Zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2025
Im Eingang vom Vinschgau zum Schnalstal, gegenüber des berühmten Schloss Juval bei Naturns, befindet sich der Hoachwool Klettersteig. Aufgrund der Schwierigkeit und der Länge, ist er der Klettersteig in Südtirol, an dem die meisten Rettungseinsätze aufgrund von Erschöpfung stattfinden. Hier findest Du die Beschreibung des Klettersteigs, seine Varianten sowie die Karte und Topo.

Mit Schwierigkeiten bis zur Einstufung D zählt der Hoachwool Klettersteig zu den schwierigeren seiner Zunft und ist für Anfänger nicht geeignet. Wer Erfahrung mit Klettersteigen hat, genug Armkraft und Kondition mitbringt, der wird von dieser Via Ferrata begeistert sein!
Wir haben den Hoachwool Klettersteig nun schon mehrfach besucht. Zuletzt während unseres Aufenthalts im Oberraindlhof im Schnalstal. Gerade einmal 15 Fahrminuten vom Hotel entfernt, beginnt am Fuße des Sonnenberg die Tour hinauf in Richtung Unterstell.
Zustieg zum Hoachwool Klettersteig
Der Ausgangspunkt für den Klettersteig ist entweder Naturns selbst, oder der Parkplatz an der Hauptstrasse durch das Vinschgau, direkt am Abzweig ins Schnalstal beim Schloss Juval.
Hier halten auch die Busse der Linie 261, die Meran mit dem Schnalstal im Stundentakt verbindet.
Zunächst geht es auf die andere Seite der Strasse in Richtung Schnalstal. Links des Schnalserbach geht es weiter taleinwärts. Bereits zu Beginn weisen die ersten Hoachwool-Klettersteig-Schilder zum Einstieg.
Am Bach entlang, vorbei am Klettergarten Juval, geht es in das tief eingeschnittene Tal. Die ersten Sicherungen gehören noch nicht zum Klettersteig, dennoch kannst Du bereits auf Höhe des Klettergartens bequem den Gurt anlegen.

Seilbrücke über den Schnalserbach
Es geht direkt am Bach an allen Kletterwänden vorbei. Nun folgt ein kurzer Zustieg auf einem Waldpfad, bevor der Klettersteig beginnt. Gleich zu Beginn geht es steil (C/D) nach oben, bevor Dich Gehgelände in Richtung der Seilbrücke führt.

Aufgrund eines Felssturzes im Bereich der alten Seilbrücke im Jahr 2021 wurde der Klettersteig saniert. In Zuge dieser Instandsetzungsarbeiten wurde etwas unterhalb eine deutlich kürzere, niedriger angelegte und weniger schaukelnde Seilbrücke über den Schnalserbach angelegt. Die alte Seilbrücke kannst Du aber nach Erreichen der alten Schnalser Straße in die Tour einbauen. Allerdings nur hin und retour, was das Abenteuer nicht weniger spannend macht!
In der Folge wurden auch zwei Varianten in den Klettersteig eingebaut, weshalb in der folgenden Beschreibung auch von der originalen bzw. ursprünglichen Route des Hoachwool gesprochen wird.
Nach der Überschreitung der neuen Seilbrücke geht es unschwer, zunächst über Geröll, danach gesichert (bis B/C) ein paar Meter hinauf zur Straße.
Beginn des eigentlichen Klettersteigs
An der alten Straße beginnt der eigentliche Klettersteig. Nach dem ersten Aufschwung (C/D) prägen im ersten Teil leichtere Abschnitte die Ferrata. Bereits jetzt hat man einen herrlichen Blick hinüber zum Schloss Juval, der mit zunehmender Höhe noch beeindruckender wird.

Die Tafel bezieht sich auf die letzte Möglichkeit umzukehren. Nach der späteren Querung der alten Wasserleitung ist der Abstieg aufgrund der Frequenz im Steig nahezu unmöglich!
Wer also an der Warntafel schon Schwierigkeiten mit dem Anspruch der Tour oder mit der Kondition hat, sollte hier besser umkehren!
Einen Notausstieg aus dem Klettersteig gibt es nicht!



Die Schwierigkeit bleiben zunächst noch im Bereich B bzw. B/C. Doch die Querung auf Eisenstiften und über eine alte Wasserleitung ist durchaus luftig und anregend zugleich.
Dann geht es in teils überhängendem Fels steiler nach oben. Armkraft und Kondition sind gefragt. Du musst viel auf Reibung klettern und die Hebel dabei gekonnt ausnutzen um Kraft zu sparen. Schließlich erreichst Du einen Rastplatz mit zwei Bänken und einem wunderbaren Blick ins Tal.


Es folgt ein kurzer, ungesicherter Abstieg in leicht bewaldetem und bebuschtem Gebiet.
Der Hoachwool beginnt aufs Neue
Der zweite Teil des Steigs beginnt mit leichtem, aber gesichertem Gehgelände (A), bevor Dich eine steile Stufe (C/D) zu einer ersten Gabelung im Klettersteig bringt.
Links ab startet eine sehr anspruchsvolle Passage mit Überhang, steilen Pfeilern und Platten und einem Grat (bis E/F). Rechts ab leitet Dich eine lange Rampe im ursprünglichen Teil des Hoachwool Klettersteig in Richtung einer kleinen Leiter


Bis die kurze Leiter (B) erreicht ist, ist allerdings abermals Kraft gefragt. Passagen in der Schwierigkeit C und D bringen Dich zu der kurzen Steighilfe, bevor es danach nicht weniger anspruchsvoll (C/D & D) zur erneuten Vereinigung beider Varianten geht. Kurz darauf gabelt sich der Weg allerdings aufs Neue.
Während eine lange „Riesenleiter“ rechts ab nach oben führt, geht es auf der originalen Klettersteig-Route links über den Fels hinauf.
In der Topo ist die Variante über die Leiter mit C/D ausgewiesen, der „Felsenweg“ mit D. Die Erbauer des Wegs weisen allerdings den Weg über die Felsen als einfachere Variante aus.

Wir haben uns für die Variante durch die Felsen entschieden. Aber auch die bleibt kraftraubend. Felsen, Stufen und Rampen (bis D) führen weiter in die Höhe. Nach einem kleinen Überhang kann man für ein paar Meter durchschnaufen.
Wieder geht es in leichtem Gehgelände (A), unterbrochen von einer Felsstufe (C) bergauf. Dann wartet das Finale. Noch einmal steil und leicht überhbängende (bis C/D) kommt das Ende des Klettersteigs entgegen. Dann ist es geschafft. Ein wunderbarer Blick zum Schloss und auf die Obstbaum-Plantagen des Vinschgau entschädigt für die Mühe.
Abstieg nach Naturns
Bei unserem ersten Besuch war für uns war sogar der Abstieg ein purer Genuss. Gut beschildert geht es mit einem sehr angenehmen Gefälle hinunter an den Ortsrand von Naturns. Dort führt oberhalb der Strasse ein schmaler Weg zurück zum Parkplatz.
Auf dem Abstiegsweg empfiehlt sich ein Zwischenstopp im Schwalbennest, einem kleinen Buschenschank mit Kuchen, Brotzeit, und allem was einen Klettersteigtag perfekt abrundet.
Wer sich den Abstieg sparen möchte, der kann auch vom Ausstieg des Klettersteigs bis zu einer Weggabelung wandern und sich dort für den Weg nach oben entscheiden.
Nach ein paar Höhenmetern über einen herrlichen Pfad ist die Bergstation der Unterstell Bergbahn erreicht. Die bringt Dich im Halbstundentakt bequem hinunter nach Naturns.
An der Hauptstraße gibt es eine Busshaltestelle von wo aus die Linien 261 und 264 wieder in Richtung Parkplatz am Schloß Juval fahren. Für Gäste des Schnalsertal oder des Vinschgau ist die Fahrt mit dem Bus kostenfrei.
Karte & Topo zum Hoachwool Klettersteig
Diese beiden Karten zeigen Dir einmal den Aufstieg über den Klettersteig bis zur Bergstation Unterstell, einmal die Tour inklusive Abstieg nach Naturns.
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Tipps zur Tour
Dort befindet sich der Parkplatz für das Schloss und gleich nebenan ein großer Parkplatz (P2) für Linienbusse und Kletterer.
Die Bezahlung erfolgt am Automaten (per Kennzeichen-Erkennung) via Karte. Kein Bargeld!
Mit der Gästekarte, dem Südtirol Guest Pass, ist die Fahrt mit dem ÖPNV kostenfrei. Daher konnten wir von unserer Unterkunft im Schnalstal diesen Klettersteig bequem ohne Auto erreichen.
Die Pendelkabinenbahn fährt das gesamte Jahr hindurch im Halbstundentakt zu einem Preis von 11€ pro Person (Stand April 2025)
Auch die Sommermonate Juli und August und bei sehr warmen Temperaturen eignen sich nicht für eine Begehung.
An den Felswänden kann es mitunter sehr heiß werden. Daher solltest Du früh auf Tour gehen und genug zu trinken mitnehmen!
Ohne die wertvollen Spuren der Vergangenheit zu verwischen, wurde immer wieder behutsam renoviert. Sowohl die Zimmer und die Bäder im historischen Teil als auch die Stuben, das Nebenhaus, der Wintergarten sowie der heimelige Wellness-Bereich.
Größtenteils gehört es administrativ zur Gemeinde Schnals.
Von Vent im Ötztal kommend der führt der E5 ins Schnalstal.
Am Tisenjoch, oberhalb des Versagt-Stausee, wurde 1991 die Gletschermumie Ötzi entdeckt.


