Über den Vitalweg zur Hängebrücke bei Holzgau

In Holzgau im Lechtal beginnt diese wunderschöne Rundwanderung auf dem Vitalweg zur Hängebrücke über die Höhenbachtalschlucht.

Streckenlänge: 4 km
Gesamtgehzeit: 1,5-2 Stunden
Höhenmeter bergauf: 260
Höhenmeter bergab: 260
höchster Punkt: 1.300
Schwierigkeit: leicht
Einkehrmöglichkeit: in Holzgau
Ausgangspunkt: Holzgau
Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: ja
gebührenpflichtiger Parkplatz am Ausgangspunkt
Morgenstimmung kurz vor dem Infostadel
Morgenstimmung kurz vor dem Infostadel

Das Lechtal

Wild und frei. So präsentiert sich das Lechtal. Nicht nur aufgrund des „Letzten Wilden“. Ebenso aufgrund der steil aufragenden, schroffen und scheinbar unnahbaren Gipfel. Während unten der wilde Lech seine Muster in die Talsohle der Lechtaler Landschaft malt, ragen die Flanken der Gras- und Steinberge steil in den Lechtaler Himmel. So steil wie die Spitzen der Kirchtürme in den Dörfern dieser herrlichen Landschaft.

Doch wer denkt, dass das Lechtal mit seinen vielen Seitentälern „nur wild“ kann, der liegt falsch. Denn das Lechtal hat auch seine zahme und sanfte Seite. Das stellen zahlreiche einfache Wandermöglichkeiten, oder die Radtour um den Lechzopf unter Beweis. Und auch die Wanderung auf dem Vitalweg bei Holzgau.

Der Vitalweg Holzgau

Der Vitalweg Holzgau führt über wunderschöne Almwiesen und durch schattige Wälder. Vorbei an plätschernden Bächen und ausgestattet mit zahlreichen Rast- und Ruheplätzen. Die laden zum Waldbaden, zum „Seele-baumeln-lassen“, oder einfach nur zum Genuss der Aussicht ein. Entlang des Weges gibt es dabei viel Wissenswertes zu erfahren, und die ein oder andere Möglichkeit „dem Wasser nahe zu kommen“. Das macht diese Wanderung auch für Familien mit Kindern spannend.

Das Wasser spielt gerade im letzten Drittel der Tour die Hauptrolle
Das Wasser spielt gerade im letzten Drittel der Tour die Hauptrolle

Wissenswertes gibt es zum Beispiel über die Bergkräuter die hier wachsen und deren Wirkung. Oder über die Kraft des Wassers, die sich schon Sebastian Kneipp zunutze machte. Ihm und seiner Lehre ist dieser Weg auch gewidmet.

Und dann ist da doch noch die wilde Seite des Lechtals. Damit meine ich nicht nur die Aussicht auf die Berge, sondern auch der Gang auf der schwindelerregenden Hängebrücke über die Höhenbachtalschlucht. Die stellt für viele Wanderer nicht nur das Highlight der Tour dar, sondern ist für den ein oder anderen auch eine echte Herausforderung. Denn der Tiefblick durch die Gitter am Boden auf den 105 Meter tiefer liegenden Höhenbach ist atemberaubend. Und der Übergang auf 200 Metern Länge ist durchaus „schwungvoll“.

Aber der Reihe nach.

Eine teils wackelige Angelegenheit
Eine teils wackelige Angelegenheit
Das Lechtal
„Das Lechtal ist im Vergleich zu anderen Alpentälern sehr naturbelassen und ruhig. Hier findest Du noch genügend Rückzugsgebiete und einsame Ruheplätze, die Stressabbau und Entschleunigung perfekt unterstützen und dir Kraft und Energie für den Alltag zurückgeben. Atme durch!“

Auf einer der Hinweistafeln zum Vitalweg Holzgau

Almkräuter & Bergwiesen

Direkt am Höhenbach in Holzgau befindet sich ein gebührenpflichtiger Parkplatz. Dort beginnt die Wanderung über den Vitalweg. Im Verlauf der Tour wechseln sich schmale Wald und Wiesenpfade mit breiteren Wirtschaftswegen ab.

Entspannung an der ersten Ruhebank
Entspannung an der ersten Ruhebank

Gleich zu Beginn wird es steil. Es geht vom Parkplatz ein paar Meter durch den Ortskern, bevor an einem Schilderbaum links der Vitalweg angeschrieben ist. Schmal zwischen zwei Häusern hindurch, geht es direkt über die Almwiesen hinauf zu einem ersten Infopunkt.

In einer interaktiven Ausstellung im Stadl gibt es die ersten Infos zu den Bergkräutern die hier wachsen.

Mit herrlichem Blick über die weite Lechtaler Talsohle steigst Du weiter nach oben. An einem kleinen Pavillon nebst „Gipfelkreuz“ stehen weitere Stelen mit interessanten Tipps zur Heilkraft der Kräuter. Zudem steht hier auch eine erste Liege die zur Rast, zum Innehalten und zum Genuss der Landschaft einlädt.

Der kleine Pavillon
Der kleine Pavillon

Dieser Wechsel zwischen Wegesbschnitten, Infotafel und Ruheorten wird Dich die weiteren eineinhalb Stunden begleiten.

Ausblicke & Tiefblicke

Hinter dem Pavillon geht es noch ein paar Meter bergauf bevor die Schilder nach Links weisen und der Weg deutlich flacher wird.

Auf immer noch schmalem Pfad verlässt Du die Almwiesen und tauchst erstmals in den Wald ein. Nach wenigen Schritten zeichnet sich schon die große Hängebrücke über die Höhenbachtalschlucht ab. Doch bevor Du über die leicht schwingende Brücke gehst, hast Du ein weiteres Mal die Möglichkeit zur Rast.

Der Gang über die Hängebrücke ist „nicht ganz ohne“. Denn einerseits schwingt sie ein wenig, andererseits dürfte der Tiefblick nach unten den ein oder anderen Magen durchaus flau werden lassen. Immerhin geht es 105 Meter in die Tiefe. Und durch den mit Gittern gebauten Boden hast Du nach unten quasi „freie Sicht“ auf den rauschenden Höhenbach.

Auf der anderen Seite angekommen
Auf der anderen Seite angekommen
Die Hängebrücke über das Höhenbachtal

Die Brücke über die Höhenbachtalschlucht wurde 2011 als damals längste Hängebrücke Österreichs erbaut. Auch wenn sie diesen Rekord inzwischen an die „Nachbarn in Reutte“ abgeben musste, so sind ihre Maße nach wie vor beeindruckend:

  • Spannweite: 200,51 Meter
  • Höhe: 105 Meter
  • Breite 1,20 Meter
  • Gesamtgewicht: 22,8 Tonnen

Wassertreten & Waldbaden

Nach 200 Metern hast Du es geschafft und wieder festen Boden unter den Füßen. Der nun folgende Wegabschnitt führt Dich auf einem zunächst breiten und asphaltierten Wirtschaftsweg ein paar Meter nach oben. Dann endet dieses Sträßlein und es schließt sich abermals ein schmaler Wiesenpfad an. Der taucht schon bald wieder in den Wald ein.

Ein kurzes Stück auf der kleinen Straße
Ein kurzes Stück auf der kleinen Straße

Es folgt der Abstieg nach Holzgau. Schmal und wurzelig geht es talwärts. Dabei folgst Du nun immer dem Gföller Waldweg, beziehungsweise weiterhin den gelben Schildern mit der Aufschrift „Vitalweg Holzgau“.

Es geht nun an zwei Bächen vorbei durch den Wald nach unten. Die Bäche bilden dabei auch den passenden Rahmen um Dir das Thema „Wasser“ und die Lehre nach Kneipp näher zu bringen. Wassertreten, Armbaden oder barfuß durch den Bach laufen. Nicht nur für Kinder ein herrlicher Abschnitt.

Eine der Infotafel - hier die zum Waldbaden
Eine der Infotafel – hier die zum Waldbaden

Für zusätzlichen Spaß und Abwechslung sorgt auch der kleine Waldspielplatz. Eine Art Klettergarten auf Bodennähe. Und gleich nebenan kannst Du Dich in Hängematten entspannen und nach Herzenslust „Waldbaden“.

Stelen mit Informationen zu Kräutern, deren Heilkraft und Verwendung
Stelen mit Informationen zu Kräutern, deren Heilkraft und Verwendung
Kleine Erfrischung
Kleine Erfrischung

Schließlich mündet der  schmale Pfad in einen etwas breiteren Schotterweg. Der bringt Dich links ab zur Kirche von Holzgau und kurz danach hinunter zur Hauptstraße.

Klettertipp
Am Höhenbach, also unterhalb der Hängebrücke, befindet sich der Simmswasserfall und der gleichnamige Klettersteig.

Der wurde auf einem großen Felsen im Bach eingerichtet und bietet drei verschieden schwere Varianten.

Karte zur Wanderung über den Vitalweg bei Holzgau

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Mehr Informationen

Infos & Tipps zur Wanderung

Anfahrt und Parken
Aus Richtung Reutte in Tirol kommend geht es auf der Bundesstrasse in das Lechtal. Die B198 führt direkt durch den Holz Holzgau.

Kurz vor dem Gasthof Bären, auf der rechten Bachseite des Höhenbach, gibt es einen gebührenpflichtigen Wanderparkplatz. Die Gebühr für 4 Stunden beträgt 3,00€ (Stand August 2025).


Einkehrmöglichkeiten
Im Verlauf der Tour hast Du keine Möglichkeit zur Einkehr.

Allerdings kommst Du am Ende in Holzgau direkt am Gasthof Bären vorbei. Das ist übrigens auch einer der „Treffpunkte“ der E5-Fernwanderer auf dem von der Kemptner Hütte zur Memminger Hütte.


Tipp
Aufgrund der schmalen Pfade ist der Weg nicht für einen Kinderwagen geeignet!

Weitere Infos
An den Infotafeln entlang des Wegs sind QR-Codes angebracht.

Wenn Du die scannst, bekommst Du noch mehr Infos über die Pflanzen oder die Kulturlandschaft des Lechtal.

Außerdem gibt es in einem Flyer noch viele andere interessante Informationen über den Weg, Holzgau und das Lechtal.


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