Wanderung zum Seebensee über die Steiganlage Hoher Gang

Zuletzt aktualisiert am 13. April 2024
  • Gesamtlänge: 13,7 Kilometer
  • zu überwindende Höhenmeter: 830
  • Gehzeit: knapp 6 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: schwer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
  • Wegbeschaffenheit: schmale Waldwege, alpine Steiganlage, teils ausgesetzt, breitere Wanderwege, Bergpfade im Aufstieg zur Coburger Hütte
  • Einkehrmöglichkeiten auf der Tour: ja
  • erforderliche Ausrüstung: Bergschuhe, wettergerechte Kleidung, Sonnenschutz, Smartphone für Notrufe, Notfall-App, Karte, Erste-Hilfe-Ausrüstung

Diese Wanderung zum Seebensee und weiter zum Drachensee könnte als gemütliche Wanderung eingestuft werden, wäre da nicht die anregende Kraxelei über den „Hohen Gang“.

Almwiese mit Zugspitze
Almwiese mit Zugspitze

Mit der Zugspitze beginnt die Wanderung zum Seebensee

Der Parkplatz der Ehrwalder Almbahn ist Ausgangspunkt dieser Wanderung zum Seebensee. Das mächtige Zuspitzmassiv im Rücken geht es gut beschildert in den Wald. Die Abzweigungen zum Klettersteig und Immensteig lassen wir links liegen und folgen dem zunächst ebenerdigen, dann steiler werdenden Fahrweg auf eine Almwiese.

Nochmals grüßt die Zugspitze in der Morgensonne, bevor die kommenden 20 Minuten von dichtem Wald geprägt sind. Über Wurzeln und Felsen geht es zu einer breiten Schotterrinne die linker Hand umgangen wird. Die Stufen werden größer und der Weg führt zügig zu einem Aussichtspunkt (Coburger Rast) der zugleich den Einstieg in den kleinen, anregenden Steig bildet.


Alpine Gefahren
Auf dieser Tour gibt es zwar Hilfsmittel wie Drahtseile oder ähnliches. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Erfahrung im alpinen Gelände sind dennoch wichtig. Absturzgefahr ist definitiv vorhanden. Unerfahrene Wanderer sollten besser den einfachen Normalweg ab der Bergstation der Almbahn nehmen (als Abstiegsweg beschrieben)!

Einstieg in den Hohen Gang
Einstieg in den Hohen Gang

Aufstieg über den Hohen Gang

Der Hohe Gang ist kein klassischer Klettersteig. Dennoch sind Trittsicherheit und auch ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit Pflicht!

Die mit Drahtseilen gesicherte Steiganlage führt über Fels und teilweise schottrige-sandigen Untergrund nach oben und gibt einen wunderschönen Blick auf den Ehrwalder Talkessel und die Zugspitze frei. In vielen kleinen Kehren und über teilweise hohe Tritte geht es hinauf.

Über den Hohen Gang zum Seebensee
Über den Hohen Gang zum Seebensee

Nach etwa 200m im Steig ist der obere Almboden erreicht und der Wanderpfad führt mehr oder minder ebenerdig zum Seebensee. Gerade in den Morgenstunden ist die Kulisse atemberaubend.

Die umliegenden Berge spiegeln sich in der glatten Oberfläche des Sees. Hinter uns steht die Zugspitze schon im vollen Licht der Morgensonne. Die Luft ist kühl und klar.

Spiegelung im Seebensee
Spiegelung im Seebensee

Ein früher Aufstieg zu diesem wunderschönen Bergsee lohnt sich in jedem Fall. Sobald die Ehrwalder Almbahn ihren Betrieb aufnimmt, wird es rund um den See immer voller. Nach einem ausgiebigen Fotostopp geht es über den breiten Fahrweg an das andere Ende des Sees.

Wanderung vom Seebensee auf die Coburger Hütte

Erst ab der Materialbahn zur Coburger Hütte erreichen wir wieder einen Bergpfad. Daher ist der Seebensee auch gut mit dem Mountainbike zu befahren, was die unzähligen Biker im Verlauf des Abstiegs unter Beweis stellen.

Der Drachensee unweit der Coburger Hütte
Der Drachensee unweit der Coburger Hütte

In kurzen und später länger werdenden Kehren ist die Coburger Hütte nach etwa 40 Minuten erreicht. Da am Tag dieser Tour der Hüttenschluss bereits erreicht war, war sicher auch die Ruhe rund um die Hütte und den dahinterliegende Drachensee eine andere, als in der Hauptsaison. Er wirkt aber aufgrund des raueren Wassers und auch der steilen Klippen, die an der Südseite in den See fallen, an diesem Morgen irgendwie bedrohlich.

Hier oben stehen natürlich weitere Gipfelziele parat. Sonnenspitze oder auch Tajakopf. Dazu ziehen auch viele, teilweise sehr anspruchsvolle Klettersteige wieder über die Tajakante zum und ab dem Seebensee viele Bergsteiger in die Region. Wir belassen es heute bei einer aussichtsreichen Rast einige Meter in Richtung der Biberwierer Scharte. Noch einmal genießen wir den Ausblick auf den Seebensee und die dahinter liegende Zugspitze bevor der Abstieg erfolgt.

Ausblick auf Seebensee und Zugspitze
Ausblick auf Seebensee und Zugspitze, gut erkennbar die 2. Stütze, die wir auch beim Aufstieg zur Wiener Neustädter Hütte passieren

Abstieg nach Ehrwald

Ab dem Seebensee geht es in Richtung Ehrwalder Almbahn. Entweder auf dem Fahrweg, oder auf einem parallel verlaufenden Wanderweg. Kurz vor dem „Koatinger Weg“ treffen beide wieder aufeinander. Der felsige, teilweise lehmige Pfad führt zügig in Richtung der Bergstation der Almbahn. Von hier an folgt ein leider wenig spannender, finaler Abschnitt. Ein breiter, sandig-schottriger Wirtschaftsweg bringt uns zurück zum Ausgangspunkt.

Auch wenn der letzte Teil der Tour bei weitem nicht mit dem Aufstieg mithalten kann, so ist der Besuch des Seebensees dennoch ein unbedingt lohnenswertes Erlebnis.

Karte zur Tour mit GPX-Download

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Weitere Informationen

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6 Kommentare zu „Wanderung zum Seebensee über die Steiganlage Hoher Gang“

  1. Danke für die guten Tipps zur Wanderungen in Tirol. Bekannte waren dort zuletzt in einem Hütten Chalet im Urlaub. Ich kenne die Gegend nur von Fotos, werde Tirol aber auf meine must see Liste setzen.

    1. Hallo Mia,

      gerne doch! Ist einfach wunderschön dort. Berge in Verbindung mit einem Chalet machen solche Touren zu was ganz besonderem. Ich war auch mal zum Wandern im Zillertal für ein paar Tage in einem Chalet bzw. Hütte. Muss ich wohl auch mal was dazu schreiben. Der Seebensee mit Blick auf die imposante Zugspitze ist aber in jedem Fall unsagbar schön.

      VG Björn

  2. Hallo, ich überleg diese Tour zu machen nun die Frage: wie rum sollte man laufen , würde die Route gern andersrum machen aber bin mir nicht so sicher ob das so clever ist auf dem Rückweg die kraxelei zu haben . Was empfiehlt ihr. lG Elaine 🙂

    1. Hallo Elaine!
      In der beschriebenen Variante ist es definitiv angenehmer. Wobei der Hohe Gang nicht allzu viel Kraxelei dabei hat. Er ist mehr ein versicherter, teils ausgesetzter Steig. Ist somit auch andersherum durchaus machbar. Aber wie gesagt. Aus meiner Sicht mit dem Steig im Zustieg schöner und angenehmer. Zumal man den Abstieg zur Not mit der Bahn abkürzen könnte.

      LG Björn

  3. Hallo Björn, ich bin neulich über den Immensteig zum Seebensee aufgestiegen. Falls du den auch kennst, wäre es interessant für mich, ob der Hohe Gang vergleichbar oder schwerer oder anders ist. Liebe Grüße, Claudia

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