Welches Skigebiet passt zu mir? In 3 Schritten zur Entscheidung

Skigebiete gibt es viele. Ein paar davonhaben wir Dir in den letzten Jahren vorgestellt. Manche sind groß und vielfältig, andere klein, aber fein. Bei der Wahl des passenden Skigebietes steht bei den einen das Panorama oder die idyllische Lage im Vordergrund, bei anderen wiederum die Abwechslung und Pistenkilometer.

Mal ehrlich: Bilder von verschneiten Wäldern und eine traumhaften Bergwelt ziehen Skifreunde und Urlauber besonders an. Doch wie soll man sich bei all den Möglichkeiten entscheiden? Wir geben Dir ein paar Tipps zu Gebieten und Pisten!

Sonnenskilauf

Das findest Du in diesem Ratgeber

Deutschland, Österreich oder Italien?

Zunächst solltest Du Dir die Frage stellen, wo es hingehen soll: In Österreich, aber auch in Deutschland gibt es unzählige Skigebiete. Beide Länder liegen in der EU, was die Anreise und auch die Sache mit der Währung erleichtert. Zudem sind die dortigen Skigebiete in der Regel günstiger als beispielsweise im Nachbarland Schweiz.

Egal, ob Garmisch, das Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand im Oberallgäu, Brauneck oder Winterberg. Die deutschen Skigebiete eignen sich perfekt für einen Kurzurlaub oder einen Tagesausflug. 

Familienabfahrt in RIchtung Faistenoy
Im Skigebiet Fellhorn-Kanzelwand

Für einen längeren Skiurlaub zieht es deutsche Wintersportler hingegen oft in Richtung Österreich.

Skigebiete in Tirol oder auch im Salzburger Land sind immer noch grenznah und gut zu erreichen. Natürlich gibt es auch hier größere und kleinere Gebiete mit mehr oder weniger Pistenkilometer. 

Das Bundesland Tirol fällt vielen als erste Adresse ein. Ich war erst vor Kurzem auf dem Pitztaler Gletscher, der eher zu den kleineren Gebieten zählt, dafür meist schon zu Beginn der Saison befahrbar ist.

Aber auch das Salzburger Land ist in Sachen Skisport besonders vielfältig. Zum Beispiel Saalbach-Hinterglemm, das zusammen mit Leogang und Fieberbrunn, auf Tiroler Seite, 270 Pistenkilometer umfasst. Hier treffen herausfordernde Pisten für echte Abenteurer auf schneebedeckte Weiten, auf denen der Nachwuchs in aller Ruhe die ersten Schwünge wagen kann.

Moderne Liftanlagen bringen die Skifahrer nach oben
Moderne Liftanlagen bringen die Skifahrer nach oben, aber man muss auch wieder runter kommen

Italien hat ebenso viele interessante Regionen vorzuweisen. Von großen Skiegebieten wie Corvara, wo Du in die bekannte Sellaronda einsteigen kannst, bis hin zu den kleinen Ski-Oasen unter dem Rosengarten

In Italien gelten übrigens seit diesem Jahr einige wichtige Regeln, die Du beachten solltest!

Mit der Wahl des geeigneten Landes ist es allerdings noch nicht getan. Die folgenden drei Schritte helfen Dir dabei, genau jenes Skigebiet auszuwählen, das zu Dir, Deinen Vorlieben und Fähigkeiten passt.


Schritt 1

Fähigkeiten richtig einschätzen 

Zu Beginn sollten ein paar Rahmenbedingungen geklärt werden. Denn: nicht jedes Gebiet eignet sich für jeden Fahrer. Stelle Dir daher die folgenden Fragen:

  • Wie lange fahre ich schon Ski oder Snowboard?
  • Hatte ich zwischen den einzelnen Fahrten eine längere Pause? 
  • Sollte ich mich erst langsam einfahren und danach auf schwereren Pisten mein Glück versuchen? Oder brettere ich ohnehin jeden Winter ein paar Pisten hinunter?

Es ist sehr wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen, um sich weder zu überfordern noch zu langweilen. 

Sonnenskifahren am Latemar
Für den ungetrübten Pistenspaß muss man die eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen

Nach längeren Pausen ist es ratsam, sich Hilfe in einer Skischule zu holen. Oft genügen wenige Stunden und zwei, drei Tipps vom Profi und man ist wieder bereit für jede Menge Pistenaction.

Und Achtung: Wer länger pausiert hat und sich für den ersten Ausflug gleich neue Skier besorgt, sollte berücksichtigen, dass sich in puncto Material und Umgang mit dem Equipment in der Zwischenzeit einiges getan haben kann. Oft braucht es daher eine gewisse Eingewöhnungsphase.

Neben der richtigen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ist es aber auch wichtig, das Umfeld im Blick zu haben.

Das gesamte Team ist immer nur so gut, wie sein schlechtestes Mitglied,

lautet ein bekanntes Sprichwort. Solltest Du also mit der Familie oder mit Freunden unterwegs sein, musst Du auch auf Deine Begleiter Rücksicht nehmen.


Schritt 2

Pisten nach Können wählen

Wenn Du Dein eigenes Fitnesslevel gut kennst und auch weißt, wie gut Deine Begleiter Skifahren oder Snowboarden können, hast Du schon einmal den Grundstein für eine solide Entscheidung gelegt. 

Im nächsten Schritt solltest Du etwas recherchieren und die Skigebiete genauer unter die Lupe nehmen, die zu Dir passen könnten. Hilfreich ist dabei die Kategorisierung von Pisten: die meisten Pisten sind farbig gekennzeichnet – je nach Schwierigkeitsgrad.

Im europäischen Bereich sind die drei Farben Blau, Rot und Schwarz länderübergreifend definiert. 

Pistenplan Fieberbrunn - Saalbach - Hinterglemm - Leogang
Farblich unterschiedlich markierte Pisten am Beispiel des Pistenplans Fieberbrunn – Saalbach – Hinterglemm – Leogang
Seltener trifft man auch auf die Farbe Grün, die ebenfalls leichte Pisten, vorzugsweise für Kinder und wirkliche Anfänger, markiert. 

Was bedeuten eigentlich die farbigen Markierungen auf den Pistenplänen?

 

Blau (und grün)

Anfänger sollten sich zu Beginn nur auf blaue Pisten wagen. Für absolute Anfänger, Kinder und Familien bieten sich grün beschilderte Pisten an, um erste Runden zu drehen, Schneepflüge zu üben oder das richtige Fallen zu lernen.

Blaue Pisten sind für Anfänger, ungeübte Skifahrer und Snowboarder sowie Wiedereinsteiger optimal. Die Steigung darf bei diesen 25% nicht überschreiten – mit Ausnahme von kurzen Pistenabschnitten.

Aber auch diese sind nicht allzu steil, um den Lernenden nicht allzu große Schwierigkeiten zu bereiten. Eine leichte Neigung hilft, erste oder weitere Erfahrungen zu sammeln.

Rot

Die Farbe Rot bedeutet, dass diese Pisten für Anfänger in der Regel noch zu schwierig sind. Hierbei sind die Hügel etwas steiler – mit einem Gefälle von bis zu 40%. 

Solche Pisten bieten Skifahrern die Gelegenheit, ihr Können zu vertiefen und sich langsam an Profistrecken heranzutasten. 

Schwarz

Schwarze Pisten haben mehr als 40% Steigung. Dies ist die einzige fixe Spezifikation dieser Kategorie. Experten sind der Meinung: Jemand, der eine Steigung von 40% meistert, schafft auch eine von 60% – alles, was er dazu benötigt, ist Kontrolle. Und Kontrolle bedeutet: der Skifahrer kann sein Tempo kontrollieren. Dies ist für einen sicheren Abstieg unerlässlich. Daher ist der 40%-Standard für eine schwarze Abfahrt angemessen. 

Doch Achtung: Auf schwarzen Pisten baust Du aufgrund des Gefälles schnell Geschwindigkeit auf! Dazu sind steile Hänge oft härter und eisiger. 


Schritt 3

Piste, Freeride oder Freestyle

Pisten sind das eine – manche Wintersportler sind allerdings auf der Suche nach etwas mehr Abenteuer. Und hierfür gibt es Snowparks oder Du wagst Dich ins Gelände.

Tiefschnee-Spass bei der Abfahrt nach Innerkrems
Tiefschnee-Spass

Doch Achtung: Nicht jeder, der auf schwarzen Pisten gut fahren kann, macht auch im Gelände oder in einem Snowpark eine gute und vor allem sichere Figur. Ob das etwas für Dich ist, hängt also einmal mehr von Deinem Können und Deinen Vorlieben ab. Lautet die Antwort ja, so solltest Du in jedem Fall checken, ob das in Deinem auserwählten Skigebiet auch möglich ist.  

Im Gelände befindest Du Dich außerhalb des gesicherten Skiraums und solltest daher sowohl den Lawinenlage-Bericht im Blick, als auch die richtige Sicherheitsausrüstung dabeihaben!

Informiere Dich außerdem über eventuelle Wald- und Wildschutzgebiete informieren und diese meiden, bevor Du Dich in den Powder stürzt!


Jetzt kann es los gehen!

Bevor Du Dich nun aufmachst in die Berge: Mach Dich noch mit den Pistenregeln vertraut. Denn: ein Skiunfall kann schmerzhaft enden. Für Pisten gilt die FIS-Regelung des Internationalen Skiverbandes.

Die wichtigste Regel ist das Gebot der Rücksichtnahme. Diese Regel beinhaltet, dass sich jeder Fahrer so verhalten muss, dass er andere nicht gefährdet oder schädigt. Laut Pistenordnung kann man aus allen Richtungen überholen, solange ausreichend Abstand gehalten wird. Außerdem muss der von hinten kommende Skifahrer seine Fahrspur so wählen, dass der vorausfahrende Fahrer nicht gefährdet wird. 

Des Weiteren gilt: wenn zwei Skiläufer in Bewegung sind, hat der vorausfahrende Wintersportler Vorrang. Hält dieser jedoch am Rand der Piste an und setzt seine Fahrt später wieder fort, so muss er warten, bis kommende Fahrer vorbei gefahren sind.


Abschließender Hinweis

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Jeder hat einmal bei Grün und Blau angefangen – und das ist auch gut so! Im Interesse der Sicherheit aller solltest Du daher wirklich auf Dich und Deinen Körper hören und jene Piste wählen, die zu Dir passt – auch wenn das bedeutet, dass Du erst einmal neben den ganz Kleinen die ersten Schwünge markierst. 

 

Folge uns Björn von Bergparadiese.de:

Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

4 Antworten

  1. Anton Schneider

    Vielen Dank für die Entscheidungshilfe bei der optimalen Skiurlaubsfindung. Wir stehen gerade vor einer solchen Entscheidung und es ist gar nicht so einfach. Hoffentlich finden wir dazu auch noch ein passendes Apartment für den Skiurlaub.

  2. Maria Schwarz

    An richtige Sportler-Pisten habe ich mich persönlich noch nicht herangetraut. Bisher habe ich die letzten 2 Winter immer einen Urlaub im Skigebiet gemacht. Auch dieses Jahr plane ich wieder einen Skiurlaub. Hoffentlich finden mein Bruder und ich ein schönes Appartment für uns.

  3. Nina Hayder

    Ich möchte ein Hotel für unseren Winterurlaub buchen. Gut zu wissen, dass man Skigebiet nach seinen Fähigkeiten aussuchen sollte. Sonst wird der Urlaub nicht so entspannt sein, wie er könnte.

  4. Jan Dijkstra

    Interessant, dass es deutsche Wintersportler für einen längeren Skiurlaub oft in Richtung Österreich zieht. Ich persönlich finde die Umgebung in Österreich unvergleichlich schön und plane einen Winterurlaub dorthin. Ein Teil meiner Familie wohnt in Montafon und ich werde mich erkundigen, mit meinen Kindern in der Nähe Skifahren zu können.

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