Hoachwool Klettersteig

Zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2025

Im Eingang vom Vinschgau zum Schnalstal, gegenüber des berühmten Schloss Juval bei Naturns, befindet sich der Hoachwool Klettersteig. Aufgrund der Schwierigkeit und der Länge, ist er der Klettersteig in Südtirol, an dem die meisten Rettungseinsätze aufgrund von Erschöpfung stattfinden. Hier findest Du die Beschreibung des Klettersteigs, seine Varianten sowie die Karte und Topo.

Streckenlänge Klettersteig: 630 Höhenmeter
Dauer Klettersteig: 3 Stunden
Höhenmeter insgesamt: 780 (bis Bergstation)
Höhenmeter bergab: 780
höchster Punkt: 1.240 (Bergstation Unterstell)
Schwierigkeit: D, Variante D/E & E/F
Einkehrmöglichkeit: ja
Ausgangspunkt: Parkplatz P2, Eingang Schnalstal
Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: ja
gebührenpflichtiger Parkplatz am Ausgangspunkt
Am Ende der Wasserleitung im Hoachwool Klettersteig
Am Ende der Wasserleitung im Hoachwool Klettersteig

Mit Schwierigkeiten bis zur Einstufung D zählt der Hoachwool Klettersteig zu den schwierigeren seiner Zunft und ist für Anfänger nicht geeignet. Wer Erfahrung mit Klettersteigen hat, genug Armkraft und Kondition mitbringt, der wird von dieser Via Ferrata begeistert sein!

Wir haben den Hoachwool Klettersteig nun schon mehrfach besucht. Zuletzt während unseres Aufenthalts im Oberraindlhof im Schnalstal. Gerade einmal 15 Fahrminuten vom Hotel entfernt, beginnt am Fuße des Sonnenberg die Tour hinauf in Richtung Unterstell.

Zustieg zum Hoachwool Klettersteig

Der Ausgangspunkt für den Klettersteig ist entweder Naturns selbst, oder der Parkplatz an der Hauptstrasse durch das Vinschgau, direkt am Abzweig ins Schnalstal beim Schloss Juval.

Hier halten auch die Busse der Linie 261, die Meran mit dem Schnalstal im Stundentakt verbindet.

Zunächst geht es auf die andere Seite der Strasse in Richtung Schnalstal. Links des Schnalserbach geht es weiter taleinwärts. Bereits zu Beginn weisen die ersten Hoachwool-Klettersteig-Schilder zum Einstieg.

Am Bach entlang, vorbei am Klettergarten Juval, geht es in das tief eingeschnittene Tal. Die ersten Sicherungen gehören noch nicht zum Klettersteig, dennoch kannst Du bereits auf Höhe des Klettergartens bequem den Gurt anlegen.

Am Schnalserbach
Am Schnalserbach

Seilbrücke über den Schnalserbach

Es geht direkt am Bach an allen Kletterwänden vorbei. Nun folgt ein kurzer Zustieg auf einem Waldpfad, bevor der Klettersteig beginnt. Gleich zu Beginn geht es steil (C/D) nach oben, bevor Dich Gehgelände in Richtung der Seilbrücke führt.

Hinter den Kletterwändern geht es weiter ins Tal
Hinter den Kletterwändern geht es weiter ins Tal

Aufgrund eines Felssturzes im Bereich der alten Seilbrücke im Jahr 2021 wurde der Klettersteig saniert. In Zuge dieser Instandsetzungsarbeiten wurde etwas unterhalb eine deutlich kürzere, niedriger angelegte und weniger schaukelnde Seilbrücke über den Schnalserbach angelegt. Die alte Seilbrücke kannst Du aber nach Erreichen der alten Schnalser Straße in die Tour einbauen. Allerdings nur hin und retour, was das Abenteuer nicht weniger spannend macht!

In der Folge wurden auch zwei Varianten in den Klettersteig eingebaut, weshalb in der folgenden Beschreibung auch von der originalen bzw. ursprünglichen Route des Hoachwool gesprochen wird.

Nach der Überschreitung der neuen Seilbrücke geht es unschwer, zunächst über Geröll, danach gesichert (bis B/C) ein paar Meter hinauf zur Straße.

Die alte Seilbrücke am Hoachwool-Klettersteig

Aufgrund der Länge der Brücke über den Schnalserbach ist die Querung eine recht wackelige Angelegenheit (B/C). Es empfiehlt sich daher die Mitnahme einer oder sogar zweier Rastschlingen.

Die lange Seilbrücke im Hoachwool Klettersteig
Die alte, lange Seilbrücke im Hoachwool Klettersteig

Beginn des eigentlichen Klettersteigs

An der alten Straße beginnt der eigentliche Klettersteig. Nach dem ersten Aufschwung (C/D) prägen im ersten Teil leichtere Abschnitte die Ferrata. Bereits jetzt hat man einen herrlichen Blick hinüber zum Schloss Juval, der mit zunehmender Höhe noch beeindruckender wird.

Toller, griffiger Fels
Toller, griffiger Fels

Letzte Möglichgkeit zur Umkehr
Ab einer Warntafel nimmt der Steig weiter an Fahrt auf.

Die Tafel bezieht sich auf die letzte Möglichkeit umzukehren. Nach der späteren Querung der alten Wasserleitung ist der Abstieg aufgrund der Frequenz im Steig nahezu unmöglich!

Wer also an der Warntafel schon Schwierigkeiten mit dem Anspruch der Tour oder mit der Kondition hat, sollte hier besser umkehren!

Einen Notausstieg aus dem Klettersteig gibt es nicht!


Nur vereinzelt helfen Klammern in den steilen Passagen
Nur vereinzelt helfen Klammern in den steilen Passagen
Der Beginn der Wasserleitung
Der Beginn der Wasserleitung
Zunächst nur auf Eisenstiften, dann auf dem hölzernen Teil der alten Wasserleitung

Die Schwierigkeit bleiben zunächst noch im Bereich B bzw. B/C. Doch die Querung auf Eisenstiften und über eine alte Wasserleitung ist durchaus luftig und anregend zugleich.

Dann geht es in teils überhängendem Fels steiler nach oben. Armkraft und Kondition sind gefragt. Du musst viel auf Reibung klettern und die Hebel dabei gekonnt ausnutzen um Kraft zu sparen. Schließlich erreichst Du einen Rastplatz mit zwei Bänken und einem wunderbaren Blick ins Tal.

Kurz vor den Ruhebänken
Kurz vor den Ruhebänken
Klettersteigfreude
Klettersteigfreude

Es folgt ein kurzer, ungesicherter Abstieg in leicht bewaldetem und bebuschtem Gebiet.

Der Hoachwool beginnt aufs Neue

Der zweite Teil des Steigs beginnt mit leichtem, aber gesichertem Gehgelände (A), bevor Dich eine steile Stufe (C/D) zu einer ersten Gabelung im Klettersteig bringt.

Links ab startet eine sehr anspruchsvolle Passage mit Überhang, steilen Pfeilern und Platten und einem Grat (bis E/F). Rechts ab leitet Dich eine lange Rampe im ursprünglichen Teil des Hoachwool Klettersteig in Richtung einer kleinen Leiter

Links die Variante E/F, rechts der Originalweg nach der ersten Gabelung
Links die Variante E/F, rechts der Originalweg nach der ersten Gabelung
Die Schlüsselstelle der Variante E/F
Die Schlüsselstelle der Variante E/F

Bis die kurze Leiter (B) erreicht ist, ist allerdings abermals Kraft gefragt. Passagen in der Schwierigkeit C und D bringen Dich zu der kurzen Steighilfe, bevor es danach nicht weniger anspruchsvoll (C/D & D) zur erneuten Vereinigung beider Varianten geht. Kurz darauf gabelt sich der Weg allerdings aufs Neue.

Während eine lange „Riesenleiter“ rechts ab nach oben führt, geht es auf der originalen Klettersteig-Route links über den Fels hinauf.

In der Topo ist die Variante über die Leiter mit C/D ausgewiesen, der „Felsenweg“ mit D. Die Erbauer des Wegs weisen allerdings den Weg über die Felsen als einfachere Variante aus.

Tief unten die alter Schnalser Straße und dahinter der Parkplatz P2
Tief unten die alter Schnalser Straße und dahinter der Parkplatz P2

Wir haben uns für die Variante durch die Felsen entschieden. Aber auch die bleibt kraftraubend. Felsen, Stufen und Rampen (bis D) führen weiter in die Höhe. Nach einem kleinen Überhang kann man für ein paar Meter durchschnaufen.

Wieder geht es in leichtem Gehgelände (A), unterbrochen von einer Felsstufe (C) bergauf. Dann wartet das Finale. Noch einmal steil und leicht überhbängende (bis C/D) kommt das Ende des Klettersteigs entgegen. Dann ist es geschafft. Ein wunderbarer Blick zum Schloss und auf die Obstbaum-Plantagen des Vinschgau entschädigt für die Mühe.

Abstieg nach Naturns

Bei unserem ersten Besuch war für uns war sogar der Abstieg ein purer Genuss. Gut beschildert geht es mit einem sehr angenehmen Gefälle hinunter an den Ortsrand von Naturns. Dort führt oberhalb der Strasse ein schmaler Weg zurück zum Parkplatz.

Auf dem Abstiegsweg empfiehlt sich ein Zwischenstopp im Schwalbennest, einem kleinen Buschenschank mit Kuchen, Brotzeit, und allem was einen Klettersteigtag perfekt abrundet.

Wer sich den Abstieg sparen möchte, der kann auch vom Ausstieg des Klettersteigs bis zu einer Weggabelung wandern und sich dort für den Weg nach oben entscheiden.

Nach ein paar Höhenmetern über einen herrlichen Pfad ist die Bergstation der Unterstell Bergbahn erreicht. Die bringt Dich im Halbstundentakt bequem hinunter nach Naturns.

An der Hauptstraße gibt es eine Busshaltestelle von wo aus die Linien 261 und 264 wieder in Richtung Parkplatz am Schloß Juval fahren. Für Gäste des Schnalsertal oder des Vinschgau ist die Fahrt mit dem Bus kostenfrei.

Karte & Topo zum Hoachwool Klettersteig

Diese beiden Karten zeigen Dir einmal den Aufstieg über den Klettersteig bis zur Bergstation Unterstell, einmal die Tour inklusive Abstieg nach Naturns.

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Tipps zur Tour

Anreise & Parken
Vom Reschenpass kommend, kurz vor Naturns, geht es linker Hand ins Schnalstal.

Dort befindet sich der Parkplatz für das Schloss und gleich nebenan ein großer Parkplatz (P2) für Linienbusse und Kletterer.

Die Bezahlung erfolgt am Automaten (per Kennzeichen-Erkennung) via Karte. Kein Bargeld!


Anreise mit dem ÖPNV
Die Linien 261 und 264 halten direkt am Parkplatz.

Mit der Gästekarte, dem Südtirol Guest Pass, ist die Fahrt mit dem ÖPNV kostenfrei. Daher konnten wir von unserer Unterkunft im Schnalstal diesen Klettersteig bequem ohne Auto erreichen.


Einkehrmöglichkeiten
An der Bergstation Unterstell, Buschenschank Schwalbennest im Abstieg oder der Vinschger Bauernladen am Parkplatz von Schloss Juval.

Fahrzeiten Bergbahn
Die Bergstation der Bergbahn Unterstell liegt am Meraner Höhenweg und ein paar Höhenmeter oberhalb des Ausstiegs vom Klettersteig.

Die Pendelkabinenbahn fährt das gesamte Jahr hindurch im Halbstundentakt zu einem Preis von 11€ pro Person (Stand April 2025)


Beste Zeit
Bei Nässe ist der Klettersteig wegen der vielen erdigen Gehpassagen von einer Begehung abzuraten.

Auch die Sommermonate Juli und August und bei sehr warmen Temperaturen eignen sich nicht für eine Begehung.

An den Felswänden kann es mitunter sehr heiß werden. Daher solltest Du früh auf Tour gehen und genug zu trinken mitnehmen!


Übernachten
Während unseres letzten Aufenthalts haben wir im Oberraindlhof im Schnalstal übernachtet und können das Haus zu 100% empfehlen.

Ohne die wertvollen Spuren der Vergangenheit zu verwischen, wurde immer wieder behutsam renoviert. Sowohl die Zimmer und die Bäder im historischen Teil als auch die Stuben, das Nebenhaus, der Wintergarten sowie der heimelige Wellness-Bereich.


Über das Schnalstal*
Das Schnalstal, auch einfach Schnals (italienisch Val Senales), ist ein orographisch linkes Seitental des oberen Etschtals bzw. Vinschgaus in Südtirol. Es wird vom Schnalser Bach entwässert und zieht sich über 20 Kilometer lang grob Richtung Nordwesten in die Ötztaler Alpen hinein, wo es am Alpenhauptkamm endet.

Größtenteils gehört es administrativ zur Gemeinde Schnals.

Von Vent im Ötztal kommend der führt der E5 ins Schnalstal.

Am Tisenjoch, oberhalb des Versagt-Stausee, wurde 1991 die Gletschermumie Ötzi entdeckt.

*Quelle: Wikipedia
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