Wandern und Biken verbinden: Warum Bike & Hike neue Bergabenteuer eröffnen

Bike & Hike entwickelt sich unter Outdoor-Fans immer mehr zu einem echten Trend. Die Idee ist dabei denkbar einfach: Mit dem Fahrrad geht es schnell und kraftsparend bis zum Ausgangspunkt einer Tour, danach wird das Bike abgestellt und der restliche Weg zu Fuß zurückgelegt. Hier stelle ich Dir ein paar Bike & Hike Touren vor, schaue mir das „Bike & Hike“-Prinzip etwas genauer an und gebe Dir Tipps für die richtige Planung.

Unterwegs im Rappenalptal
Bike & Hike Tour durch das Rappenalptal

Was genau steckt hinter dem „Bike & Hike“-Prinzip?

Bike & Hike ist eine clevere Kombination aus Radfahren und Wandern. Mit dem Fahrrad wird ein oftmals langer Zustieg über Forststraßen, Schotterwege oder asphaltierte Bergstraßen zurückgelegt. Anschließend wird das Bike abgestellt, und die eigentliche Bergtour geht zu Fuß los.

Besonders in Regionen wie meiner Heimat, den Allgäuer Alpen, ermöglicht dieser Ansatz deutlich weiter entfernte Ausgangspunkte zu nutzen, die ohne Fahrrad nur über einen längeren Zustieg zugänglich wären.

Ich denke da speziell an die langen Talzustiege durch das Rappenalptal, die Spielmannsau oder auch das Hintersteiner Tal. Aber auch in anderen Regionen, zum Beispiel für den Zustieg zu Klettersteigen, kann sich der Bike & Hike Ansatz lohnen.

Zusammengefasst liegen die Vorteile und Merkmale des „Bike & Hike“-Prinzips darin:

einfache Zugänglichkeit: Nutzung von Forstwegen und gut befahrbaren Talwegen

  • Zeitersparnis: kürzere Anfahrtswege bedeuten mehr Zeit fürs Wandern
  • Individualisierbarkeit: flexibel an das individuelle Fitnesslevel anpassbar
  • größere Reichweite: Zugang zu abgelegenen Startpunkten per Fahrrad
  • körperliche Variation: Training unterschiedlicher Muskelgruppen

Für mich liegt der Reiz vor allem in der Effizienz und im größeren Tourenspektrum. Strecken, die früher als zu lang oder zu zeitaufwendig galten, werden auf einmal realistisch planbar.

Der Biberkopf gegenüber des Rappenalptals
Die Bergtour über das Rappenalptal auf die Mindelheimer Hütte ist in Verbindung mit dem Mountainbike eine kurzweilige Tagestour

Die Abwechslung zwischen Radfahren und Wandern sorgt für eine ausgewogene körperliche Belastung. Außerdem profitierst Du von diesem Ansatz, da sich mit Bike & Hike ruhigere und weniger frequentierte Wanderrouten erreichen lassen, die abseits klassischer Wanderparkplätze liegen.

Die richtige Logistik: Planung und Sicherheit

Bei Bike & Hike ist eine gute Planung unabdingbar. Wichtig ist vor allem, die Strecken vorab genau zu prüfen:

  • Wie weit ist der Zustieg mit dem Rad?
  • Wieviele Höhenmeter fallen an?
  • Wie anspruchsvoll ist die Anfahrt und ist der geplante Weg für Fahrräder freigegeben?
  • Wie viel Zeit wird für die Wanderung benötigt?

Digitale Karten und Erfahrungsberichte von anderen Bergsportlern helfen Dir, die Tour sinnvoll zu strukturieren und unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Beim Abstellen des Fahrrads hat Sicherheit oberste Priorität. Zu den sicheren Abstellplätzen zählen Hütten, Almen oder spezielle Fahrradständer. Wichtig ist auch ein stabiles Schloss. Wenn Du in der Gruppe unterwegs bist, solltet ihr möglichst mehrere Fahrräder zusammen abschließen.

Die Rückfahrt wird bei Bike & Hike-Touren von vielen häufig unterschätzt. Hier ist ebenso viel Konzentration gefragt wie beim Aufstieg. Andernfalls kann es gerade auf Schotterwegen schnell zu Verletzungen kommen. Deshalb ist es wichtig, für den Rückweg genügend Zeit einzuplanen und die Lichtverhältnisse zu berücksichtigen, damit die Tour nicht unerwartet bei Einbruch der Dunkelheit endet.

Die letzten Meter zur Käseralpe
Tagestouren im Bereich der Käseralpe werden erst durch die Zufahrt mit dem Mountainbike wirklich zugänglich

Die passende Ausrüstung für Bike & Hike-Touren

Ob eine Bike & Hike-Tour eine angenehme Erfahrung wird, hängt unter anderem von der Ausrüstung ab. Besonders wichtig ist ein kompakter, gut sitzender Rucksack mit ausreichendem Stauraum für Verpflegung und Sicherheitsausrüstung. Ideal sind Modelle mit atmungsaktivem Rückensystem und stabilen Hüftgurten. Die bieten Dir sowohl beim Radfahren als auch beim Wandern einen hohen Tragekomfort und verteilen das Gewicht gleichmäßig.

Bezüglich der Kleidung bietet sich, wie bei fast allen Bergsportarten, das Schichten- bzw. Zwiebelprinzip an. Für die Radetappen eignen sich Funktionsmaterialien wie atmungsaktive Polyester- oder Merinofaserstoffe, die schnell trocknen und gut belüftet sind. Für die Wanderungen solltest Du zusätzlich eine winddichte Jacke und eine leichte Isolationsschicht eingeplant werden. Denn in den Bergen können sich Temperatur und Wetter schnell und oft unerwartet verändern.

Berge - Trails - MTB-Strecken - Aussicht
Der richtige Rucksack und die richtige Bekleidung sind wichtig

Darüber hinaus gehören bei „Bike & Hike“-Touren eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung, ausreichend Wasser, Snacks sowie ein Ersatzschlauch zur Grundausstattung. Ein Multifunktionswerkzeug ist ebenfalls hilfreich, um kleinere Defekte wie lockere Schrauben oder verstellte Bremsen unterwegs beheben zu können.

Da ich persönlich beim Mountainbike mit „Klickis“ unterwegs bin, habe ich immer einen zusätzlichen Beutel oder eine „Tube“ für meine Schuhe und Radklamotten dabe. Die lasse ich dann in der Regel beim Fahrrad zurück um Gewicht für die Bergtour zu sparen.

Warum sich Hardtail-Mountainbikes für Bike & Hike eignen

Für Bike & Hike-Touren eignen sich vor allem sogenannte Hardtails. Dabei handelt es sich um besonders leichte Mountainbikes, die selbst auf langen Zustiegen einfach zu handhaben sind. Die direkte Kraftübertragung sorgt dafür, dass Anstiege effizient bewältigt werden können, sodass der Fahrer auf langen Touren viel Energie spart.

Ein weiterer Vorteil der Hardtails liegt in der unkomplizierten Technik und der hohen Zuverlässigkeit. Da bei einem Hardtail-Mountainbike weniger bewegliche Teile vorhanden sind als bei einem vollgefederten Mountainbike, sind sowohl der Wartungsaufwand als auch die Pannenanfälligkeit geringer.

Außerdem wirkt sich die Geometrie eines Hardtail beim Bergauffahren auf Schotter positiv aus. Beim technisch anspurchsvolleren Zufahrten zeigen sich beispielsweise beim Gravelbike spätestens in der Abfahrt die Nachteile.

Meine Tipps für Bike & Hike-Abenteuer

Bike & Hike-Touren führen häufig in Regionen, in denen lange Forststraßen oder gut ausgebaute Zufahrtswege tief in die Berge hineinreichen. Besonders geeignet sind daher Mittelgebirge und alpine Vorregionen mit dichtem Wegenetz. Oft können hier mehrere hundert Höhenmeter bequem mit dem Rad zurückgelegt werden, bevor der eigentliche Wanderanstieg beginnt. Beliebt sind auch Täler mit gesperrten Zufahrtsstraßen, da hier kein Autoverkehr herrscht.

Typische Ziele in den Allgäuer Alpen sind die Hintersteiner Berge oder auch die Berge rund um Oberstdorf, die meist nur über lange Talzustiege durch das Rappenalptal, die Spielmannsau oder das Oytal zu erreichen sind.

In den vergangenen Jahren habe ich aber auch andere Bike & Hike Ziele für mich entdeckt.

Übrigens: auch zum Ende des Winters lässt sich das Bike & Hike Prinzip bestens mit einer Skitour verbinden. Wenngleich dann der Transport der Skitourenausrüstung etwas mehr Planung erfordert. Aber auch da gibt es Lösungen, wie das Ski Rack von CYCLITE.

So erreichst Du auch die beliebten Skitourenziele im Hintersteiner Tal wie den Kleinen Seekopf, ohne einen „langen Hatsch“ in Kauf zu nehmen, oder auf die Zeiten des Pendelbusses angewiesen zu sein.

Wandern und Biken verbinden: mein Fazit

Bike & Hike ist eine ideale Möglichkeit, die besten Aspekte von Wandern und Radfahren miteinander zu verbinden. Entscheidend für den Erfolg einer solchen Tour sind vor allem die Wahl der richtigen Ausrüstung und des richtigen Bikes. Zwiebelprinzip, Wechsel-Wäsche und ein leichtes und einfach zu transportierendes Hardtail-Mountainbike sind hier die optimale Lösung.

Die Kombination aus Flexibilität und Naturgenuss ist auf den beliebten Routen in Regionen wie denen im Allgäu einfach unschlagbar.

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