Klettersteig Via Ferrata Gerardo Sega bei Avio am Gardasee

Die Via Ferrata Gerardo Sega ist ein Klettersteig oberhalb des Örtchens Avio. Aufgrund seiner langen Anfahrt und auch des langen Zustiegs zählt er sicher nicht zu den überlaufenen Steigen rund um den Gardasee.

Die Tour zum und über den Klettersteig Via Ferrata Gerardo Sega ist eine Kombination aus Wanderung und technisch einfachem Klettersteig.

Brenta-Feeling
Brenta-Feeling

Für den Bereich des großen Bandes und auch für das Gehgelände zwischendrin ist jedoch Trittsicherheit und auch ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit erforderlich. Unter diesen Voraussetzungen kann man sich auf eine abwechslungsreiche und vom Panorama her einmalig schöne Tour freuen!

Von der Passhöhe zur Kirche Madonna della Neve

Der Zustieg zum Klettersteig erfolgt vom Passo Pozza della Cola, oder alternativ von der Kirche Madonna della Neve, die knapp 5 Kilometer nach dem Pass erreicht ist.

Wer vom Pass aus startet hat nach dem Ausstieg aus dem Steig zwar noch 100 Höhenmeter bergauf vor sich, allerdings ist der Rückweg deutlich kürzer im Vergleich zum alternativen Ausgangspunkt.

Vom Pass geht es zunächst auf breiten Forstwegen bergab. Kleine, kurze Waldstücke und ein paar schöne kleine Häuschen warten auf dem Weg zur Kirche. Die kommt schon früh auf einem der Hügel in Sicht kommt.

Die kleine Kirche
Die kleine Kirche

Über den Preafessa-Wasserfall zum Einstieg

Hinter der Kirche geht es ein paar Meter auf einer asphaltierten Strasse hinunter in Richtung der Schlucht, die einen Wanderweg in Richtung Avio und auch den Zustieg zum Klettersteig markiert.

Abstieg in Richtung Schlucht
Abstieg in Richtung Schlucht

Einige hundert Höhenmeter geht es durch die Schlucht abwärts bis zum Abzweig zur Via Ferrata. Eine Mini-Seilbrücke in Sichtweite des großen Preafessa-Wasserfalls stellt noch lange nicht den eigentlichen Beginn des Steigs dar.

Bevor die Einstiegsleiter erreicht ist wandert man noch einige hundert Meter durch den Wald bergan. Schließlich, hinter einem großen Steinhaufen, beginnen die ersten kleineren Bänder und letztlich steht man vor der ersten großen Wand mit der Leiter und der vermeintlich einfachen B/C-Stelle. Spätestens jetzt heißt es „Gurtzeug anlegen“.


Schwierigkeit des Klettersteigs
Der Klettersteig wird in einigen Tourenbeschreibungen als Einsteiger Klettersteig bezeichnet. So weit würde ich nicht gehen! Er ist alles in allem zwar nur mit drei B/C-Stellen bestückt, das viele abschüssige, teils ungesicherte Gehgelände sollte aber keinesfalls unterschätzt werden. Der Begriff „Einsteiger“ verleitet daher zu sehr zu einer arglosen Herangehensweise an den Steig.

Tourenbeschreibung Via Ferrata Gerardo Sega

Über die Leiter geht es leicht gestuft zu einem ersten, schräg bergauf leitenden, gesicherten Band. Ein erster Vorgeschmack auf das „Brenta-Feeling“, das im Mittelteil wartet.

Anschließend geht es immer in leichter Kletterei (A und B) durch den Wald bergauf. Mal mit Sicherung, mal ohne, mal auf Fels, dann wieder auf Waldboden. Dann kommt, nach einer etwas ausgesetzten, aber gesicherten Kurve, das große Band in Sicht.

Ein erstes, schmales Felsband
Ein erstes, schmales Felsband

Aus der Entfernung ist der Anblick teils schwindelerregend. Je weiter man geht, desto mehr wird klar, dass das Band zwar Gesichter, aber teils einige Meter breit ist. Dennoch ist auf dem sandig-felsigen Untergrund Trittsicherheit gefragt.

Das beeindruckende breite und ungesichtere Felsband
Das beeindruckende breite und ungesichtere Felsband

Das wirkliche Highlight des Klettersteigs ist nach einigen Gehminuten passiert. Ein paar Meter durch den Wald (ungesichert) bergauf, erinnert dann der zweiten Teil der Tour mehr an einen Klettersteig.

Ungesicherte Passage im Mittelteil
Ungesicherte Passage im Mittelteil

Wichtig!
An einem alten, nicht mehr verwendeten Drahtseil unbedingt links halten. Dann sieht man auch schon den weiteren Steigverlauf mit dem erneuerten Drahtseil. Geradeaus sind zwar Spuren eines Wegs erkennbar, der führt aber in leichter Kletterei (1) in einem steilen Waldgelände in eine Sackgasse!

Felsige Abschnitte und kurzes Gehgelände wechseln sich nun immer wieder ab.

Der Fels ist fest und bietet gute Tritte wie auch gute Griffe. Dennoch muss man auf dem Waldboden immer wieder auf lose Steine achten die hinterher kletternde Personen gefährden können. Das gilt im Übrigen für den gesamten Klettersteig!

Ausblick in Richtung Avio und zur Autobahn die den Brenner mit Rovereto verbindet
Ausblick in Richtung Avio und zur Autobahn die den Brenner mit Rovereto verbindet

Während die Tour über die Bänder nur wenige Höhenmeter nach oben geführt und mehr Querungen beinhaltet hat, geht es zum Ende hin mehr „Diretissima“ hinauf.

Kurz vor dem Ausstieg gibt es noch ein paar schöne Klettersteig-Meter
Kurz vor dem Ausstieg gibt es noch ein paar schöne Klettersteig-Meter

Immer wieder bieten sich wunderbare Fotomotive, bis schließlich die letzte kleine Wand und der Spreizschritt auf dem Grat erreicht ist. Er markiert das Ende des Steigs.

Im Ausstieg der Via Ferrata Gerardo Sega
Im Ausstieg der Via Ferrata Gerardo Sega

Geübten Kletterern fallen die zwei B/C-Stellen in den letzten beiden Wänden kaum auf. Anfänger dürften sie aber am Ende der langen Tour gerade kräftemäßig vor Herausforderungen stellen.

Rückweg zum Parkplatz

Mit dem Ausstieg aus dem Klettersteig beginnt der Rückweg zum Pass oder zum alternativen Parkplatz an der Kirche.

Zunächst führen beide Wege gemeinsam auf einem Waldpfad bergauf, bevor es leicht abfallend auf einem breiten Forstweg zurück geht.

An einer Wegkreuzung (rotes Hinweisschild „Via Ferrata“) entweder links ab zur Kirche, oder die letzten Höhenmeter auf dem bereits bekannten Weg hinauf zum Passo Pozza della Cola.

Unser Fazit zur Tour: wer sich nur auf einen Klettersteig vorbereitet, dem wird die lange Anfahrt auf den Pass, wie auch der Zustieg zu viel sein. Wer aber eine anspruchsvolle Wanderung mit Klettersteig-Elementen und einer grandiosen Felswand-Querung sucht, wird von diesem Steig begeistert sein!
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Karte zur Tour


Anfahrt und Parken
Von der Brennerautobahn in Richtung Rovereto an der Ausfahrt Avio abfahren und über Avio und das Valle die Molina zum Passo Pozza della Cola fahren.

Von Avio aus schlängelt sich die teils enge Strasse in vielen Kehren hinauf zu einer Staumauer. In deren Sichtweite weisen Schilder links ab zur Kirche Madonna della Neve (Strasse SP 230). Die Passhöhe befindet sich auf 1289 Metern Höhe, wo man am Straßenrand einige Parkmöglichkeiten findet.

Alternativ kann man vom Gardasee kommende nach Mori fahren. Dort entweder über die Landstrasse etwa 18 Kilometer nach Avio (mautfrei), oder ab Mori südwärts nach Bretonico und San Valentino in Richtung Monte Baldo fahren. Für beide Zufahrten muss man ab Arco eine gute Stunde Fahrt einplanen!

Wer möchte, kann auch im Bereich der Kirche parken und spart sich so ein paar Höhenmeter auf dem Rückweg.


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Sportler, Blogger, Content Creator & Autor

Ich bin Björn und seit meiner frühesten Kindheit aus Leidenschaft in den Bergen unterwegs. Mit dem Mountainbike, meinen Bergschuhen oder meinem Klettersteig-Set bin ich ständig auf der Suche nach neuen Touren und Erlebnissen. Dabei darf der Genuss nicht zu kurz kommen. Ich halte mich gerne beim Trailrunning fit und bin außerhalb der klassischen Bergsaison auch gerne mit den Tourenskiern unterwegs. Auf meinem Alpin-Blog schreibe ich über meine Touren, gebe Tipps zur Tourenplanung und dem Drumherum. Mein Motto: "Life begins when you step outside!"

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