike auf einen Flowtrail, am nächsten Tag mit der Bergbahn auf über 2.000 Meter und zu Fuß über die Nockberge wandern. Dazu die drei Bergseen, weite Zirbenwälder und genügend Möglichkeiten für kleinere oder größere Wanderungen.
Gerade darin liegt für uns die große Stärke der Region. Du musst Dich nicht zwischen Wanderurlaub und Bikeurlaub entscheiden. Und Du musst auch nicht jeden Tag eine große Tour planen. Viele Aktivitäten liegen dicht beieinander und lassen sich durch die Bergbahnen und die Alm Butler Card unkompliziert miteinander kombinieren.

Unser Favorit?
Schwer zu sagen.
Für die Kinder war der Nocky Flitzer sicher ein Höhepunkt, aber die Trails am Kornock waren definitiv das Highlight. Alles in allem war es aber die Mischung, die diesen gelungenen Besuch auf der Turracher Höhe ausgemacht hat.

